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Fünf GEmeinden – Ein Gottesdienst : „Kleiner Kirchentag“ im Wohld

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Regionalgottesdienst greift Motto aus Stuttgart auf und sorgt für eine voll besetzte Dietrich-Bonhoeffer-Kirche

Schilksee | Einmal im Jahr bleiben sonntags die meisten Kirchentüren im Dänischen Wohld verschlossen – bis auf eine. Nämlich die, hinter welcher der Wohld-Gottesdienst stattfindet, den alle Wohld-Gemeinden gemeinsam feiern. Am Sonntag war es die Gemeinde Schilksee / Strande, die den mittlerweile fünften Regionalgottesdienst ausrichtete. Lediglich die Kirchengemeinde Osdorf fehlte. Pastor Thomas Heik feierte nach seiner Rückkehr aus Schleswig, wo er für ein gutes halbes Jahr vertretungsweise als persönlicher Referent von Bischof Gothard Magaard tätig war, am Sonntag seinen ersten Gottesdienst mit seiner Gemeinde, der als Scheunengottesdienst seit längerem geplant war, erklärte Pastor Peter Scharfenberg aus Schilksee. Und so zelebrierten Pastorin Ursula Strohecker aus Krusendorf und ihre Kollegen Dirk Große (Altenholz), Frank Boysen (Gettorf), Peter Kanehls (Dänischenhagen) sowie Peter Scharfenberg und Harry Meyer (Schilksee/ Strande) den Gottesdienst und sorgten mit ihren Gemeinden für eine volle Dietrich-Bonhoeffer-Kirche.

In Anlehnung an den Kirchentag in Stuttgart hatte man das Motto „Damit wir klug werden“ gewählt, weshalb Peter Scharfenberg den diesjährigen Wohld-Gottesdienst auch als „kleinen Kirchentag im Wohld“ bezeichnete. Neben Texten und Versen zum Thema Klugheit, die Dirk Große zusammen mit Ehefrau Angela Huber-Große las, referierte Pastor Scharfenberg über die „klügsten Entscheidungen der Woche“, wobei er neben dem Kirchentag und Holstein Kiel insbesondere auf den G7-Gipfel auf Schloss Elmau einging und hierbei auch Helmut Schmidt zitierte, für den die Gipfelwelt 1975 noch in Ordnung war, der aber die Gipfel mittlerweile als „maximalen Aufwand mit minimalem Ergebnis“ bezeichnete. „Wir können gespannt sein, ob der heutige Gipfel nur Wichtigtuerei ist oder ob er von Klugheit zeugen wird“, so Scharfenberg. Und weiter: „Probleme erkennen, Lösungen suchen, handeln und Probleme lösen – so einfach ist Klugheit“.

Nach Scharfenbergs Beitrag, der nicht nur zum Nachdenken anregte, sondern auch durchaus humorige Passagen enthielt, griff Pastor Frank Boysen, der sich während des Gottesdienstes auch um die Technik kümmerte, zur Gitarre. Gemeinsam mit Svea (17), Filine (17), Paulina (14), Irina (17), Phillip (20) und Lukas (16), allesamt von der Kirchengemeinde Gettorf, setzten sie sich musikalisch und schauspielerisch mit den Themen Klugheit und Dummheit auseinander. Und auch hier sah man die Besucher schmunzeln oder lächeln. Etwa wenn Phillip mit der Bierflasche in der Hand Richtung Altar schwankte, Irina als „leichtes Mädchen“ sich den älteren Herren unter den Besuchern mehr oder weniger an den Hals warf oder Lukas als Denunziant mit Kamera und Notizblock kopfschüttelnd die Besucher beobachtete. Musikalisch begleitet wurde der Wohld-Gottesdienst an der Orgel von Gettorfs Kirchenmusikerin Julia Uhlenwinkel sowie Mitgliedern der Posaunenchöre der Gemeinden.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es Gelegenheit, sich vor der Kirche auszutauschen, und mit Kaffee und Kuchen oder auch Bratwurst vom Grill sowie alkoholfreien Cocktails von „JiMs Bar“, dem Projekt „Jugend im Mittelpunkt“, sorgten Gemeindemitglieder auch für das leibliche Wohl der Gäste. Und das Ganze auf dem endlich sanierten Vorplatz in Schilksee. Im letzten Jahr in Krusendorf stand die Veranstaltung unter dem Motto „Wovon träumst du?“. Die Schilkseer träumten damals unter anderem von der Sanierung ihres maroden Vorplatzes – ein Traum, der sich erfüllte. „Wir sind glücklich, dass wir den neuen, einladenden Platz, der barrierefrei ist und bei dessen Sanierung auch der Kostenrahmen eingehalten wurde, heute mal präsentieren können. Durch ihn wird die Kirche nicht nur baulich, sondern auch symbolisch geöffnet“, freute sich Peter Scharfenberg.

Und in einer Hinsicht ist man auch schon während des Gottesdienstes klüger geworden: Das gute alte Gesangsbuch hatte ausgedient, war nicht mehr nötig. Alle Liedtexte wurden per Beamer an die Wand über dem Altar projiziert.

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