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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 22:04 Uhr

Theatertage : Kleine Wunder aus Holz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die 27. Figurentheater-Tage an Schlei und Ostsee starten am 7. März . 14 Vorführungen für Kinder

Es ist angerichtet: Im März steht die 27. Auflage der Figurentheater-Tage an Schlei und Ostsee an. Sieben Bühnen, 15 Termine, 13 Stücke, fünf Veranstaltungsorte – es sieht ganz danach aus, als könnte auch in diesem Jahr jeder Freund des besonderen Theaters etwas Bemerkenswertes im Programm für sich entdecken.

Traditionell richtet sich die Auftaktveranstaltung an das erwachsene Publikum. Das Theater con Cuore aus dem hessischen Schlitz bei Gießen eröffnet den Puppen-Reigen mit „Die furchtlosen Vampirkiller“ am Freitagabend, 7. März. Das eineinhalbstündige Stück basiert auf dem britischen Film „Tanz der Vampire“ von 1967. Regisseur Roman Polanski schuf damals eine kurzweilige Persiflage, die 30 Jahre später Grundlage eines erfolgreichen Musicals werden sollte. Und jetzt also die Puppen.

„Der Film hat uns schon immer fasziniert“, sagt Virgina Maatz vom Theater con Cuore. „Wir mussten ihn einfach ins Figurentheater übernehmen.“ Mit ihrem Ehemann Stefan P. Maatz spielt sie mit 80 Zentimeter großen hölzernen Tischfiguren, aber auch die Menschen selber tauchen in der Inszenierung auf. „Die Figuren und wir agieren als ein komplettes Ensemble“, kündigt Virgina Maatz an. Die Aufführung erfolgt im Übrigen entgegen der Ankündigung im Programmheft ohne Pause. „Wir wollen den Kreislauf nicht unterbrechen und das Publikum aus der Spannung herausreißen“, erklärt die Puppenspielerin.

Gleich am nächsten Tag widmet sich das Theater con Cuore dann mit „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ den Kindern. Allerdings, das gibt Virgina Maatz zu, entpuppte sich das Kinderbuch von 1967 als echte Herausforderung. „So viel Inhalt in 45 Minuten unterzubringen, war schwierig“, sagt die Hessin. Außerdem mussten Sprache und Wortwahl ins Heute transferiert werden. Mithilfe einer Drehbühne wollen die Puppenspieler schnelle Szenenwechsel garantieren und ein Tempo, das das junge Publikum weder langweilt noch überfordert. „Es ist entscheidend, die Kinder im Theater ernst zu nehmen und sie nicht in zu niedlicher Sprache anzusprechen“, sagt Maatz.

Mit „Wo die wilden Kerle wohnen“ wartet ein weiterer Klassiker auf die Kinder. Die Geschichte des US-Autors Maurice Sendak trumpft mit großen Gefühlen wie Tapferkeit und Mut auf, mit dem Figurentheater Neumond und dem Theater fensterzurstadt bringen es zwei Hannoveraner Bühnen gemeinsam nach Kappeln. „Eigentlich machen wir mehr Erwachsenen-Theater“, sagt Carsten Hentrich, Schauspieler vom Theater fensterzurstadt. Aber mit Christian Kruse vom Figurentheater Neumond habe er nun ein Kinderbuch gefunden, das beiden gefalle – „und ich glaube, damit sind wir nicht allein“. Dabei hat er sich mit „Wo die wilden Kerle wohnen“ gleich eine spezielle Herausforderung auferlegt, denn das Buch umfasst ausgesprochen wenig Text. Die Lösung ? „Bei uns funktioniert viel über Musik“, sagt Hentrich. Kruse spielt Gitarre, er selber gibt den Erzähler – „und wir fragen uns auch, wo der wilde Kerl in uns selber steckt“. Hin und wieder kann es daher im positiven Sinne laut werden auf der Bühne. Carsten Hentrich ist überzeugt, dass sein 50-Minuten-Stück durch eine wechselnde Dynamik auch eine ganze Kindergruppe in seinen Bann ziehen kann. „Und die Erwachsenen wundern sich hinterher immer, wenn sie entdecken, dass es auch für sie interessant war.“

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erstellt am 24.Feb.2014 | 06:47 Uhr

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