Das kann man selber tun : Klimaschutz vor der Haustür

<p>Eckernfördes Klimaschutzmanagerin  Maren Jähne gibt Tipps, wie die Klimaerwärmung durch lokale Maßnahmen verlangsamt werden kann, zum Beispiel unverpackte Lebensmittel aus der Region kaufen  oder weniger und kleinere Autos nutzen.</p>

Eckernfördes Klimaschutzmanagerin  Maren Jähne gibt Tipps, wie die Klimaerwärmung durch lokale Maßnahmen verlangsamt werden kann, zum Beispiel unverpackte Lebensmittel aus der Region kaufen  oder weniger und kleinere Autos nutzen.

Eckernfördes Klimaschutzmanagerin Maren Jähne hat Tipps gegeben, wie die Klimaerwärmung durch lokale Maßnahmen verlangsamt werden kann, z.B. unverpackte Lebensmittel aus der Region kaufen oder kleinere Autos nutzen.

shz.de von
12. Juni 2018, 06:27 Uhr

Eckernförde | Seit vier Monaten ist Maren Jähne im Amt als Klimaschutzmanagerin der Stadt Eckernförde. Mit ihrem Vortrag „Klimawandel – Gute Aussichten für morgen?“ rüttelte sie in der Volkshochschule etwa 20 Zuhörer auf. Sie machte sensibel dafür, was jeder einzelne sofort tun könne, um den Klimawandel zu verlangsamen. Was dagegen getan werden müsste, zeigte sie an mehreren Beispielen. Thema war auch, wie bedrohlich die Gefahren des gefühlten, befürchteten und mittlerweile auch bewiesenen Klimawandels sind.

Maren Jähne weiß, wovon sie spricht. Fundiert, fachlich anspruchsvoll, hatte sie in der ersten Stunde mit dem klimatischen Umfeld und den sich daraus ergebenden Konsequenzen bekannt gemacht. Nicht um Ängste zu schüren, sondern um deutlich zu machen, dass nur bei gemeinsamer Aktion aller der Klimawandel verlangsamt werden kann. Als Klimaschutzmanagerin der Stadt Eckernförde liegt ihr am Herzen, vor Ort für klimasensibles Verhalten Tipps zu geben: Car Sharing, unverpackte Lebensmittel regional einkaufen, ein Stück des Gartens für Insekten und Schmetterlinge wild wachsen lassen und mehr. Maßnahmen, die bei vielen Zuhörern dieses Abends bereits zum täglichen Leben gehören, die jedoch zum Teil noch mit Gestaltungs- und anderen Satzungen kollidieren.

Für Eckernförde – die Stadt am Wasser, möglicherweise bald im Wasser – mit starker Tourismus-Abhängigkeit hat der Klimawandel den – wenn auch teuer erkauften – Vorteil einer längeren Tourismus-Saison. Dagegen sprechen Meeresspiegelanstieg und Starkregenfälle als Auslöser weiterer Probleme. Höhere Niederschläge transportieren mehr Nährstoffe in die Ostsee. Das bedingt verstärktes Algenwachstum. Durch steigende Meeresspiegel werden einige Strandabschnitte nicht mehr nutzbar, Seegras nimmt zu, Fischlaichplätze verschwinden, der Küstenschutz wird aufwändiger. Schon bei 1,5 Millimeter Anstieg brechen Steilküsten, wie jüngst in Waabs geschehen, ab.

Gegensteuern kann jeder durch Wärmedämmung der Häuser, Vermeidung von weiten Urlaubsreisen oder -flügen, weniger und kleineren Autos (Materialaufwand bei der Herstellung, Kraftstoffverbrauch), die länger genutzt werden, Umstieg aufs Fahrrad oder Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotoren. Auch Erneuerbare Energien bieten gute Möglichkeiten. „Alle Menschen müssen zusammen fürs Klima kämpfen. Es reicht nicht, dass ich da bin und alleine das Klima retten kann“, schloss Maren Jähne ihren Vortrag. Sie ist aber bereit, beim Klimaschutz zu beraten und Tipps zu geben. Auch am Klimaschutztag am 21. Juli in Bistensee. Für 2019 plant Maren Jähne in Eckernförde einen Klimaschutzkurs.

>Die Klimaschutzmanagerin ist erreichbar unter Tel. 04351-710 680 oder per E-Mail: maren.jaehne @eckernfoerde.de



Klimawandel: Ursache und Wirkung

Mehrere Faktoren haben Einfluss auf das Klima. Maren Jähne nannte unter anderem die Sonneneinstrahlung, Wirkungen des schmelzenden Eises, Niederschläge, ihre Verteilung im Sommer und Winter, Treibhausgase, Warm- und Kaltphasen, Kohlendioxid-Anstiege durch Rodung von Wäldern, Verbrennen fossiler Rohstoffe (Europa und die USA tragen zur Hälfte der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase bei) und im Detail weitere Ursachen der Erderwärmung. Mit dramatischen Folgen wie dem vorausgesagten Anstieg des Meeresspiegels um 40 bis 100 Zentimeter bis zum Jahr 2100. Alles, was befürchtet wird, könnte eintreten, so Jähne – wenn nicht gegengesteuert wird. Das sei eine Aufgabe für die gesamte Menschheit, in besonderem Maße aber für Eckernförde, liegt die Stadt doch in prädestinierter Lage am Ende einer Bucht. Sie würde auch zu den versunkenen Orten wie das sagenumwobene Atlantis gehören, wenn erst alle Gletscher an den Polen geschmolzen sind und der Meeresspiegel um sieben Meter gestiegen ist. Maren Jähne: „Wir sind auf dem besten Weg dahin.“

Der Klimawandel hat einen Anstieg des Meeresspiegels, Hitzewellen mit Dürre, steigende Waldbrandgefahr, Trinkwasserknappheit, Ernteausfälle, Nahrungsmittelknappheit und Klimaflüchtlinge zur Folge. Temperaturextreme ändern sich. Es wird weniger Frosttage (Temperaturen unter 0°) und mehr Sommertage (über 25°) geben. Für Menschen unmittelbar gefährlich wird die Zunahme von Tropennächten (die Temperatur sinkt nicht unter 20°). Bis 2100 werden die Niederschläge nach Voraussagen bis zu 18 Prozent zunehmen. Die Sommer werden trockener, Frühjahr und Herbst nasser mit allen Konsequenzen für Pflanzen und Ernte. Starkniederschläge nehmen zu. Einfluss auf den Wind soll der Klimawandel nur wenig haben.

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