Friedhof in Karby : Kirche kündigt Friedhofsbetrieb

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Die Kirchengemeinde Karby hat den Betrieb des Friedhofs in Karby an der Kirche zum 1.1. 2021 gekündigt. In den Kommunen wird nun nach einer Lösung gesucht.
Die Kirchengemeinde Karby hat den Betrieb des Friedhofs in Karby an der Kirche zum 31.12. 2020 gekündigt. In den Kommunen wird nun nach einer Lösung gesucht.

Kirchengemeinde Karby stellt zum 31. Dezember 2020 Bestattungen ein. Ab 2021 sind Gemeinden in der Pflicht.

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05. Dezember 2018, 15:00 Uhr

Karby | Ab dem 1. Januar 2021 können keine Bestattungen mehr auf dem Friedhof in Karby vorgenommen werden, wenn es nicht bis dahin zu einer Einigung und Neuregelung des Betriebs kommt. In einem Schreiben an die Bürgermeister in Brodersby, Damp, Dörphof, Kappeln, Karby und Winnemark hat der Kirchengemeinderat Karby die Kündigung des Friedhofsbetriebs mit Ablauf des 31. Dezember 2020 mitgeteilt.

Nachdem bei den Beratungen in den Kommunen eine nur „unzureichende Bereitschaft“ zur Übernahme eines Anteils am Betriebskostendefizit festzustellen war, sah sich der Kirchengemeinderat zu dem Schritt der Kündigung gezwungen, wie es in dem Schreiben an die Kommunen heißt.

Der Schritt sei aus Sicht der Kirchengemeinde nur zu vermeiden, wenn die genannten Gemeinden die vollständige Defizitabdeckung für die Zukunft übernehmen und eine angemessene Beteiligung an dem in der Vergangenheit aufgelaufenen Defizit (bis Ende 2017 68.068 Euro) erfolgt. „Um den Friedhof kostendeckend zu betreiben, wäre es notwendig, die Gebühren in einer Weise massiv zu erhöhen, dass die Anzahl der Bestattungen auf dem Friedhof vermutlich weiter deutlich sinken dürfte“, stellt der Kirchengemeinderat fest. Aufgrund weiterer kirchlicher Aufgaben und der Unzulässigkeit, das Defizit aus dem kirchlichen Haushalt zu decken, musste die Kündigung erfolgen.

Der Kirchengemeinderat weist darauf hin, dass die genannten Gemeinden ab dem 1. Januar 2021 verpflichtet sind, eigene Friedhöfe, in eigener Trägerschaft oder in Form eines Zweckverbandes, vorhalten müssen.

Die Kirchengemeinde sei bereit, die Trägerschaft des Friedhofs, beziehungsweise für Friedhofszwecke benötigte Teilflächen an die Gemeinden zu übertragen, sofern Interesse bestehe.

In den Gemeinden werde nun nach einer Lösung gesucht, berichtet Wilhelm Fülling, Bürgermeister in Winnemark. Dort war Dienstagabend über die Kündigung beraten worden (siehe Beitrag diese Seite). Zuletzt hatten die genannten Gemeinden ganz unterschiedlich zur Defizitübernahme beschlossen. Unter dem Strich wäre das aufgelaufene Defizit nicht getilgt worden. Hinsichtlich des Umgangs mit künftigen Defiziten gab es keine einheitliche Regelung.

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