Klimaschutz : Klimaschutz: Jeder kann etwas tun

Pflanzten 20 Stieleichen für den Klimaschutz im Hüttener Forst: Das Klimaschutzmanagement der Stadt Eckernförde und des Kreises Rendsburg-Eckernförde mit Ahlefeld-Bistensees Bürgermeister Detlef Kropp (5.v.l.), der Kreispräsidentin Dr. Juliane Rumpf (5.v.r.) und dem ehemaligen Förster Thomas Kahn (r.).
Pflanzten 20 Stieleichen für den Klimaschutz im Hüttener Forst: Das Klimaschutzmanagement der Stadt Eckernförde und des Kreises Rendsburg-Eckernförde mit Ahlefeld-Bistensees Bürgermeister Detlef Kroll (5.v.l.), der Kreispräsidentin Dr. Juliane Rumpf (5.v.r.) und dem ehemaligen Förster Thomas Kahn (r.).

Aktionstag zum Klimaschutz an der Badestelle Bistensee. Hand in Hand: Klimaschutzmanagement der Stadt Eckernförde und des Kreises Rendsburg-Eckernförde

shz.de von
23. Juli 2018, 06:48 Uhr

Ahlfeld-Bistensee | Einer von deutschlandweit 16 Aktionstagen zum Klimaschutz fand Sonnabend in Bistensee an der Badestelle statt. Die Veranstalter waren von der Vielfalt an klimafreundlichen Angeboten in der Region begeistert. Speziell wurden Verbraucher angesprochen, die durch ihr Handeln im Alltag, oftmals sind es nur Kleinigkeiten, viel für den Klimaschutz tun können.

Sebastian Krug, Klimaschutzmanager des Kreises Rendsburg-Eckernförde, organisierte die Veranstaltung mit seinem Team. Dabei gab es tolle Initiativen. Jeder zeigte auf seine Weise, was möglich ist, im Alltag umzusetzen. „Es war für jeden etwas dabei. Das Tolle ist, dass neben den gezielt angereisten auch viele zufällige Besucher hier einiges für sich mit nach Hause nahmen“, erzählte Krug. Ahlefeld-Bistensees Bürgermeister Detlef Kroll hatte sofort zugesagt, die Aktion am Bistensee auszurichten. Der Platz sei vorhanden und mit dem See im Hintergrund sei es sehr idyllisch. „Unsere Region ist insgesamt ein naturnaher Bereich. Es wird darauf geachtet, dass viel Klimaschutz gelebt wird und die Umwelt nur wenig geschädigt wird.“

Rendsburg-Eckernfördes Kreispräsidentin Dr. Juliane Rumpf war von der gebotenen Vielfalt begeistert. Betroffen sei jeder Einzelne, etwas für den Klimaschutz zu tun. Aber auch die Kommunen, stellte sie fest. Es gebe viele Angebote, aber nur wenig Kenntnis darüber. „Unser Ziel ist es, bei der Klimabilanz auf dem Laufenden zu bleiben. Wichtig ist für die neuen Kreistagsabgeordneten, jetzt mehr auf Klimaschutzmöglichkeiten aufmerksam zu machen und die CO2-Werte weiter zu senken. Wir wollen die Ziele einhalten“, machte Dr. Rumpf deutlich. Im Kreis seien schon viele Blühflächen der Landwirtschaft zu sehen. Man schaue, wo weitere Blühflächen entstehen könnten. Erneuerbare Energien würden in Bauvorhaben berücksichtigt. So habe das Kreishaus in Rendsburg bereits ein Gründach mit Photovoltaikanlage. Es gebe viele Ansätze, in denen die Kommunen tätig sind und noch tätig werden können. „Wir wollen Klimaschutz vorleben“, sagte die Kreispräsidentin.

Während der familiären Veranstaltung fand eine Baumpflanzaktion statt. Der ehemalige Förster Thomas Kahn brachte 20 zweijährige Stieleichen mit, die die Gäste in einer Lichtung im Hüttener Forst pflanzten. Die Stieleichen wurden aus Eicheln aus dem eigenen Forst gezüchtet und als junge Bäumchen in Ballen aufgezogen. Die Lichtung war bei einen Sturm entstanden. Es habe zwei Jahre gedauert, bis die Fläche geräumt wurde und jetzt wieder aufgeforstet werde, so Kahn.

An vielen Ständen konnten sich die Besucher informieren. So sprach die Verbraucherzentrale über energiesparende Möglichkeiten für Mieter und Eigenheimbesitzer. Jörg Faltin, Energieberater für die Verbraucherzentrale Rendsburg und Schleswig, stellte Heiz- und Stromfresser, sowie Raum- und Wasserwärme vor. Gerade bei Einfamilienhäusern gebe es viele Höchstverbraucher, dort sei noch viel Aufklärung notwendig, so sein Eindruck.

Werner Bergmann und Louisa Hain vom Kölner Hochwasser-Kompetenz-Centrum zeigten Objektschutz- und Wasserrückhaltsmaßnahmen, um Häuser vor Starkregen zu schützen.

Besonders im Bereich Nahrungsmittel könne man viel machen, meinte Ilka Müller vom Klimaschutzmanagement. So planen Anja Rolf und Karen Dohm, im Herbst einen Unverpacktladen in Eckernförde zu eröffnen. Sie wollen so helfen, Müllberge zu vermeiden und zugleich zeigen, wie man mit weniger Plastik auskomme. Das Kieler Bildungsprojekt „Kreative Küste“ stellte eine Suchkiste mit Müll aus der Ostsee auf. Dieser stammte aus einer der Strandsammelaktionen oder aus dem Beifang von Fischern. Sie machten deutlich, wie der Müll im Meer vermieden werden könne. Die solidarische Landwirtschaft der Schinkeler Höfe betreibt bäuerliche Landwirtschaft. Sie stellten ihre Ideen vor, wie man Ökosysteme trotz Bewirtschaftung erhalten könne.

Alant und Borretsch haben schöne Blüten. Die Faltergarten-Arbeitsgemeinschaft des Nabu Eckernförde empfahl, die beiden Gewürzkräuter im Garten einmal bis zur Blüte wachsen zu lassen. So könne man Schmetterlinge anlocken. Die AWR gab Tüten mit Kompost aus. „Wöchentlich werden rund 1000 Tonnen Kompost aus Bioabfall und Grünschnitt umgewandelt“, erklärte AWR-Mitarbeiterin Maike Fischer.

Die Band Hüttenfolk und Singer and Songwriter Brendan Lewis begleiteten den Aktionstag musikalisch. Stimmungsvolle Lieder aus dem Bereich Folk sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Die Bühne wurde ganz im Sinne der Veranstalter durch eigens vor Ort erzeugten Strom betrieben. Auf fünf Fahrrädern erzeugten die Gäste durch ihr Strampeln den notwendigen Strom. Die Idee kommt von der Firma Morgenwelt aus Hamburg.

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