Kleiderkammer : Kleidung für alle Zwecke: DRK hilft, wenn’s an Geld fehlt

Urgestein der DRK-Kleiderkammer: Annegret Wilms weiß genau, was wo in den Regalen liegt. Fotos: Hallstein
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Urgestein der DRK-Kleiderkammer: Annegret Wilms weiß genau, was wo in den Regalen liegt. Fotos: Hallstein

DRK-Kleiderkammer in der Gasstraße 8 ist gut sortiert / Bei Baby- und Kinderkleidung gibt’s Bedarf

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02. Juni 2015, 06:45 Uhr

Der Bedarf ist groß, der Warteraum zu allen Öffnungszeiten stets gut besucht. In der DRK Kleiderkammer gibt es passende Textilien für nahezu jeden Bedarf. Und der ist nicht nur aufgrund der aktuellen Flüchtlingszuwanderungen erheblich. Mal sind es ein paar Schuhe, Bett- oder Unterwäsche, eine Hose, Rock oder Handtücher, die benötigt werden. Aber auch wenige Spielsachen in geringer Auswahl können bei Bedarf ausgegeben werden.

Seit Mitte der neunziger Jahre gibt es die Kleiderkammer des DRK in der Gasstraße 8. Betreut wurden allein im vergangenen Jahr 872 Fälle mit insgesamt 11861 Kleidungsstücken. „Wir führen mit einer Kleiderkarte über jeden Empfänger Buch“, erläutert Annegret Wilms, die ihr Publikum kennt und auch schon mal jemanden wieder wegschicken muss, wenn der- oder diejenige in zu kurzer Zeit wieder vorspricht. Neun Helfer und Helferinnen leisten im Schnitt pro Jahr 1720 Stunden ehrenamtlich, denn neben der Ausgabe müssen angelieferte Textilien sortiert, eingeräumt und jahreszeitgerecht zwischengelagert und ausgetauscht werden.

„Uns fehlen besonders Babysachen und Kindergrößen bis Größe 128“, betont Wilms, die seit 1988 einmal in der Woche die Ausgabe betreut. Problematisch im Angebot seien auch die schmalem Figuren junger ausländischer Mitbürger, für die es in den gut sortierten Regalreihen einfach zuwenig Kleidungsstücke gibt.

Ist es in erster Linie Alltagsbekleidung, kommt es auch vor, dass mal etwas für einen festlichen Anlass gewünscht wird. „Für Männer haben wir da eine gute Auswahl an Anzügen, die kaum getragen wurden“, weiß DRK-Ortsverbandsvorsitzender Wolfgang Bachor. Deutlich schwieriger sei es bei den eher modebewussten Frauen.

Der Ausländeranteil bei den Kunden sei gestiegen, sagt Bachor. Damit es trotz Sprachbarrieren klappt, leistet ein selbstentwickeltes Blatt mit Piktogrammen gute Dienste. „Leider gibt es auch Missbrauch“, weiß Bachor und berichtet von einem Fall, wo die Kleidung nach Gebrauch nicht gewaschen, sondern einfach weggeworfen wurde. Auch seien manche Besucher wählerisch und weisen schon mal ein paar Schuhe zurück, wenn das Innenfutter leicht beschädigt ist oder die drei Streifen auf der Sportkleidung fehlten, so der DRK-Chef.

Neben der Grundversorgung mit Kleidung, die permanent umgeschlagen wird, gibt es auch eine eiserne Reserve, die nicht angerührt wird. „Die halten wir für Katastrophenfälle vor oder dient der Erstversorgung Beispielsweise bei Brandverlusten“, so Bachor.


>Die Öffnungszeiten der DRK-Kleiderkammer: dienstags 16.30 bis 18 Uhr, freitags von8.30 bis 11.30 Uhr

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