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Kein Kino am Eckernförder Bahnhof : Kinoprojekt geplatzt: 900.000 Euro für den Bahnhof sind dem Investor zu viel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Kinoprojekt am Bahnhof ist mit hoher Wahrscheinlichkeit geplatzt. Die Bahn hat einen so hohen Kaufpreis gefordert, dass der Investor abgewunken hat. Eckernförde steht auf dem Schlauch: Was ist nun mit dem Kino?

Eckernförde | Paukenschlag gestern Abend im Hauptausschuss von Eckernförde: Das heiß ersehnte Kinoprojekt am Bahnhof ist aller Voraussicht nach geplatzt. Fassungslos mussten die Kommunalpolitiker mit anhören, dass die Deutsche Bahn eine Kaufpreisforderung in Höhe von rund 900.000 Euro aufgerufen hat, die dem designierten Investor und Architekten Hans-Jürgen Sindram aus Fockbek eine wirtschaftliche Realisierung unmöglich macht.

Unter dem Punkt „Bericht der Verwaltung“ berichtete Bürgermeister Jörg Sibbel über die für Eckernförde höchst unerfreuliche Entwicklung. Die Bahn hatte der Stadt fristgerecht Ende März ihre Wertermittlung für den schmucklosen 70er-Jahre Bau mitgeteilt. Der Bürgermeister nannte den verlangten Kaufpreis zwar nicht direkt, führte aber aus, dass der verlangte Preis rund 50 Prozent über dem 2007 aufgerufenen Kaufpreis von seinerzeit 600.000 Euro liegt – eine einfache Rechenaufgabe.

Neben den rund 900.000 Euro verlangt die Bahn nach den Ausführungen Sibbels eine „dauerhaft unentgeltliche“ Nutzfläche für ihren Store-Bereich von 215 Quadratmetern. Darüber hinaus würde ein Gebäudeabbruch – nach Schätzung der Bahn – mit rund 490.000 Euro zu Buche schlagen, hinzu kämen weitere Kosten für die Zwischenlagerung in dergleichen von noch einmal geschätzten 150.000 Euro. Unterm Strich gut 1,5 Millionen Euro. Ein Finanzpaket, dass dem Investor keinen Spielraum mehr für eine wirtschaftliche Vermarktung lässt.

Sollte sich nicht wider Erwarten ein anderer Investor finden, ist das Kinoprojekt am Bahnhof tot.

Bürgermeister Sibbel drängt nun darauf, schnellstmöglich einen Alternativstandort für einen Kinoneubau in der Innenstadt zu finden. Gut möglich, dass jetzt wieder die beiden anderen potentiellen Standorte – Sky-Parkplatz Gartenstraße und Skaterpark Schulweg – untersucht werden. Aber Jörg Sibbel sieht durchaus auch noch andere Flächen, wenn man sich vom Bau eines Kino-Palastes mit fünf Sälen und 770 Plätzen verabschiedet und etwas bescheidener an das Projekt herangeht. Hans-Jürgen Sindram und die Kinobetreiberfamilie Schulz sollen laut Sibbel trotz des Bahnhof-Debakels weiterhin stark an dem Bau eines Kinos in Eckernförde interessiert sein.

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erstellt am 24.Apr.2015 | 06:36 Uhr

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