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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 23:09 Uhr

Kino-Standortfrage spitzt sich zu

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Skaterpark, Bahnhof oder Grüner Weg? Politische Weichenstellung am Mittwoch im Bauausschuss, Entscheidung am 14. März in der Ratsversammlung

von
erstellt am 27.Feb.2016 | 06:07 Uhr

Die Entscheidung naht: Bekommt Eckernförde in absehbarer Zeit ein Kino oder nicht? Eine zeitnahe Umsetzung scheint derzeit nur auf dem Gelände des Skaterparks am Schulweg möglich. Dafür haben sich bislang CDU (8), FDP (1) und SSW (2) mit zusammen 11 Stimmen in der Ratsversammlung ausgesprochen. SPD (7), Grüne (3) und Linke (2) setzen stattdessen mit zusammen 12 Stimmen auf einen Kinostandort auf dem Bahnhofsgelände, das ihren Vorstellungen nach im großen Stil inklusive ZOB, Grüner Weg und Schulwegparkplatz aufgewertet werden soll. Unter anderem geht es bei diesem großen Paket auch um die „Möglichkeit eines Kino-Neubaus, der Bürgermeister möge nochmals Verhandlungen mit der Bahn AG bezüglich des Bahnhofserwerbs führen“, heißt es in dem gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und der Linken für die Bauausschusssitzung am Mittwoch, 2. März, um 17.45 Uhr im Ratssaal. Vermutlich das entscheidende Zünglein an der Waage ist das Bürger-Forum, das 4 Stimmen in der Ratsversammlung zu vergeben hat und damit in die Rolle eines Mehrheitsbeschaffers geraten könnte. Anderseits hat das Bürger-Forum einen eigenen Vorschlag in die öffentliche Debatte gebracht: den Neubau eines Kino mit angedockter neuer Stadthalle im Delta zwischen Lornsenplatz, B  76 und Reeperbahn. Einen eigenen Antrag hat das Bürger-Forum dazu aber (noch) nicht gestellt.

Vor der Ratsentscheidung am 14. März (17.45 Uhr , Ratssaal) steht das brisante Thema Kinostandort auf der Tagesordnung des Bauausschusses am kommenden Mittwoch. Laut Tagesordnung deutet sich ein Konflikt zweier Lösungen an.

Es gibt die Beschlussvorlage der Verwaltung, die am Standort Skaterpark/Schulweg den Bau eines Kino- und ein Einkaufscenters per Bebauungsplan Nr. 73 „Skaterpark/Kino- und Einkaufscenter“ festklopfen will. Dafür gibt es gute Gründe. Nach dem von der Ratsversammlung einstimmig beschlossenen Aus für die Kinoplanung am Bahnhof hat die selbe Ratsversammlung – ebenfalls einstimmig – Bürgermeister Jörg Sibbel beauftragt, Gespräche mit den jugendlichen Skatern und den Kleingärtner zwecks Verlegung des Skaterparks auf die andere Seite des Schulwegs auf das Gelände der Kleingartenkolonie an die Norderhake zu führen. Der Bürgermeister hat dies getan und war erfolgreich, sprich Skater und Kleingärtner sind mit der Lösung einverstanden. Damit wäre der Weg frei zum Bau eines Kino- und Einkaufscenters auf dem Gelände des jetzigen Skaterparks.

SPD, Grüne und Linke wollen hingegen lieber einen erneuten Versuch unternehmen, das Kinocenter doch noch am Bahnhof unterzubringen. Der Bürgermeister möge doch nach der Abfuhr durch die Bahn bei den Grundstückskaufverhandlungen einen erneuten Versuch unternehmen, der Bahn das Bahnhofsgelände für weniger als 900  000 Euro – diesen Kaufpreis hatte die Bahn seinerzeit aufgerufen – abzukaufen und dann an den Investor weiterzuveräußern. Allerdings ist der Kino-Neubau in dem Antrag der drei Fraktionen unter TOP 12 des Bauausschusses nur ein Punkt unter mehreren, im Blickpunkt steht die Weiterentwicklung des Bahnhofsareals und eine städtebauliche Überplanung des Areals unter Einbeziehung des ZOB, der Reeperbahn, des Parkplatzes Schulweg und des Grünen Wegs sowie des dritten Gleises. Also ein großes Gesamtpaket, in dem die Kinofrage zwar auch eine Rolle spielt, aber nur eine unter vielen und nicht unbedingt die zentrale. Wenn die Verhandlungen mit der Bahn erneut scheitern, steht man wieder mit leeren Händen da und muss sich erneut nach einem geeigneten Kinostandort suchen.

Unabhängig von der Kinofrage möchten SPD, Grüne und Linke das Bahnhofsareal an die Innenstadt anbinden, zusätzliche Parkplätze für die neuen Nutzungen im Plangebiet sowie als Ausgleich für etwaig wegfallende Parkplätze (z. B. am Exer und der Aldi-Palette) schaffen, Gewerbe-, Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen ansiedeln, eine Fahrradservicestation oder Fahrradstellflächen und ein öffentliches WC schaffen, eine barrierefreie Verbindung zwischen Bahnhofsareal und Grüner Weg herstellen und den ZOB neu gestalten, unter anderem mit „Rendez-Vous-Haltestellen“ für den Stadtverkehr gemäß des noch zu verabschiedenden ÖPNV-Konzepts. Die vom Bürger-Forum eingebrachte Verlagerung der Stadthalle soll „in eine Entscheidungsmatrix zur Prüfung der Umsetzbarkeit aufgenommen“ werden. SPD, Grüne und Linke schlagen „modulhafte Umsetzungen“ vor. Im Rahmen der städtebaulichen Zielplanung sei die „Realisierbarkeit eines Kino-Neubaus parallel einer Grobprüfung zu unterziehen. Hierzu sind die entsprechenden Ausgaben und Erlöse für die Stadt in die Betrachtung einzubeziehen. Erste Vorgespräche mit potenziellen Investoren sind erforderlich und sollen von der Stadt aktiv gesucht werden“, heißt es in dem Antrag.

„Für das Bahnhofsareal und die angrenzenden Stadtbereiche sollen entsprechende Planungen getroffen werden, um die Ansiedlung eines Kinos mit zusätzlichen gewerblichen Nutzungen zu ermöglichen“, erklärte der grüne Fraktionsvorsitzende Edgar Meyn. Die Zusammenführung der bereits aufgestellten Konzepte und Zielplanungen stünden dabei im Vordergrund. Grundlagen seien das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), der fortgeschriebene Rahmenplan, der Entwurf des Parkraumkonzeptes und die Stadtbildanalyse.

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