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Nachgefragt : Knoop – ein ganz besonderes Gebiet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bauamtsleiterin Bianca Hess erklärt, wie es zu der sehr unterschiedlichen Bebauung kommen konnte und was das städtebauliche Konzept bringen soll

Altenholz | Ländlich geprägt, eine Siedlung im Außenbereich – das war Knoop vor vielen Jahren. Durch Grundstücksteilungen und Nachverdichtung nördlich der Knooper Landstraße sowie tiefe Grundstücke mit großem Höhenunterschied südlich davon ist eine Bebauung entstanden, die heute als zu massiv empfunden wird und Probleme bei der Entwässerung und dem Verkehr verstärkt. Die Politik hat darauf reagiert und jetzt ein städtebauliches Entwicklungskonzept in Auftrag gegeben, um künftig mehr auf die Gestaltung Einfluss nehmen zu können. Es stellt sich jedoch die Frage, wie es überhaupt zu der heutigen Situation kommen konnte.

Den Bebauungsplan (Nr. 36) gibt es erst seit 2005 – fünf Jahre hatte der Planer damals daran gearbeitet mit dem Auftrag, ein Regelwerk für eine maßvolle Bebauung zu schaffen. „Es ist wirklich schwer, einen Bebauungsplan über ein über Jahre gewachsenes Gebiet zu legen“, erklärt Bauamtsleiterin Bianca Hess. Die Verdichtung im nördlichen Bereich der Knooper Landstraße war zum Teil schon in den Jahren davor erfolgt – nach §34 Baugesetzbuch ohne Probleme zulässig, wenn sich die Bebauung in die Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Auch die Baugenehmigung für die heute von vielen kritisierten Kapitänsvillen, die im vergangenen Jahr fertig gestellt wurden, liegt weiter zurück – sie stammt aus dem Ende der 90er Jahre. Vorbild dafür waren die ersten abgestuften Mehrfamilienhäuser, die dort sogar schon Ende der 70er Jahre realisiert wurden. Problematisch an diesen Grundstücken ist der große Höhenunterschied zwischen Uferbereich und Straße, der teilweise bei 20 Metern liegt. Die Höhe der Gebäude wurde ab Straßenniveau festgelegt. Hess: „Eigentlich müsste das ab Normal Null heißen.“

Das jüngst beauftragte Ingenieurbüro BCS aus Lübeck steht nun vor der Aufgabe, den bis 2010 gültigen Ortsentwicklungsplan fortzuschreiben. Dafür wird der genannte Bereich der Knooper Landstraße und des Friedrich-Voß-Ufers mit Blick auf die Gebäude, die Parkplatzsituation, eine Verkehrsberuhigung und die Entwässerung untersucht, die zum Teil noch unstrukturiert und ungeplant über Gräben und Rohre in den Kanal geleitet werde, sagt Hess. Besonderes Augenmerk gilt dabei der leer stehenden Villa Hoheneck, deren Grundstück als Sondergebiet Hotel eingestuft ist, wohingegen der übrige Bereich als Allgemeines Wohngebiet gilt.

Darüber hinaus werden die Planer das 23,4 Hektar große Areal des Schießplatzes und das Gewerbegebiet Jägersberg beleuchten und auch die Kleingärten berücksichtigen. Von den derzeit 30 Parzellen werden nur noch 20 genutzt. Zudem macht die Vernässung der Flächen den Kleingärtnern zu schaffen. Schließlich sollen auch für den Polterberg und das Gut Knoop Perspektiven aufgezeigt werden. „So sichert sich die Gemeinde Entwicklungsmöglichkeiten und ist nicht mehr in der Situation, nur auf Veränderungen zu reagieren“, macht die Bauamtsleiterin deutlich.

In ihr Konzept werden die Planer auch die Ideen der Anwohner – 250 Bürger der Gemeinde leben in Knoop – einfließen lassen, die bei einem Bürgerworkshop Gelegenheit bekommen, sich einzubringen. Er wird voraussichtlich am Dienstag, 19. Mai, im Ratssaal sein. Im Bauausschuss am 1. Juni soll dann das Konzept vorgestellt werden, aus dem sich die Eckwerte für den zu überarbeitenden Bebauungsplan ableiten ließen.

 

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erstellt am 14.Apr.2015 | 06:00 Uhr

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