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MERH KUNDEN – MEHR ARBEIT : Kleiderkammer braucht dringend Verstärkung

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Durch den Flüchtlingsstrom ist die Zahl der Kunden und der Arbeit in der Kleiderkammer erheblich angestiegen. Ehrenamtliche Mitarbeiter werden deswegen dringend gesucht.

shz.de von
erstellt am 01.Mär.2016 | 05:50 Uhr

Die Mitarbeiter der Kleiderkammer des DRK-Ortsvereins Eckernförde brauchen dringend Verstärkung. Aufgrund des starken Zustroms von Flüchtlingen seit Mitte 2015 sind die neun Ehrenamtler mehr als gefordert. So wurden im vergangenen Jahr rund 15  000 Einzelteile an Asylbewerber und bedürftige Eckernförder ausgegeben. Stunden, die die Damen freiwillig und ohne Entgelt leisten – die Zeit für das Sortieren der gespendeten Kleidung ist in dieser Zahl noch nicht einmal berücksichtigt.

Jede der Mitarbeiterinnen arbeitet an einem normalen Ausgabetag rund sechs Stunden. An zwei Tagen pro Woche ist die Kleiderkammer geöffnet (dienstags 16.30 bis 18 Uhr, freitags 8.30 bis 10.30 Uhr). „Wir brauchen zur Aufstockung unseres Teams dringend Damen und Herren, die sich ehrenamtlich engagieren wollen“, sagt der DRK-Vorsitzende Wolfgang Bachor.

Die Kleiderkammer hält auf 50 Quadratmeter Fläche alles vor, was ein Mensch für die Bekleidung benötigt. Gespendete Wäsche muss vor Einlagerung auf den Regalen kräftig durchsortiert werden, denn nicht alles ist zur Weitergabe geeignet. „Es gibt ein Missverhältnis zwischen dem, was angeliefert wird und dem, was gebraucht wird“, so Wolfgang Bachor, „es gibt die Meinung, die Flüchtlinge müssten mit allem zufrieden sein – egal, was sie bekommen.“ Gleichwohl lobt Bachor die nach wie hohe Spendenbereitschaft der Eckernförder. Gebraucht werden immer Bettwäsche, Handtücher, Kinder- und Babybekleidung sowie kleine Herrengrößen.

Jeder neue Kunde erhält bei seinem ersten Besuch eine Bekleidungskarte, auf der Name, Herkunftsland, Anzahl der zu versorgenden Personen im Haushalt und die Ausgabe der einzelnen Kleidungsstücke notiert werden. Auf diese Weise behalten die Mitarbeiter die Übersicht und die Kontrolle über ihre Ware. Denn so mancher Kunde verlangt plötzlich vier Winterjacken. „Da kriegen wir in der Zeit noch erhebliche Probleme“, räumt der DRK-Vorsitzende ein. Gerade die jungen arabischen Männer verhielten sich in der Kleiderkammer teilweise „sehr anmaßend“.

Seit 30 Jahren engagiert sich Karin Stephan in der DRK-Kleiderkammer. Die 72-Jährige ist eine resolute selbstbewusste Frau, die wie ihre Kolleginnen Karin Kliefoth (73) und Ursel Groß (67) gelernt hat, auf solche Situationen zu reagieren. Sei es die Zurechtweisung arabischer Männer, die nicht in der Schlange stehen wollen, oder die Unterbindung von lautstarken Auseinandersetzungen unter den Flüchtlingen. „Da hilft manchmal nur ein lautes und bestimmtes Nein und der Fingerzeig zur Tür“, sagt Karin Stephan. „Es gibt bestimmte Situationen in der Kleiderkammer, da sollte man robust sein“, weiß auch der DRK-Vorsitzende um die Stärken seiner Mitarbeiterinnen.

Um Kommunikationsschwierigkeiten zu überbrücken, gibt es mittlerweile Karten auf Arabisch, die jedes Bekleidungsstück bildlich darstellen. Und doch kommt es zu heiklen Situationen – für beide Seiten. Zum Beispiel, wenn junge Männer Unterwäsche brauchen. „Für sie ist es auch schwierig, von Frauen bedient zu werden“, sagt Karin Stephan. Ein Tresen zwischen dem Team und den Kunden schafft da genügend Abstand, um die Persönlichlichkeitssphäre zu wahren.


>DRK Eckernförde, Gasstraße 8, Büro: dienstags 16 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags 8 bis 12 Uhr

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Tel. 04351/5889

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