Kleine Forscher : Kita-Kinder erforschen die Welt von morgen

Auch die Großen haben Spaß am Experimentieren: (v.l.) Internatsleiter Dr. Peter Rösner, IHK-Geschäftsführer Jörg Orlemann und Georg Schäfer vom Vorstand der Volksbanken Raiffeisenbanken.
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Auch die Großen haben Spaß am Experimentieren: (v.l.) Internatsleiter Dr. Peter Rösner, IHK-Geschäftsführer Jörg Orlemann und Georg Schäfer vom Vorstand der Volksbanken Raiffeisenbanken.

Internatsstiftung erhält Genehmigung für Grundschule / 220 Kindergartenkinder bei Auftakt-Aktion des bundesweiten Tags der kleinen Forscher

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18. Juni 2015, 06:05 Uhr

Jetzt ist es offiziell: Die Internatsstiftung Louisenlund wird ihr Bildungsangebot mit Beginn des nächsten Schuljahres um eine Grundschule mit offenem Nachmittagsangebot erweitern. „Seit wenigen Tagen liegt uns die Genehmigung vom Ministerium vor“, sagte Internatsleiter Dr. Peter Rösner gestern beim Tag der kleinen Forscher auf dem Hof Louisenlund. Das pädagogische Konzept und die Finanzierung hätten die Behörden überzeugt. „Louisenlund wurde als optimaler Lernort bezeichnet“, berichtete Christina Birker. Sie ist die neue Rektorin der Grundschule und hat an mehreren Informationstagen Eltern über das neue Angebot informiert. „Sechs, sieben Anmeldungen liegen uns vor“, sagte Birkner. Die Schüler kämen aus dem Großraum Kiel, Eckernförde, Rendsburg und Schleswig. Bis zu 18 Schüler will die Stiftung für die erste Klasse aufnehmen. Plätze sind also noch frei. Der Elternbeitrag für die Halbtagsgrundschule beläuft sich auf 170 Euro. Alles Weitere, die Teilnahme an den Gilden, Mittagessen und Betreuungsangebote, kosten zusätzlich.

Was die Kinder an der Grundschule in etwa erwartet, davon konnten sich gestern rund 220 Kita-Kinder aus den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön und Kiel einen Eindruck machen. Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstützt pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei, den Forschergeist von Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter zu begleiten. Als Partner begrüßte die Stiftung gestern auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel und die Volksbanken Raiffeisenbanken Schleswig-Holstein. Im Mittelpunkt stand das forschende und entdeckende Lernen.

„Spielerisch sollen Kinder an Naturwissenschaften, Mathematik und Technik herangeführt werden“, sagte Jörg Orlemann, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Kiel, und ergänzte: „Passend zum Wissenschaftsjahr 2015 Zukunftsstadt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung dreht sich am Tag der kleinen Forscher alles um unsere Lebensräume in der Stadt und auf dem Land, und darum, wie sie sich in Zukunft verändern“.

Beim Mitmachtag konnten die Kinder ihre Lebensräume erkunden und machen die Welt zu ihrem Labor: Woraus sind zum Beispiel Häuser gebaut? Wie bewegen wir uns fort? Wie leben die Tiere in der Natur? Mit zahlreichen Experimenten kamen die Kleinen allerlei Geheimnissen aus ihrem Lebensumfeld auf die Spur. „Mit dem Konzept setzen wir auf die natürliche Neugier der Kinder“, so Peter Rösner. Man erlaube den Kindern, den eigenen Fragen nachzugehen, sie zu beobachten. Studien der Neurologie hätten gezeigt, sagte der Internatsleiter, dass ein Großteil des Gehirns bereits beim Eintritt in die Grundschule voll ausgebildet sei, insbesondere die Sprache und das Sozialverhalten. Daher sei es entscheidend, gute Pädagogen in Kitas einzusetzen.

Doch zurück zur neuen Grundschule: Dr. Peter Rösner sieht sich keineswegs als Gegner des öffentlich finanzierten Bildungswesens, im Gegenteil: „Es ist eine tolle Errungenschaft, etwas ganz Besonderes“, so Rösner. Doch das Niveau werde leider wenig hinterfragt. Er weist dabei vor allem auf die Klassengrößen von teils mehr als 30 Schülern hin. Doch das könne nur durch Investitionen in die Bildung geändert werden, und dann würden die Verteilungskämpfe beginnen. Sinn mache daher eine öffentliche-private Partnerschaft wie jetzt mit der IHK. „Eine Mischung aus privaten und öffentlichen Bildungseinrichtungen ist gut“, sagt Orlemann. Er unterstütze das innovative Grundschul-Konzept der Stiftung. „Neue Ideen können das ganze Bildungssystem nach vorne bringen“. 

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