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Schulabbrecher : Klassenziel noch nicht erreicht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

7,08 Prozent der Jugendlichen verlassen im Kreis die Schule ohne Abschluss. Damit ist die Quote der Schulabbrecher zwar rückläufig, aber der Schulrat will sich weiter für sinkende Zahlen einsetzen.

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erstellt am 03.Dez.2013 | 06:14 Uhr

Die schlechte Nachricht zuerst: Im Kreis Rendsburg-Eckernförde verlassen 7,08 Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss. Doch es gibt auch eine gute Botschaft: Die Zahl ist deutlich gesunken. Denn im Jahr 2009 lag die Quote noch bei 8,57 Prozent. Diese Daten liefert eine Studie des Caritasverbandes Schleswig-Holstein über Schulabbrecher.

„Wir sind froh, dass die Zahlen besser geworden sind“, kommentiert Schulrat André Berg die Ergebnisse der Caritas. Doch auch wenn der Trend überwiegend positiv ausfalle, sei das noch kein Anlass, sich zufrieden zurückzulehnen. Jeder Schulabbrecher sei einer zu viel. Die Gründe für ein Abbrechen der Schulausbildung seien vielfältig und nicht auf einen Nenner zu bringen. Auch die Autoren der Studie betonen die Komplexität des Problems. Einfache Lösungen gebe es nicht. Es sei eben ein Unterschied, ob ein Schüler ein Drogenproblem oder eine zu spät erkannte Rechtschreibschwäche habe.

Als ein Erfolgsmodell bei dem Bemühen, Schüler zu unterstützen, wertet André Berg die Schulsozialarbeit. Auch die Caritas-Studie zeige: Je früher gefördert wird, desto wirksamer. Dort, wo die Abbrecherquoten niedrig sind, werden Unterstützungsangebote zu einem Gesamtpaket geschnürt und erfassen den Schüler, aber auch seine Familie und Freunde. „Die Schulsozialarbeit muss noch weiter intensiviert werden“, fordert daher der Schulrat im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Einen weiteren Baustein im Konzept, die Abbrecher-Quoten im Kreis zu senken, liefert der Pädagoge Lorenz Gaede. Der Lehrer, der in Schacht-Audorf unterrichtet und Neuntklässler auf den Hauptschulabschluss vorbereitet, ist neben seiner Lehrtätigkeit auch für das Schulamt tätig. Lorenz Gaede ist Fachberater für Berufsorientierung. Das heißt, der Fachmann informiert die Lehrkräfte in den Schulen darüber, wie sie die jungen Leute bewegen können, einen Beruf zu erlernen. Der Experte vermittelt Kontakte zu Unternehmen, verweist auf Ansprechpartner und liefert Tipps.

„Wir können in diesem Bereich eine Menge bieten.“ Der Berater trifft auf offene Ohren: „Die Lehrer in den Schulen leisten tolle Arbeit und liefern wertvolle Ideen.“ Der Einsatz zahle sich aus: „Nach den Projekten zur Berufsorientierung kommen die Schüler viel motivierter in den Unterricht zurück.“

Gaede und Berg verweisen außerdem darauf, dass es im Kreis Rendsburg-Eckernförde an sechs Standorten sogenannte Flexklassen gibt. Das bedeutet: Schüler können ab der achten Klasse in drei statt in zwei Jahren auf den Hauptschulabschluss vorbereitet werden. „Die Schüler erhalten mehr Betreuung, mehr Zeit und ein besseres Coaching.“ Das Lernen werde individueller gestaltet. Das Ziel sei, dass jeder Schulabgänger mindestens einen Hauptschulabschluss in der Tasche haben sollte, um den Weg in die Arbeitslosigkeit zu verhindern. Allerdings warnt Lorenz Gaede vor Resignation, wenn der Abschluss nicht geschafft worden sein sollte: Der Anschluss sei damit nämlich noch lange nicht verpasst: „Es gibt noch viele offene Türen, durch die der Schüler gehen kann.“

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