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Eckernförder Zeitung

18. Dezember 2017 | 00:25 Uhr

Fällarbeiten : Kleinholz für den Windpark

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mehrere Pappeln wurden am Kanal gefällt

von
erstellt am 21.Mär.2015 | 06:34 Uhr

Holtsee | „Völlig überrascht“ waren Sehestedts Bürgermeisterin und etliche Bürger. Wenn sie jetzt auf der L  293 Richtung Bovenau fahren, herrscht am östlichen Horizont gähnende Leere. Dort, wo bisher eine gerade Reihe hoher Bäume am Ufer der Eider wuchs, hat Kahlschlag für eine ungewohnte Silhouette gesorgt. Mit Empörung reagierten etliche Bewohner der Kanalgemeinde – doch Bürgermeisterin Rita Koop ist die falsche Adresse für eine Beschwerde. Das Gelände gehört der Windpark Osterrade GmbH und liegt auf Bovenauer Gemeindegebiet. Hier hatte man Kenntnis von der genehmigten Maßnahme, denn sie Bestandteil des Bebauungsplans Nr. 3. „Dieser ist öffentlich ausgelegt worden“, erklärt Falk Hurrelmann, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises auf Nachfrage – aber eben in Bovenau. Die Informationen über die Pappelabholzung ist irgendwo auf der fünf Kilometer-Distanz zwischen den Orten auf der Strecke geblieben.

Die Stämme der rund 80 Jahre alten Bäume werden dieser Tage abtransportiert. Aus wirtschaftlicher Sicht sind sie nicht nutzbar. „Pappelholz können Sie nicht mal verheizen“, sagt Hurrelmann. Es eignet sich einzig zur Streichholzproduktion, und dafür waren die Pappeln damals auch gepflanzt worden. Heute werden Streichhölzer jedoch in China hergestellt. Auch an der Schleuse in Kluvensiek sind Pappeln gefällt worden, erklärt Hurrelmann. Allerdings über einige Jahre verteilt. Dort werden sie durch die heimischen Erlen ersetzt.

An der Eider sind ebenfalls Neupflanzungen vorgesehen, erklärt der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. Stiel- und Roteichen, Hainbuchen sowie diverse Sträucher sollen es sein. Bezahlt werden sie von der Windpark Osterrade GmbH. Werden nicht zu junge Pflanzen gesetzt, kann die Silhouette bereits in zehn Jahren wieder der gewohnten ähneln. Gefällt wurden die Pappeln als Ausgleichsfläche für den Windpark, der schon seit 2001 existiert und seit und jetzt erweitert wird. Die betroffene Fläche sei mit 2,4 Hektar relativ gering. Und die Neubepflanzung sieht Hurrelmann positiv, weil sie – im Gegensatz zu den Pappeln – keine Monokultur ist.

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