zur Navigation springen

Klarinettenchor sorgt für Konzertereignis in St. Nicolai

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Probenwochenende des Klarinettenchors der Deutschen Klarinettengesellschaft mit Abschlusskonzert

von
erstellt am 15.Sep.2015 | 06:44 Uhr

Am Rande von Green Screen etwas unbeachtet, gab es am Sonntagmorgen ein besonderes musikalisches Highlight in der St.-Nicolai-Kirche zu erleben. Der Klarinettenchor der Deutschen Klarinettengesellschaft hatte eines seiner zwei alljährlich stattfindenden Probenwochenenden – initiiert und organisiert von Ulrich Lehna, Soloklarinettist und Musikpädagoge aus Altenholz, und Barabara Obermayer aus Kiel – ins Ostseebad vergeben. 33 Spielerinnen und Spieler aus ganz Deutschland mit Gästen aus der Schweiz und Island probten am Freitag und Sonnabend in der Schule am Noor für das Konzert am Sonntag. Die musikalische Leitung der Proben und des Konzertes lag in den Händen des Düsseldorfer Klarinettisten und Dirigenten Christof Hilger.

Doch was erwartet man von 33 Instrumenten aus der Klarinettenfamilie, die gleichzeitig spielen? „Eigentlich viel Krach und Durcheinander“ – meinte ein gespannter Zuhörer. Doch das Gegenteil war der Fall. Der Klarinettenchor der Deutschen Gesellschaft für Klarinette vereint die verschiedensten Instrumente aus dieser Instrumentenfamilie zu einem außergewöhnlichen Klangreichtum. Sie reicht von der kleinsten, höchsten Es-Klarinette über die lyrische B-Klarinette, die Alt- und Bassklarinette bis zur tiefen, riesigen, sonoren Kontrabassklarinette.

Schon die ersten Klänge der „Morgenstimmung“ aus der Peer-Gynt-Suite begeisterten das Publikum. „Ases Tod“, „Anitras Tanz“ und „In der Halle des Bergkönigs“ beschworen die Legendenwelt und die beeindruckende Natur Norwegens herauf. Das marcato des vierten Satzes ließ die Nicolaikirche förmlich erbeben.

Dann hatte sich Ulrich Lehna ein beachtliches Paket aufgeladen. Die Organisation des Wochenendes und die Bearbeitung der Peer-Gynt-Suite für Orchester waren ihm nicht genug: Er meisterte seinen Auftritt als Solist des Klarinettenchores mit dem „concertino für Klarinette und Orchester“ von Guiseppe Tartini in der Bearbeitung von G. Jacobs in vier Sätzen mit Bravour und brillierte mit seiner besonderen Spielart emotional berührend in den langsamen Sätzen und virtuos das Orchester anspielend und temperamentvoll betörend in den schnellen Sätzen. Im Anschluss spielte er mit seiner „Sing Your Soul“-Partnerin noch am späten Nachmittag ein gut besuchtes besonderes Konzert im imposanten Schleswiger Dom mit Werken von Johann Sebastian Bach und Astor Piazolla.

Dann wieder beeindruckend und tief bewegend der gesamte Klangkörper des Orchesters in den Werken von H.-A. Heinrichs „Lento aus Media Vita“ und Felix Mendelssohn aus der fünften Symphonie „Allegro vivace aus Reformation“.

Im von Paul Harvey in vier Sätzen komponierten Werk „El Torneo“ wurde ein Ritterturnier musikalisch authentisch in Szene gesetzt. Es glänzten besondere Instrumente wie die rund drei Meter lange, wie eine Destillationskolonne einer Chemiefabrik anzusehende Kontrabassklarinette, Kontraalt- und Bassklarinetten, die in den Tiefen der Klänge den Boden der Kirche und die Herzen des Publikums zum Vibrieren brachte.

Im Anschluss an das Konzert gab es nicht endenden Beifall von einem positiv überraschten, schwer beeindruckten Publikum, das gelernt hat, dass ein Klarinettenchor auf diesem Niveau einem Symphonieorchester leicht das Wasser reicht und perfekt im Klang zu harmonieren vermag. Mit dem dramatischen Satz in der „Halle des Bergkönigs“ als Zugabe endete das Konzert.






Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen