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Modernisierung der Radarstation Brekendorf : Kleiner, leichter und viel effektiver

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bei der Radarstation in Brekendorf wurde gestern die neue Kuppel montiert / Neue Technik soll im Februar 2015 in Betrieb genommen werden.

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erstellt am 05.Nov.2014 | 09:45 Uhr

Es ist zur Zeit die höchste Baustelle der gesamten Region. Die Radarstation auf dem Lehnsberg in Brekendorf hat gestern ihre neue Kuppel, das Radom, erhalten, nachdem bereits vor wenigen Wochen die Phaser-Array-Antenne von der französischen Firma Thales auf dem 16 Meter hohen Rumpf der Radarstation installiert wurde. Die Bundeswehr modernisiert nach und nach die Luftraumverteidigung mit Langstreckenradaren vom Typ Ground Master GM 406F. Bundesweit werden sechs veraltete Medium-Power-Radar-Systeme ausgetauscht werden. Eines davon in Brekendorf. In Auenhausen (Kreis Höxter) ging im Juli 2013 die erste Anlage in Betrieb. Weitere Systeme sind auf einer Nord-Süd-Achse in Visselhövede in Niedersachsen, Erndtebrück in Nordrhein-Westfalen, Lauda-Königshofen in Baden-Württemberg und Freising in Bayern installiert.

Am 12. Mai wurde in Brekendorf die Radarstation für die umfangreiche Umrüstung abgeschaltet (wir berichteten). „Zeitgleich werden die Überwachungsaufgaben durch die verbliebenen Radargerätestellungen wahrgenommen“, sagt Radartruppführer Thomas Weitz.

„Die alten analogen Systeme sind über 40 Jahre alt“, sagt Leutnant und Projektoffizier René Budde. Das neue digitale Großraumradar erfasse wie sein Vorgängermodell einen Radius von 480 Kilometern. „Und das bei geringerer Sendeleistung“, betont Budde. Die Spitzenleistung liegt bei 26 Kilowatt, früher habe sie sich im Megawattbereich bewegt. Am Auftrag des vom Mutterhaus in Erndtebrück bei Siegen „Abgesetzten Technischen Zuges 245“ in Brekendorf, den Luftraum über der Bundesrepublik Deutschland zu überwachen, ändere sich nichts. In bis zu 480 Kilometer Entfernung werden sämtliche Flugobjekte erfasst und per Sekundärradar identifiziert. Die Daten werden ins militärische Radarnetz eingespeist und ergeben mit denen aus den übrigen auf Deutschland verteilten Systemen ein komplettes aktuelles Luftbild.

In den 90er Jahren verschwand die erste der drei Kuppeln aus dem Landschaftsbild, 2010 die zweite. Drei Kuppeln waren erforderlich, um Höhe, Richtung und Geschwindigkeit der Flugobjekte berechnen zu können, mittlerweile reicht ein Radargerät. Da bleibt kein Flieger unentdeckt.

Mehrfach musste gestern Kranführer Frank Taube den Aufbau der 1,3 Tonnen schweren Kunststoff-Schutzkuppel absagen – „zu windig“. Gegen 15 Uhr gab er dann grünes Licht und manövrierte die Kuppel, die im Durchmesser zwölf Meter misst, über die Antenne. Zum Vergleich: das Vorgängermodell hatte einen Durchmesser von 18 Metern. Verschrottet werden soll sie aber nicht. Die Antenne soll im Luftwaffen-Museum in Berlin-Gatow wieder aufgebaut werden“, sagt Stabsfeldwebel Weitz.

Die Modernisierung der Radarstation umfasst neben Antenne, Technik und Kuppel auch eine komplette Entkernung und Sanierung der Gebäude. Die Fassade wurde neu gemacht, in den Räumen geben sich die Gewerke die Klinke in die Hand. „Wir erhalten erstmals sanitäre Anlagen für Frauen, sagt Budde. Drei der insgesamt 37 Soldaten und zivilen Angestellten sind weiblich.

Im Februar 2015 soll das neue Radargerät in Betrieb genommen werden. In der Zeit danach wird das Personal in Brekendorf reduziert. Bislang ist die Station 24 Stunden lang, sieben Tage in der Woche besetzt. An der Luftraumüberwachung rund um die Uhr wird sich auch nichts ändern, allerdings werden ab 1. Januar 2017 nur noch an fünf Tagen in der Woche, jeweils 16 Stunden lang, Mitarbeiter vor Ort sein.

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