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Neuer Reiseführer : Klein Wittenseer stellt 111 Orte am Kanal vor

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Autor Jochen Reiss stellt Reiseführer für den Nord-Ostsee-Kanal vor

von
erstellt am 24.Mai.2017 | 05:56 Uhr

Klein Wittensee | Mit dem Auto, auf dem Rad, zu Fuß und mit dem Schiff hat Jochen Reiss den Nord-Ostsee-Kanal erkundet und bereist, wie vermutlich nur wenige andere vor ihm. Aber vor allem bei der Fahrt mit dem Raddampfer „Freya“ von Kiel nach Brunsbüttel habe der 61-Jährige die Region als eine ganz besondere kennen gelernt. „Von Deck aus ist das eine ganz andere Perspektive“, sagt Reiss. Es sei beeindruckend, wie die Landschaft sich entlang der 98 Kilometer langen Strecke verändere. Auf dem Kanal sei immer Bewegung.

Heute erscheint Jochen Reiss’ Buch „111 Orte am Nord-Ostsee-Kanal, die man gesehen haben muss“. Es ist Reiss’ viertes Buch dieser Reihe. Er hat bereits 111 Orte in Kiel, Nordfriesland und dem Fünf-Seen-Land veröffentlicht. Das Manuskript mit 111 Reisetipps zu Göttingen hat er seinem Verlag jetzt vorgelegt.

Gebürtig im Kohlenpott lebte Reiss lange in Süddeutschland. Er war in der Chefredaktion der Münchner Abendzeitung, schrieb mehrere Bücher über die Herausforderungen seines Berufs und arbeitete in der Aus- und Weiterbildung von Journalisten an Instituten und Universitäten. Seit knapp drei Jahren lebt Jochen Reiss in Klein Wittensee, ein Buch über die Dörfer und Menschen um ihn herum zu schreiben, lag also nahe. Wie bei seinen anderen Reiseführern auch, musste er am Ende viele Orte, die er besucht und entdeckt hatte, wieder streichen. Natürlich schreibt der Autor über die Schleusen, die Eisenbahnhochbrücke, die Villa Hoheneck oder die knallgelben Rapsfelder, aber es gibt rechts und links des Kanals weit mehr spannende und faszinierende Orte. Der Kanal ist mehr als bloße Wasserstraße und so nimmt Reiss den Leser auf den rund 230 Seiten mit, um Unbekanntes und Geheimnisvolles zu entdecken. Auch die Fotos hat Reiss gleich mitgeliefert.

Großen Anteil bei seinen Recherchen hatten die Menschen, denen der Autor auf seinen Reisen begegnet ist. Diese waren mehr als bloße „Tippgeber“ gewesen. Mit ihren spannenden Geschichten wurden sie nicht selten selbst zu Protagonisten einiger Geschichten, die in dem Buch erzählt werden. „Die Geschichte von Hermann Kuhlmann war sehr bewegend“, erzählt Reiss. Kuhlmann war 1974 Obergefreiter bei der Bundeswehr und Augenzeuge des tragischen Fallschirmspringerunglücks über Sehestedt, bei dem sechs schottische Soldaten ums Leben kamen. Im Sehestedter Dorfmuseum wird an diesen Tag erinnert

Auch in Sehestedt fand Reiss auf dem dortigen Friedhof eine Bank, direkt am grab eines Erich Paulinski. „Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Kanal“, so der Autor. Ein Geheimtipp ich sicherlich auch die Copa Canala von Armin Gassen in Brunsbüttel – die einzige Strandbar am Kanal. Bei Reggaeklängen und Caipirinha entstehe richtiges Karibik-Flair und man könne hier ebenfalls wunderbar den Kanalblick genießen. Nahezu unglaublich war für Jochen Reiss die Geschichte von den angeblichen Plänen Adolf Hitlers, seine U-Boote im Wittensee abtauchen zu lassen.

Aber Jochen Reiss bleibt nicht nur unmittelbar am Kanal, sondern stellt auch etwas abseits davon gelegene Ziele vor, beispielsweise das Kunst-Café in Fleckeby, den Bistensee, den Kletterturm auf dem Aschberg oder die Orgel in der Tellingstedter Kirche, auf der Helmut Schmidt so gerne spielte.

Es sind nicht nur die großen, bekannten Attraktionen, sondern die kleinen, unscheinbaren, aber nicht weniger reizvollen Dinge, die den Autor ins Schwärmen geraten lassen und schließlich in den Reiseführer aufgenommen wurden.  

>„111 Orte am Nord-Ostsee-Kanal, die man gesehen haben muss“, Emons-Verlag, ISBN 978-3-7408-0133-5, 240 Seiten, 16,95 Euro

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