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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 21:19 Uhr

Kleingärtnerverein steht vor Zerreißprobe

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hauchdünne Mehrheit für Hermann Brütt gegen seinen Herausforderer Uwe Bengius / Brütt will Schwarzbauten konsequent abreißen / Beitragsaußenstände von 10 000 Euro / Gartenkaution im Gespräch

von
erstellt am 31.Mär.2015 | 06:35 Uhr

Die Beteiligung an der Jahreshauptversammlung des Kleingärtnerverein Eckernförde übertraf alle Erwartungen: 142 Mitglieder kamen am Freitagabend ins Stadthallenrestaurant. Grund: Es stand die Wahl des 1. Vorsitzenden. Der 2. Vorsitzende Uwe Bengius forderte den Amtsinhaber Hermann Brütt heraus. Bernd Naujoks, Kleingarten Kreisvorsitzender Rendsburg-Eckernförde, mahnte: „Ich hoffe, dass diese Wahl den Verein nicht in zwei Lager spaltet.“ Während Brütt seinen Ausblick auf die Vorhaben der nächsten Jahre knapp hielt, hatte Bengius eine lange Rede vorbereitet. Tenor: Brütt setze auf Altbekanntes und wenig Veränderungen, während er Neuerungen durchsetzen wolle. Nach der geheimen Wahl entfielen 70 von 134 Stimmen auf Hermann Brütt, 63 auf Uwe Bengius, es gab eine Enthaltung. „Ich verspreche, dass wir vom Vorstand in Zukunft keine Alleingänge mehr machen werden“, erklärte Brütt.

In seinem Jahresbericht hatte Brütt zuvor den Obleuten der 14 Kleingartenkolonien für ihren Einsatz gedankt. „Ohne euch würden wir im Vorstand nicht zurechtkommen.“ Dafür gab’s großen Beifall. 600 Mitglieder und 800 Gärten kann der Kleingärtnerverein aktuell vorweisen. Doch es gab nicht nur Positives zu berichten. Ein Problem stelle die Vergabe der Gärten auf der rechten Seite des Schulweges dar, die zur Kolonie Süderhake I gehören. In einem Brief des Bürgermeisters wurde darum gebeten, diese nicht wieder zu vergeben, da die Ausweitung des Noorwanderweges geplant sei. Weiterhin dürfen bestimmte Gärten in der Süderhake II nicht neu belegt werden, da der Schilfstreifen bestehen bleiben müsse. Ein finanzielles Problem, da die Pacht für die leerstehenden Gärten trotzdem an die Stadt gezahlt werden müsse. Ein großes Problem seien außerdem die Wildschweine in der Süderhake II. „Die fühlen sich dort sauwohl“, so Brütt. Man müsse sich um eine Problemlösung, eventuell die Errichtung von weiteren Zäunen bemühen. Der 1. Vorsitzende ging auch auf einen anstehenden Gerichtstermin ein. „Es ist das erste Mal, dass wir wegen Nichtvergabe eines Gartens auf Schadensersatz verklagt werden.“ Ein härteres Durchgreifen kündigte der Vorsitzende für nicht genehmigte Bauten an. „Es wird immer mehr schwarz gebaut. In Zukunft werden diese Bauten sofort abgerissen.“ Auch für die Haltung von Kleintieren auf dem Gelände sei eine Genehmigung durch den Vorstand nötig. Außerdem mahnte Brütt: „Wir verlangen eine artgerechte Haltung.“ Positiv anzumerken waren die Platzierungen der Gärten im Wettbewerb. In der Koloniewertung habe die Kolonie Steenbarg den 2. Platz und die Kolonie Sauerstraße den 3. Platz im Kreiswettbewerb belegt.

Rechnungsführer Sönke Jensen wies auf die Problematik nicht bezahlter Mitgliederbeiträge hin. „Wir haben bis heute noch 101 säumige Zahler. Das macht knapp 10  000 Euro, die uns in der Kasse fehlen.“ Dies sei unter anderem auch auf nicht aktuelle Adressen zurückzuführen. Diese Zahlen sorgten für großen Unmut und lange Diskussionen. Der Vorschlag über die Einführung eines Lastschriftverfahrens konnte nicht abschließend geklärt werden.

In der Aussprache wurde die Diskussion erneut hitzig. Vor allem das Thema verlassene Gärten ließ die Gemüter hochkochen. Es würde immer wieder unaufgeräumte und ungepflegte Gärten zurückgelassen, deren Entsorgung dann der Verein zahlen müsse. Der Ruf nach einer Kaution für alle Gärten wurde laut. Während die Versammlung diesem Vorschlag positiv gegenüberstand, war der Vorstand nicht überzeugt. Verwaltungsaufwand und Rechtssicherheit müssten geklärt werden.

Winfried Kühl wurde als 1. Beisitzer wiedergewählt. Alexandra Karlsdorf übernahm für Manfred Zuther den Posten in der Schiedsstelle. Fachberaterin Sylke Radicke trat ebenfalls aus persönlichen Gründen zurück, Helga Voigt wurde zu ihrer Nachfolgerin gewählt.

Die Ehrungen für die besten Einzelgärten 2014 gingen an Tanja Pitschugin, Hans-Joachim Buse, Ernst Rahe, Johannes Clausen, Dietrich Kühl, Michael Hempel, Friedrich-Peter Gellusch, Natalja Kisel, Jürgen Förster, Barbara und Dieter Kowalewski, Gerhardt Timm, Karl-Heinz Büsing, Hans-Peter Clement und Burghardt Bathke. Weiterhin wurde der Johannes-Weidemann-Gedächtnispokal und die Auszeichnung „Kleingärtner des Jahres 2015“ vergeben. „Es soll ein Kleingärtner ausgezeichnet werden, wie man ihn sucht“, so Brütt. „Wir wollen auch die ehren, die richtig etwas in die Hand nehmen.“ Dazu gehört Elsbeth Buhs, die seit 30 Jahren in der Kolonie Ekholt ihren Garten hat und dort auch Obfrau ist. Unermüdlich sei ihr Einsatz gewesen, mit dem sie die Kolonie wieder aufgebaut hat, die eigentlich Bauland werden sollte. Tatkräftig unterstützt wurde sie dabei von Helga Phillip.




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