zur Navigation springen

Renovierung : Kirchengemeinde kommt nach Hause

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Siesebyer Kirche wird nach einem halben Jahr Schließung und umfangreicher Sanierungen am 24. Dezember mit einem Familiengottesdienst zu Heiligabend wieder eröffnet. Die Gesamtkosten stiegen auf rund 800 000 Euro an.

Thumby | Die Zeit der Wanderschaft und des Wartens ist für die Mitglieder der Kirchengemeinde Sieseby fast vorbei. Nur noch ein paar Tage, und die Siesebyer Kirche steht nach ihrer umfassenden Renovierung und Sanierung wieder zur Verfügung. „Wir freuen uns sehr“, sagte Pastorin Kirsten Erichsen, die mit vielen Helfern noch in dieser Woche die Vorhänge, die Banksitzpolster und die Gesangbücher zurück in das Gotteshaus tragen wird. Nach fast sechs Monaten Sperrung und einer Gesamtinvestition von rund 800  000 Euro findet am Donnerstag, 24. Dezember, 14 Uhr mit dem Familiengottesdienst mit Krippenspiel zu Heiligabend wieder die erste Veranstaltung in der Kirche statt.

Schon von weitem wird dem Betrachter der Kirche klar, dass dort umfassende Arbeiten ausgeführt wurden. Das Dach strahlt in einer neuen Eindeckung und neuen Holzverschalungen. Nicht zu sehen, aber dennoch erneuert sind weite Teile des Dachstuhls. „Viel mehr Balken waren morsch und mussten ausgetauscht werden“, berichtete Erichsen von den Arbeiten am Gebälk. Die Außenwände des Baus wurden ebenfalls saniert. Risse wurden verschlossen und das gesamte Mauerwerk neu geweißt. Neu ist jetzt, dass die unteren Feldsteine, auf denen die Kirche gegründet wurde, nicht bemalt wurden. Im Gegenteil, die alte graue Farbe war entfernt worden, wie Erichsen berichtete. So bekomme die Kirche, die 1267 erstmalig in einer Urkunde des Bischofs in Schleswig erwähnt wurde, ein eigenes Gesicht.

Die Arbeiten an der Außenfassade in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege begann bereits ab April diesen Jahres. Und während außen schon die Gerüste standen, und die Fenster mit Pappe gegen Beschädigungen geschützt wurden, wurden innen noch Konfirmation und das Pfingstfest gefeiert. Doch ab 1. Juni war Schluss damit.Unter Bauleitung der Architekten Fröhler aus Windeby wurden in der Kirche die Marcussen Orgel und auch der Altar in Holzschränke eingebaut, damit die Stücke nicht durch Baustaub und Schmutz beschädigt wurden. „Wie ich jetzt hörte, hat die Orgel alles gut überstanden“, berichtete die Pastorin, das sei ihre und des Kirchenvorstands größte Sorge gewesen.

Im Innern der Kirche waren alle Wände und auch die Wandbilder gesäubert worden. Sorgen bereiteten der Kirchengemeinde die teils sehr großen Risse, die über den Bögen zum Altarraum und auch einer Nebeneingangstür im Mauerwerk waren. Prüfungen und in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Kirchenkreises ergaben glücklicherweise, dass die Risse nur oberflächlich waren. Absackungen des Mauerwerks konnten so ausgeschlossen werden. Die Risse wurden verfüllt und die Bereiche neu gemalt. Und wo man schon mal dabei war, wurden auch Ölbilder in der Kirche gereinigt. Der Unterschied zwischen gereinigt und vorher sei gewaltig, so Erichsen. Hier hätten die Restauratoren der Firma Erdmann und Ahrends aus Lauenburg, die die Innensanierung vornahmen, ganze Arbeit geleistet.

Die Liste der notwendigen Arbeiten war damit aber noch nicht abgeschlossen. So wurde nach reichlich Überlegung und Hin und Her auch noch die alte Heizungsanlage samt Öltank erneuert. Besonders die Steuerung musste ersetzt werden, so die Pastorin, da die alte nicht mehr fein genug einstellbar war. Nun könne das Klima in der Kirche wieder genau gesteuert werden, sagte Erichsen glücklich. Die Krönung aber, und ebenfalls zu Beginn des Jahres nicht einkalkuliert, war die Sanierung und Herrichtung der alten Turmuhr samt Stundenglocke. Die alte Uhr war bei den Dacharbeiten im Turm gefunden worden, ohne dass die Gemeinde wusste, was für ein Schätzchen das sei, wie Erichsen berichtete. Die Prüfung der Technik ergab, dass die Anlage noch funktioniert. Die Uhr wurde in erfahrene Handwerkerhände gelegt und soll im Januar wieder im Turm ihren Platz haben. „Auch wenn die Uhr zusätzliche Kosten verursacht, wir freuen uns sehr“, sagte Erichsen.

Angesichts zahlreicher zusätzlich entdeckter Schäden und unerwarteter Arbeiten stieg das Sanierungsbudget der Kirche von anfangs geschätzten 600  000 auf rund 800  000 Euro an. Auch wenn die Kirchengemeinde einen hohen Betrag aus der Baurücklage und der allgemeinen Ausgleichsrücklage selber trägt, viel Geld war die letzten Jahre gesammelt und zurückgelegt worden, so konnten auch einige Fördermittel eingeworben werden. So stellt der Kirchenkreis 348  600 Euro für die notwendigen, unabweisbaren Kosten des Projektes bereit, wie Erichsen mitteilte. Darüber hinaus gab es vom Land 95  100 Euro aus dem Investitionsprogramm Kulturelles Erbe sowie weitere 13  700 Euro sonstige Zuschüsse und Sponsorengaben.

Danken möchte die Kirchengemeinde ihren Nachbargemeinden. Die Zusammenarbeit und Unterstützung sei einfach sehr schön gewesen. So hätten sie mehrfach die Karbyer Kirche und auch die Riesebyer St. Petri-Kirche für Gottesdienste und andere Anlässe nutzen können. Angeboten worden war ihnen auch die Waabser Marienkirche, doch eine Nutzung ergab sich nicht. Viele gemeindliche Veranstaltungen fanden im Pastorat oder im Sommer im Garten des Pastorats statt. Danken möchte die Pastorin auch ihrem Kirchengemeinderat und vor allem dem Bauausschuss unter Leitung von Arneke Kellinghusen. Sie alle hätten sehr viel zu tun, damit das Projekt der Kirchensanierung gelingt. Und auch wenn alles gut organisiert war, so freuen sich doch alle, wenn wieder die vertraute Kirche im Ort zur Verfügung steht. Mit einem Dankgottesdienst soll die Kirche am Sonntag, 24. Januar 2016, 10 Uhr eingeweiht werden.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 16.Dez.2015 | 15:42 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen