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Green screen auf sh:z-tournee : Knuddelige Seekühe und Storch-TV

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Internationale Naturfilmfestival Green Screen und der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag präsentieren vor vollem Saal die Filme auf der sh:z-Filmtour.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2015 | 05:54 Uhr

Eckernförde | Affen, die ihr ganzes Leben in den Baumkronen verbringen, zum Knutschen niedliche Seekühe und beeindruckende Zeitlupen-Aufnahmen von Störchen, die Artgenossen aus der Luft attackieren: Das waren nur einige der faszinierenden Naturfilmaufnahmen, die 280 Zuschauer am Donnerstagabend in Carls Showpalast erlebten. Drei Stunden lang gab es auf Einladung der Eckernförder Zeitung und des Internationalen Naturfilmfestivals „Green Screen“ spannende Einblicke in Flora und Fauna Sri Lankas, die Unterwasserwelten Floridas und in die „Vollpension“ für Störche im brandenburgischen Dorf Rühstädt.

Routiniert führte Dagmar Weinberger vom Green-Screen-Förderverein durch die Veranstaltung, bei der buchstäblich auch der letzte Platz belegt war. Auch das Sommerwetter mit seinen 29 Grad Celsius hatte niemanden davon abhalten können, diesen Vorgeschmack auf das Festival im September zu genießen. Ein Dank ging an das Ehepaar Greifenberg, das zum wiederholten Male den Showpalast kostenlos zur Verfügung stellte.

Und dann hieß es „Film ab“: Die Produktion „Wildes Sri Lanka“ von Joe Loncraine und Mike Birkhead entführte auf die Insel vor der südindischen Küste, die kleiner als Bayern ist, aber dafür eine Artenvielfalt aufweist, „die einem ganzen Kontinent zur Ehre gereichen würde“. Weißbartlanguren sprangen durch die Baumwipfel, eine mächtige Tigerpython-Mutter wärmte ihre Eier bis kurz vor dem Schlüpfen – und machte sich von dannen, weil sie sonst ihren Nachwuchs fressen würde. Amseln sehen hier aus wie Elstern und Elstern wie Papageien.

Dick und runzelig, aber einfach zum Knutschen niedlich – das war der Protagonist des nächsten Films: Hamilton, eine Seekuh-Waise aus Florida. „Hamiltons Abenteuer – Seekühe mal anders“ hieß der Film von Ulf Marquardt, der das behäbige und durch und durch gutmütige Tier von der Zeugung an begleitet hat. Eine Paarung kann bei diesen Tieren Stunden dauern, denn „bis zu 600 Kilogramm schwere Körper müssen zu einem ziemlich kleinen Ziel bugsiert werden“, erläuterte der Sprecher.

Das Publikum freute sich, wenn Klein-Hamilton seine Mutter herumwirbelte, und es litt, als der kleine Bulle von einem Motorboot-Fahrer verletzt wurde, dann auch noch seine Mutter starb und er von Tierschützern wieder gesund gepflegt wurde. Der Film hatte ein Happy-End: Hamilton überlebte auch eine Algenpest, an der Hunderte seiner Artgenossen starben.

Eine ganz andere Welt zeigte „Unter Störchen – ein Dorf im Vogelfieber“ von Herbert Ostwald. In Rühstädt, der größten Weißstorch-Kolonie Deutschlands, offenbarte der Filmemacher die Symbiose von Vögeln und Menschen. 140 Störche leben im Sommer in dem brandenburgischen Dorf an der Elbe – genauso viel wie Einwohner. Diese profitieren von dem Tourismus, übertragen mit Webcams das Geschehen im Nest live in die Gaststube und bieten den Vögeln im Gegenzug eine Vollpension: Bei Nahrungsknappheit zum Beispiel mähen die Landwirte die Wiesen, damit die Beutetiere der Adebare ihre Deckung verlieren. Und aus dem Nest geworfene Küken werden wieder aufgepäppelt.

Zusammen mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag präsentiert Green Screen die Filme bei der sh:z-Tournee in 14 Städten des Landes. Das Besondere: Die Zuschauer stimmen am Ende darüber ab, welcher Film ihnen am besten gefallen hat. Der Film mit dem stärksten Zuspruch erhält den Publikumspreis des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags. Wie die Zuschauer abgestimmt haben, wird erst nach der Preisverleihung am 12. September veröffentlicht, um niemanden zu beeinflussen. Nur eines kann verraten werden: Im Showpalast wurden 253 Stimmkarten eingeworfen; Ergebnis: 161 – 47 – 45.

Wer mehr Naturfilme sehen möchte, hat dazu vom 10. bis zum 14. September beim 9. Green-Screen-Festival Gelegenheit. Mehr Infos im Internet: www.greenscreen-festival.de.

 

 

 

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