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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 18:35 Uhr

Pädagogik : Know-how für das Reich der Mitte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Chinesische Träger von Bildungseinrichtungen informieren sich am BSIC über Erlebnispädagogik.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2015 | 06:05 Uhr

Eckernförde | China ist eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Doch auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung im Reich der Mitte rasant verläuft, finden sich doch immer noch weiße Flecken auf seiner Landkarte. Nicht auf der geographischen, dafür aber auf der wissenschaftlichen. „Erlebnispädagogik“ gehört dazu, weshalb zurzeit eine Delegation aus Funktionären im Bereich der beruflichen Weiterbildung und der universitären Bildung zu Gast am Baltic Sea International Campus (BSIC) zu Gast ist.

„Die Voraussetzungen sind vorhanden, doch wir brauchen das Know-how“, sagte gestern die Generalsekretärin der China Youth Development Foundation, Song Guo, bei einem Symposium am BSIC. Viel Platz und auch Investitionsmittel sind da, doch das „Wie“ ist in China noch weitgehend unbekannt. Zwar gebe es schon Erlebnis-Einrichtungen, die aber noch nicht den Ansprüchen genügen. Konzepte wolle man dabei nicht eins zu eins übernehmen, sondern sich das Wissen aneignen, um zu einem für China passenden Weg zu finden.

Präsident des BSIC ist Peter Jochimsen, der sich während seiner Tätigkeit als Pädagogik-Professor an der Fachhochschule Kiel auf die Erlebnispädagogik konzentriert hat. Mit dem „Baumhaus-Projekt“ bietet seine Stiftung seit acht Jahren ein außergewöhnliches erlebnispädagogisches Projekt an: Über 40 junge Menschen gehen nach ihrer Schulzeit Jahr für Jahr nach China und Südamerika und demnächst wohl auch nach Afrika, wo sie in der Entwicklungshilfe tätig sind. „Sie kommen von ihrem bürgerlichen Zuhause in eine Welt, die ganz anders ist“, erklärte Peter Jochimsen. „In Peru wohnen sie bei Familien in Lehmhäusern, wo der Fußboden aus Erde besteht. Sie müssen in einer völlig anderen Kultur mit anderen Lebensumständen überleben und auch noch produktiv tätig sein. Wenn sie wiederkommen, sind sie andere Menschen. Aber alle sagen hinterher, dass es das schönste und wichtigste Jahr in ihrem Leben war.“

Als Partner für das Symposium hat sich der BSIC unter anderem den Hochseilgarten Eckernförde ins Boot geholt. Auch die Globetrotter-Akademie hat ihr Angebot vorgestellt, ebenso der Exeo-Verein aus Lübeck, der mit Angeboten wie Floßbau, Bogenschießen, Action Painting oder Kletteraktionen die Teambildung und den Zusammenhalt in Gruppen stärkt.

Zehn Tage ist die Delegation noch in Deutschland und wird von der BSIC-Geschäftsführerin Wei Qian betreut. Das Symposium ist ein erstes Kennenlernen, Ziel ist eine Zusammenarbeit, zum Beispiel über die Trainerausbildung der deutschen Anbieter mit den chinesischen Bildungsträgern. Platz gibt es genug, wie die Delegation berichtet: Allein einer ihrer Parks in der Nähe von Peking umfasse 2 Millionen Quadratmeter, ähnelt aber noch mehr einem Freizeitpark als einer pädagogischen Einrichtung.

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