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Stimmen zur Wahl : "Kleine Sensation" in Eckernförde

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Die Reaktionen nach der Wahl in Eckernförde sind gemischt: Der Wahlsieger Bürgerforum spürt Verantwortung, die CDU hält ihr Wahlziel für erreicht.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 07:58 Uhr

Eckernförde | Freude und Genugtuung löste das Wahlergebnis bei den Mitgliedern des Bürger-Forums aus: Aus dem Stand 17,1 Prozent der Stimmen und fünf Mandate in der Ratsversammlung - das sei schon "eine kleine Sensation", sagte Spitzenkandidat Dr. Reinhard Jentzsch bei der Wahlparty mit rund 40 Gästen im Utgard. "Für mich ist das Ergebnis aber nicht so überraschend, mit vier bis fünf Mandaten hatte ich gerechnet", sagte er. Damit sei eine gewisse Verantwortung dem Wähler gegenüber verbunden, die das Bürger-Forum nun wahrnehmen wolle. "Personell sind wir mit vielen Mitgliedern, die im Hintergrund arbeiten, gut aufgestellt. Jetzt wird sich zeigen, wie gewichtig unsere Stimme für die Stadt ist."

Mit acht Sitzen in der Ratsversammlung ist die CDU weiterhin stärkste Fraktion. "Damit haben wir unser Wahlziel erreicht", zeigte sich die CDU-Spitzenkandidatin Karin Himstedt gestern Abend nicht unzufrieden. Fraktionsvorsitzende Katharina Heldt ergänzt: "Wie auch bisher müssen wir Partner suchen, um unsere Themen durchzusetzen. Die positive Entwicklung der Stadt muss weitergeführt werden. Wir wollen keinen Stillstand." Deshalb müsse weiter auf der Sachebene gearbeitet werden. Das Bürger-Forum mit seinem "unerwartet starken Abschneiden" (Karin Himstedt) habe einen Vertrauensvorschuss von den Wählern erhalten, den es nun erfüllen müsse. Heldt: "Jetzt können sie nicht einfach nur dagegen sein, sondern müssen Vorschläge vorlegen."

Sieben Wahlkreise direkt gewonnen zu haben, sieht die SPD als gutes Ergebnis, "aber dass unsere Fraktionsstärke trotzdem gelitten hat, freut uns nicht", so Fraktionsvorsitzender Martin Klimach-Dreger. Sieben Parteien in der Ratsversammlung machten es nicht einfacher, verlässliche Mehrheiten aufzubauen. Ortsvorsitzender Jörg Meyer zeigte sich enttäuscht: "Wir haben mehr erwartet durch unsere Arbeit und unsere Gespräche mit den Bürgern vor Ort." Die SPD habe keinen kommerziellen Wahlkampf geführt. Doch genau dieser habe wohl mehr Ausschlag gegeben. Das Abschneiden des Bürger-Forums, das Transparenz fordere, aber in den eigenen Reihen genau diese nicht praktiziere, sei sehr überraschend. Meyer: "Schade, dass der Bürger den Populismus und die Öffentlichkeitsarbeit annimmt." Seiner Meinung nach habe die Pressearbeit des Bürger-Forums einen großen Teil an dessen Erfolg.

Das Ergebnis der Grünen ist laut Fraktionsvorsitzendem Edgar Meyn "solide und gut". "Vier Sitze wollten wir haben, drei haben wir bekommen. Wir sehen uns in unserer Arbeit bestätigt." Interessant sei, dass sich die beiden großen Fraktionen wieder auf Augenhöhe befänden. Das Ergebnis für das Bürger-Forum sei "beeindruckend".

Auch der SSW war zufrieden mit den beiden erreichten Sitzen. "Besonders weil wir mit einem komplett neuen Team angetreten sind", so Spitzenkandidatin Sylvia Grabowski-Fillmer.

Als Verlierer stehen FDP und die Linke da. Beide haben jeweils nur noch einen Sitz. Als "Klatsche" bezeichnet FDP-Fraktionsvorsitzender Oliver Fink das Ergebnis. "Bei der Sitzverteilung müssen sich SPD und CDU vermehrt einigen. Und dann bleiben die kleinen Parteien auf der Strecke." Und auch Rainer Beuthel von den Linken war enttäuscht. Das schlechte Abschneiden seiner Partei liege allerdings im Landestrend.

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