zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 17:28 Uhr

Klinik erwartet Millionen-Verlust

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Imland GmbH rutscht nach sieben Jahren in die roten Zahlen / Kreis bringt Finanz-Gutachten auf den Weg

Nach sieben Jahren mit einem positiven Ergebnis ist die Imland-Klinik in die roten Zahlen gerutscht. Wie Thorsten Schulz, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Imland GmbH, auf Anfrage mitteilte, rechne man für das Geschäftsjahr 2014 mit einem Minus, das zwischen einem und zwei Millionen Euro liege. Detaillierte Zahlen werden in einigen Wochen erwartet.

Die Abwärtsbewegung ruft die Politik auf den Plan: Der Hauptausschuss des Kreistags gab jetzt außerplanmäßig 100  000 Euro frei, um ein Gutachten erstellen zu lassen. Die wirtschaftliche Situation der Imland-Einrichtungen soll darin grundlegend beleuchtet werden. Die Imland GmbH unterhält Kliniken in Rendsburg und Eckernförde sowie Seniorenhäuser in Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf. „Wir benötigen eine objektive Analyse“, sagte der Hauptausschuss-Vorsitzende Jörg Hollmann (CDU). „Um für die Zukunft gewappnet zu sein, müssen wir uns rechtzeitig Gedanken machen.“ Der Verkauf oder die Privatisierung einzelner Bereiche oder Einrichtungen wird nicht ausgeschlossen. Auch das sei Teil der Überprüfung durch externe Gutachter, so Hollmann. Anschließend habe die Politik Entscheidungen zu treffen. „Ich will nichts vorweg nehmen.“ Imland-Geschäftsführer Martin Wilde wollte sich auf Nachfrage zur wirtschaftlichen Situation der Imland GmbH gar nicht äußern. Der scheidende Klinikchef, der zum 1. Juni von Dr. Hans-Markus Johannsen (noch am UKSH) als Geschäftsführer abgelöst wird, verwies auf den Aufsichtsrat. Dessen Vorsitzender Schulz zählte mehrere Gründe auf, warum die Imland-Gruppe geldlich unterzuckert ist. Zum einen habe die angespannte Verkehrssituation am Kanaltunnel zu einem Wegbleiben der Notfallpatienten und als Folge zu Einnahmeverlusten geführt. Viele Rettungswagen-Besatzungen steuern lieber gleich die anderen Krankenhäuser in der Region an, um vor dem Nadelöhr entlang der B  77 nicht lebenswichtige Minuten zu verlieren. Zudem sorgte Anfang 2014 ein Noro-Virus dafür, dass Stationen isoliert werden mussten, berichtete Schulz. 28 Betten konnten elf Tage nicht belegt werden. Der milde Winter 2014 mit weniger Sturz- und Glättegeschädigten als sonst tat ein Übriges. Ein weiterer Kostentreiber waren nicht gegenfinanzierte Tariferhöhungen für die Mitarbeiter.

Das vom Hauptausschuss auf den Weg gebrachte Gutachten soll auch Empfehlungen für die langfristige medizinische Ausrichtung und wirtschaftliche Stabilisierung der Imland-Kliniken geben. Ein zehnköpfiges Kooperationsgremium wird die Kreisverwaltung beraten und die Begutachtung begleiten, es hat bereits einmal getagt. Seitens des Hauptausschusses wurden Jörg Hollmann, Sabrina Jacob, Gudrun Rempe, Hartmut Steins und Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer benannt. Aus dem Aufsichtsrat sitzen Thorsten Schulz, Ulrich Kaminski, Cornelia Conrad, Dr. med. Michael Heukamp und Andreas Brates in der Kommission.

In Sachen Gutachten läuft derzeit die Ausschreibung. Mit Ergebnissen rechnet Hollmann in spätestens drei Monaten. „Nach der Sommerpause wollen wir mit den politischen Beratungen beginnen.“ Die Imland GmbH wird seit 1994 im Management der Sana-Kliniken geführt. Die Betreibergesellschaft mit Sitz in München stellt den Geschäftsführer. Gesellschafter der Klinik ist zu 100 Prozent der Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das Sana-Management ist weisungsgebunden, was strategische Entscheidungen und größere Investitionen in die Gebäude und Ausstattung betrifft. Sie beschließt die Gesellschafterversammlung – in diesem Fall der Kreistag.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen