Standpunkt : Klares Signal

porträt kühl 1

von
27. November 2014, 06:13 Uhr

Die Stadtverwaltung hat ein deutliches Zeichen gesetzt: Die Willers-Jessen-Schule soll ein Ort für Kinder bleiben und zur zentralen touristischen Anlaufstelle werden. Krippe, Kindertagesstätte, frühkindliche Bildung auf der einen, Auskunft über freie Quartiere, Ausflugsmöglichkeiten und Veranstaltungen auf der anderen Seite. Dazu noch ein bisschen Kunst und Kultur für Jedermann zum Nulltarif. Diese Mischung war nicht unbedingt zu erwarten, sie hat aber Charme. Die Kinder bringen Leben in die Stadtmitte, die förmlich nach einer Verjüngungskur schreit. Die Touristik lockt ebenfalls viele Menschen ins Zentrum, die nur ein paar Schritte weiter Bücher kaufen oder ausleihen, einen Happen essen oder einen Einkaufsbummel starten können. Dass die favorisierten Einrichtungen beide der Stadt gehören, ist zwar Fakt, ändert aber nichts an der Sinnhaftigkeit der Entscheidung. Neben dem Argument der innerstädtischen Belebung ziehen auch die Einsparung von Mietausgaben für die frei werdende Kita im Jungfernstieg und die gastronomische Aufwertung der Stadthallengastronomie, die natürlich auch deshalb im Interesse der Stadt liegt, weil sie ihr gehört. Und schließlich fehlt eine überzeugende Alternative für die Nutzung der Willers-Jessen-Schule. Kino? Passé (gilt hoffentlich nicht für alle Tage und den Kinostandort Bahnhof), Hotel mit Edel-Gastro? Keine Interessenten. Alle anderen Tischvorlagen? Vage, ungewiss, unsinnig.

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