Kleingärten: Der Nachwuchs fehlt

Wunderbar gepflegt: Ein Kleingarten mit Holzmöwen und  Nistkästen für die heimische Vogelwelt.  Foto: Klatt
Wunderbar gepflegt: Ein Kleingarten mit Holzmöwen und Nistkästen für die heimische Vogelwelt. Foto: Klatt

13 Stunden im Einsatz - am Sonnabend wurden die Eckernförder Kleingärten von Experten unter die Lupe genommen. Es gilt, kreisweit die schönsten unter ihnen herauszufinden.

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15. Juni 2009, 09:35 Uhr

Eckernförde | 14 Kleingartenanlagen mit 740 Gärten - die Fachberater Klaus Brockmann, Adolf Wergihn und Stephan Behncke sowie Edmund Köpke hatten sich für den Sonnabend viel vorgenommen. Sie waren auf der Suche nach dem schönsten Kleingarten.

Nach Angaben von Vereinsvorsitzendem Hermann Brütt sind derzeit 1750 Mitglieder in den Kleingartenanlagen des Kreisgebietes gelistet, diese verteilen sich auf 41 Anlagen, 15 in Rendsburg, 14 in Eckernförde, sowie jeweils sechs Anlagen der Landvereine auf den beiden Seiten des Nord-Ostsee-Kanals.

Es gilt die so genannte Drittelregelung, nach der sich ein Kleingarten in Nutz-, Zier- und Erholungsteil aufgliedern muss. Doch wird diese Regelung flexibel gehandhabt - das Gesamtbild der Kolonie muss am Ende stimmen. Jede Kolonie wie beispielsweise die in Wilhelmsthal, zu der 64 Kleingärten gehören, wird einzeln für sich, jedoch letztlich im Gesamtbild bewertet. Daraus wiederum werden die schönsten Einzelgärten für die Endbewertung als Kreissieger ermittelt. Es gibt also quasi eine "Mannschaftswertung" für die schönste Kleingartenkolonie als auch eine Einzelwertung in der jeweiligen Anlage sowie einen Gesamtsieger aller Kreis-Gärten, die zu bewerten sind.

Für die Beurteilung der Gärten in Eckernförde war ein ganzer "Besichtigungstag" angesetzt, mit Beginn um 8 Uhr morgens und einem Ende gegen 21 Uhr. "Da kriegt man schon mal runde Füße", meinte Hermann Brütt lachend. Die Prüfer hatten einen Bewertungsbogen mit Kriterienkatalog dabei, die Eckpunkte wurden systematisch abgearbeitet, wobei der kompetente Blick des Kenners schnell den Zustand des Gartens erfasste, auch der Gesamteindruck der Gartenkolonie Wilhelmsthal, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist, wurde gebührend in Augenschein genommen. Einige Gartenpächter waren anwesend, und die Anlage machte wie Edmund Köpke feststellte, insgesamt einen guten und sehr gepflegten Eindruck: "Eine sehr schöne Anlage, der Überblick begeistert, und wir haben diverse Kandidaten für den schönsten Einzelgarten vorgemerkt."

Die Flaggen in der Anlage waren auf Halbmast gesetzt, um an den verstorbenen Obmann Günter Dubil zu erinnern, dessen ebenfalls sehr gepflegter Garten von der Witwe weitergeführt wird. "Wir sehen uns als Natur- und Umweltschützer", erklärte Brütt. So sollten Hecken nicht vor Johanni heruntergeschnitten werden, da bei gutem Sommerwetter die Vögel bis zu drei Mal brüten würden. Hermann Brütt wies außerdem auf die Bedeutung der Gemeinnützigkeit hin. Ohne die Zusammenarbeit mit der Stadt und deren Entgegenkommen wären kaum die niedrigen Pachten möglich. Allerdings fehle der Nachwuchs: "Viele junge Familien geben zu schnell auf," bemängelten die anderen Fachleute, denn Kleingärten erfordern einige Arbeit, damit sie den erforderlichen Erholungsaspekt erfüllen. Wieder andere wollen keine Nutzgärten anlegen. Letztlich müssten auch die Lauben den Auflagen entsprechen.

Die Preisverleihung erfolgt im Oktober im Vereinsheim. Die Bewertungstour wird noch bis Anfang Juli fortgesetzt. Bei Fragen und Problemen steht Hermann Brütt mit Auskünften zur Verfügung, 04351/444 01 oder 0173/ 403 81 01.

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