Kleinfischer im Netz der Bürokratie

Der Vorsitzende Wolfgang Albrecht (2. v. r.) mit den Ehrengästen (v.l.) Kerstin Metzner, Martin Rucinski, und Ulrike Rodust.
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Der Vorsitzende Wolfgang Albrecht (2. v. r.) mit den Ehrengästen (v.l.) Kerstin Metzner, Martin Rucinski, und Ulrike Rodust.

Fischereischutzverband Schleswig Holstein e.V. beklagt zunehmende Dokumentationspflicht, Fangquoten und -verbote

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19. Februar 2018, 06:32 Uhr

Eckernförde | Fischer haben es nicht leicht. Auch wenn sie auf See ständig der Kälte und anderen Widrigkeiten trotzen, sind die wahren Probleme der Fischer an Land zu finden. Fangquoten und Bürokratie bedrohen vor allem die Kleinfischer. Um den vielen Kleinfischern eine Stimme zu geben, gibt es den Fischereischutzverband Schleswig Holstein e.V.. Am vergangenen Sonnabend fand die Jahreshauptversammlung des Verbands mit einigen besonderen Gästen im Restaurant des Segelclub Eckernförde statt.

Hauptthemen waren an diesem Tag die Fangquote von Dorsch und Hering, Fangverbot für Aale und die Wahl des Vorsitzenden. Etwa 50 Einzelmitglieder und Delegierte der Fischereivereine Flensburg, Strande, Friedrichskoog und das Fischereiamt Dahme waren anwesend.
Besondere Gäste waren die SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust, die fischereipolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Kerstin Metzner, sowie Martin Rucinski, der Nord- und Ostseekoordinator der Organisation „Low Impact Fishers of Europe“, die sich für die Belange der Fischer auf Europaebene einsetzt.

Doch bevor es daran ging, sich näher mit der Thematik der verschiedenen Fangquoten zu befassen, galt es einen neuen 1. Vorsitzenden des Fischereischutzverbandes Schleswig-Holstein zu wählen. Wie nicht anders zu erwarten, fiel die Wahl erneut auf den bisherigen Vorsitzenden Wolfgang Albrecht, der das Amt bereits seit 1986 bekleidet. Für seinen Vortrag über die Situation der Fischerei in Schleswig-Holstein hatte sich Albrecht etwas Besonderes ausgedacht. Statt eines trockenen Vortrags mit Power-Point-Präsentation trug der 1. Vorsitzende ein langes Gedicht in Reimform vor. Themen waren die mangelnden Lösungsansätze der Politik für Probleme wie den Rückgang der Dorschpopulation, der Aufruf zu neuen Ideen, die vielen Kontrollen für Kleinfischer sowie das geringe Angebot von heimischem Fisch in den Läden.

Auch Ulrike Rodust ist sich der wichtigen Rolle der Politik durchaus bewusst. Sie berichtete den Fischern über ihre Arbeit und ihre Bemühungen für eine intakte, funktionierende Fischerei im Europaparlament. Die europäische Fischereipolitik sei ihr wichtig. „Viele fragen sich vielleicht, ob man eine gemeinsame, europäische Fischereipolitik überhaupt braucht. Aber Fische kennen keine nationalen Grenzen“, sagte Rodust. Deshalb sei es besonders wichtig, eine gute europäische Fischereipolitik zu betreiben. Die Fischbestände müssten erhalten werden und die gewerbliche Fischerei dürfe nicht sterben, erklärte Ulrike Rodust.

Sowohl für Fischer als auch für Naturfreunde bleibt zu hoffen, dass sich dringend notwendige Lösungen finden lassen, damit sich die Fischbestände erholen können. Denn ohne Fisch gibt es auch keine Fischer.

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