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Workshop : Klimaschutz fängt auf dem Teller an

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Geoscopia und Verbraucherzentrale geben Workshop zum Thema Klimaschutz im Berufsbildungszentrum Rendsburg-Eckernförde.

Eckernförde | Besser hätte der Zeitpunkt nicht gewählt sein können: Bei milden und verregneten 13 Grad gingen Schüler des Berufsbildungszentrums Rendsburg-Eckernförde gestern mit Geoscopia und der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein auf „Klimaexpedition“. Im Rahmen des Klimaschutz-Workshop wollen die beiden Institutionen Klimaschutz erlebbar machen. Dieses Jahr spielt ihnen besonders in die Karten: Klimaforscher haben für 2015 neue Hitzerekorde prognostiziert und gehen davon aus, dass es das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden wird.

Extreme Wetterphänomene sind schon heute Realität und treten weltweit immer häufiger auf. Ein Wirbelsturm mit einem Durchmesser von 700 Kilometern, Temperaturen von fast 50 Grad in Südafrika und steigende Meeresspiegel. Geoscopia-Umweltpädagoge Michael Geisler holte den Blick vom Weltall ins Klassenzimmer und veranschaulichte mit Satellitenbildern von Wirbelstürmen und der weltweiten Temperaturentwicklung, wie sich das Klima schon verändert hat. Auch dass der Klimawandel bereits vor unserer Haustür zu spüren ist, machte Geisler deutlich: „Berlin säuft ab“, ließ er die Schüler des 13. Jahrgangs am Fachgymnasium Gesundheit wissen. Die steigenden Meeresspiegel würden nicht nur an den Küsten zu spüren sein, auch urbane Überflutungen drohten, weil das Wasser in die Städte drücke.

Abstrakte Begriffe wie Klimawandel, Klimaschutz oder CO2-Verbrauch machte Geisler so an Beispielen konkret. „An welchen Orten auf der Welt wird etwas zerstört, das Einfluss auf das Klima hat?“, fragte der Umweltpädagoge die Schüler. „Im Regenwald“, antwortete eine Schülerin. Anders als viele Verbraucher glaubten, werde der Regenwald in Südamerika nicht wegen der Papierherstellung abgeholzt, sondern vor allem, um für den Sojaanbau Platz zu machen, so Geisler. „Daran sind aber nicht die Veganer oder Vegetarier Schuld, sondern wir Fleischesser.“ Soja diene als Futtermittel für Vieh.

„Ich mache meist die Erfahrung, dass die Schüler viele Fragen zu dem Thema haben“, sagte Geisler. Fynn Petersen (19), Schüler des 13. Jahrgangs, gab ihm recht: „Gerade für Schüler ist das Thema interessant. Ein bisschen was wusste ich schon, aber vieles war mir auch neu“, sagte der Schüler.

Beim Thema Klimawandel kommt man nicht umhin, auch die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen. Aus diesem Grund war Selvihan Koç, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, geladen. Unter dem Motto „Klimagesund essen“ zeigte sie den Schülern, wie Ernährung und Klima zusammengehören. 22 Prozent des weltweiten CO2 wird durch Lebensmittel verursacht. „Von der Herstellung bis zur Verarbeitung im Haushalt – da kommt einiges zusammen“, so Koç. Kartoffeln statt Pommes, Bohnen aus Kenia und Erdbeeren aus Italien statt Obst und Gemüse aus der Region – mit Exponaten stellte Koç plastisch dar, wie unterschiedlich der CO2- und Erdöl-Verbrauch verschiedener Lebensmittel sein kann.

Dass bei der Produktion von einem Kilogramm Erdbeeren aus Italien 100 Milliliter Erdöl verbraucht werden und im Vergleich dazu nur 28 Milliliter bei Erdbeeren aus der Region, überrascht Nicola Starck (19) und Kristin Mahrt (18).„Das hätten wir nicht gedacht“, so die Schülerinnen. In Gruppen sollten sie in einem Satz ihre Empfehlungen für den Klimaschutz anhand der Exponate zusammenfassen. Ihr Fazit: „Mehr Obst und Gemüse aus der Region, damit weniger Erdöl verbraucht wird.“

 

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erstellt am 17.Nov.2015 | 05:07 Uhr

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