zur Navigation springen

Straßenschilder : Klein-Eckernförde im Seniorenhaus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Straßenfest im Seniorenhaus der Imland-Klinik / Flure wurden zur besseren Orientierung in Eckernförder Straßen umbenannt

shz.de von
erstellt am 18.Mär.2015 | 06:09 Uhr

Beim Rathausmarkt links geht’s in die Kieler Straße, die Treppe hoch und man steht vor der Schiffbrücke, wieder links und die Reeperbahn ist nicht weit. Straßenschildern sollen den Bewohnern des Seniorenhauses der Imland-Klinik bei der Orientierung helfen. „Gerade neue Bewohner haben in den ersten Tagen dabei Schwierigkeiten“, erklärte Einrichtungsleiterin Jana Koslowski. „Die Bewohner geben viel auf, wenn sie hier her kommen. Ein Stück ihrer Heimat finden sie in den Straßenschildern vielleicht wieder.“ Die Straßennamen seien Erinnerungen an ihre Jugend. Bei einem Straßenfest im Eingangsbereich – dem neuen Rathausmarkt – wurden die Schilder am Montag eingeweiht.

Das Seniorenhaus der Imland-Klinik zählt rund 140 Bewohner, 104 leben davon im Pflege- und 36 im Altenheim. Das Klientel habe sich stark verändert, so Koslowski. „Viele kommen erst dann zu uns, wenn die Pflege zu Hause gar nicht mehr möglich ist.“ Damit die Eingewöhnung möglichst schnell geht, sei es hilfreich, wenn sie Bekanntes im neuen Lebensumfeld wiederfinden, sagt Jana Koslowski. Zuvor sei die Bezeichnung der Gebäude und Flure kompliziert gewesen: Innerhalb der beiden Gebäude A und B gab es pro Etage die Flure A, B, und C. „Da bin ich selbst nach zweieinhalb Jahren, die ich jetzt hier bin, durcheinander gekommen.“ Flur B in der 1. Etage ist jetzt die Schiffbrücke, der Eingangsbereich im Haus Altstadt der Rathausmarkt. Nach dem Vorbild der Stadt Eckernförde und der beiden Stadtteile Altstadt und Borby wurden die Flure kurzerhand umbenannt. Haus Altstadt durchqueren nun zwölf Straßen – darunter die Fischerstraße, Reeperbahn oder der Jungfernstieg, im Haus Borby finden sich sechs Straßen. Einen Straßenplan in Anlehnung an die Architektur des Hauses gebe es auch, so die Einrichtungsleiterin. Die neue Beschilderung der Flure rege unter den Bewohner schon zu Gesprächen an. Plötzlich wohnt eine Bewohnerin auf der Reeperbahn, was sie sich vorher nie hätte vorstellen können.

Bei der Namensgebung haben sich die Bewohner aktiv beteiligen können, konnten Vorschläge einbringen und anschließend abstimmen. Die Abstimmungsergebnisse wurden den Bewohnern in der Hauszeitung „Blickpunkt“ mitgeteilt. Spitzenreiter mit 25 Stimmen war die Flaniermeile der Innenstadt – die Kieler Straße. Wie in der Innenstadt soll der Rathausmarkt auch im Seniorenhaus ein zentraler Ort sein, wo die Bewohner sich treffen und zusammenkommen können. „Der Eingangsbereich hatte schon ein bisschen Marktcharakter“, betont Jana Koslowski. Von hier haben es die Bewohner nicht weit zum Friseur oder ins Restaurant.

Die Beschilderung der Flure und Gebäude wurde durch eine Spende des Imland-Fördervereins möglich. Fritz Gey von „Fritz Gey Werbetechnik“ war für die Herstellung und das Design der Schilder zuständig. Bei der Gestaltung habe er sich an historischen Straßenschilder orientiert. Das Vorhaben hat die Einrichtungsleitung zuvor mit dem städtischen Ordnungsamt abgesprochen. Leiter Klaus Kaschke gab grünes Licht und „Klein-Eckernförde“ in der Schleswiger Straße stand nichts mehr im Wege.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen