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Eckernförder Zeitung

23. September 2017 | 13:06 Uhr

Zukunft : Kirchen gestalten ihre Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kirchengemeinden an Schlei und Ostsee bilden „Arbeitsgruppe Region Schwansen“ / Verbindliche Zusammenarbeit

von
erstellt am 19.Mai.2017 | 06:26 Uhr

Rieseby | Die Gesellschaft und die Menschen ändern sich – wie können sich darauf die Kirchengemeinden einstellen, wie können sie „die Zukunft in Schwansen gestalten“? Antworten dazu suchen die sechs Kirchengemeinden in Schwansen und an der Schlei, die sich zur „Arbeitsgruppe Region Schwansen“ zusammengeschlossen haben. Ergebnisoffen wird in fünf Aufgabengruppen nach Möglichkeiten gesucht, um kirchliche Angebote, auch unter anderen künftigen Bedingungen, in den Gemeinden langfristig zu erhalten. Ende 2018 will die AG, die durch Redlef Neubert-Stegemann (Pastor im Ruhestand) moderiert wird, ihre Ergebnisse vorstellen.

„Für den Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde hat die AG Modellcharakter“, sagt Propst Sönke Funck. Er ist zuversichtlich, dass der gestartete Prozess, der auf eine Initiative der Gemeinden zurückgeht, gute Ideen und auch Lösungsansätze erarbeiten kann. Da der Kirchenkreis auch die Zukunft im Blick hat und über die markanten Themen wie Pastorenstellen, Gemeindeglieder und finanzielle Rahmenbedingungen im Bilde ist, unterstützt der Kirchenkreis das Zukunftsprojekt personell und finanziell.

Für die beteiligten Pastoren, Kirchengemeinderäte und Gemeindeglieder in der Region ist die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung schon lange ein gelebtes Miteinander, wie Kirsten Erichsen, Pastorin aus Sieseby und Sprecherin der AG, erklärt. Die ersten gemeinsamen Schritte der Kirchengemeinden Borby-Land, Karby, Kosel, Rieseby, Sieseby und Waabs fanden bereits 1994 statt, als auf der Halbinsel Schwansen, zwischen Schlei und Eckernförder Bucht, Jugendtage organisiert wurden. Die Zusammenarbeit wurde durch die gemeinsame Ausbildung von Lektoren, gemeinsame Veranstaltungen und Gottesdienste stark intensiviert. 2001 wurde eine halbe Stelle für Trauerbegleitung, finanziert durch die sechs Kirchengemeinden, eingerichtet. Schließlich trafen sich die Kirchengemeinden wiederholt an runden Tischen, um über Kita-Fragen, Friedhof und Finanzen zu reden und gegenseitig Hilfestellung zu geben.

Diese lange Tradition und die positive Erfahrung der Zusammenarbeit gibt den AG-Mitgliedern das Gefühl, dass sie ohne Konkurrenzsorgen wichtige Themen von „Kirche morgen“ ansprechen können, wie Pastorin Almut Witt (Borby-Land) feststellt.

So wird eine Frage sein, „was ist Kirche“, wie Pastor Jörg-Michael Schmidt (Rieseby) feststellt. Welche pastoralen Aufgaben müssen geleistet werden, welche Aufgaben können aber vor dem Hintergrund von absehbar weniger Pastorenstellen nicht erfüllt werden.

So hat der Kirchenkreis auf der einen Seite mit kleiner werdenden Kirchengemeinden und auf der anderen Seite mit einem deutlichen Defizit an jungen Pastoren zu tun. Die Konsequenz ist, dass der Kirchenkreis und die Synodalen festlegten, dass 2500 Menschen (Kirchenmitglieder und ein Anteil nichtkonfessioneller Bürger) für eine volle Pastorenstelle, unabhängig im ländlichen oder im städtischen Bereich, nötig sind, erklärt Propst Funck.

Sollte es zu Pastorenwechsel kommen, müsse der neue Maßstab angelegt werden. In der Region werde mit Pastorenwechseln verstärkt Mitte der 2020-er Jahre gerechnet. Aufgrund geringer Gemeindemitgliederzahlen würden dann sicher zahlreiche Stellen halbiert. Für eine halbe Stelle einen Pastor zu gewinnen, sei aber ebenso schwer, wie eine Kirchengemeinde mit nur einer halben Stelle zufriedenstellend zu betreuen. Daher könne die AG hier Lösungen suchen, damit die künftige Zusammenarbeit in neuen Strukturen die Kirche in den Gemeinden erhält. Gerade im Reformationsjahr sei die Besinnung auf den „Raum der Kirche“, so Schmidt und der reformatorische Gedanke, dass Kirche sich bewegt und für die Menschen da ist, eine gute Motivation, so Pastor Martin Krumbeck (Karby).

Redlef Neubert-Stegemann, der zuletzt sieben Jahre lang in der neuen Nordkirche das Zusammenwachsen organisatorisch begleitete, sieht viel Dynamik in der AG. Die Mitglieder der Aufgabengruppen sind sehr motiviert und sähen in dem Prozess eine aktive Möglichkeit auf zukünftige Engpässe rechtzeitig eigene Lösungen zu finden.

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