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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 02:57 Uhr

Revensdorf : Kirchturmbrand war Initialzündung

vom

Revensdorf feiert 100 Jahre Feuerwehr. Gründung geht auf Großbrand in Gettorf zurück. Keine Sorgen um Zahl der Aktiven.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 07:25 Uhr

Revensdorf | Große Strohpuppen an den Ortseingängen von Gettorf und Rendsburg kommend kündigen es an: Die Freiwillige Feuerwehr Revensdorf feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum möchte man am Freitag, 24. und Sonnabend, 25. Mai gemeinsam mit Gästen und Bürgern groß feiern. Die Kameraden sind froh, zu diesem Anlass auch ihr neues Feuerwehrgerätehaus offiziell in Empfang nehmen zu dürfen, nachdem sich die für November vergangen Jahres geplante Übergabe verzögert hatte.

"Im Moment haben wir den Kopf noch voll", gesteht Wehrführer Joachim Niebuhr. "Es ist doch eine ganze Menge zu bedenken. Aber wir haben ein gutes Team, und vieles an Ideen für die Feier ist aus der Mannschaft gekommen." So wie die selbst gebastelten Strohpuppen, die Ausstellung alter Feuerwehrfahrzeuge oder der Auftritt der Mini-Feuerwehr Haby. Ganz besonders stolz ist man auf die zum Jubiläum neu erstellte Chronik der Wehr. Drei Jahre haben der stellvertretende Wehrführer Arne Jansen, Bernd Steffenhag, Heinz Stegelmann und Anneke Fröhlich gebraucht, um das unterhaltsam geschriebene, 80-seitige Werk mit zahlreichen Fotos, Protokollen und Einsatzberichten zu vollenden. "Es ist fast jedes Großfeuer darin beschrieben", zeigt Arne Jansen. "Das ist eins der Geschenke, die wir uns selber zum Jubiläum gemacht haben."

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Revensdorf wurde am 17. März 1913 beschlossen. Anlass war ein Großfeuer in Gettorf mit Kirchturmbrand am 15. Januar 1913. Der Einsatz zeigte, dass eine Freiwillige Feuerwehr, wie es sie in Gettorf und vielen anderen Orten gab, einer Zwangswehr hinsichtlich Ausrüstung, Einsatzbereitschaft und Ausbildung der Mitstreiter überlegen war. Das Wasser der Revensdorfer Spritze reichte nicht mal bis zur Kirchentür. Mit der Gründung traten sofort 28 Mitglieder der Wehr bei. Erster Wehrführer war Franz Langbehn aus Hennerode. Die Verwaltung vom Gut Lindau beschaffte die erforderlichen Ausrüstungsgegenstände und eine moderne Handdruckspritze, das Spritzenhaus wurde renoviert und um einen Turm zum Trocken der Schläuche erweitert. Der Jahresbeitrag der Kameraden betrug eine Mark, später zwei Mark, zahlbar in Raten. Doch nicht nur das ist in der Chronik nachzulesen. Auch Wissenswertes über die Wehrführer, die größten Einsätze, Ausrüstung und Gerätehäuser, den Umbruch der Wehr 1946-1950, als die Wehr in zwei Jahren 20 aktive Kameraden verlor, die Krise 1953, als der Rückhalt der Gemeindevertretung vermisst wurde, die Entwicklung der Mitgliederzahlen, Feste und Veranstaltungen. Heute umfasst die Revensdorfer Wehr 38 aktive und zehn Ehrenmitglieder. "Das macht unsere Wehr aus, dass so viel von der Mannschaft selber kommt", lobt Wehrführer Joachim Niebuhr das große Engagement seiner Kameraden. "Das gilt für ihre Einsatzbereitschaft im Dienst, zeigt sich aber auch im Stand der Mitglieder, wo viele Wehren wirklich Probleme haben."

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