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Eckernförde : Kino-Standort: „Alle wollen den Bahnhof“

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nachdem sich die CDU vom Standort Willers-Jessen-Schule verabschiedet hat, plädieren alle Fraktionen in Eckernförde für einen Kino-Neubau am Bahnhof. Nachdem der Standort gefunden wurde, fordern die Politiker nun eine schnelle Umsetzung und Verträglichkeitsprüfung.

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erstellt am 04.Sep.2013 | 05:36 Uhr

„Alle wollen den Bahnhof“, bilanzierte Bauausschussvorsitzender Micha Bund (Bürger-Forum) am Montagabend nach der Beratung über den Kino-Standort in Eckernförde. Jetzt gelte es, „schnellstmöglich eine abgefederte Entscheidung“ zu treffen. Die soll in einer möglichst zügig terminierten gemeinsamen Sitzung des Bau- sowie des Finanzausschusses erfolgen, um möglichst noch für die Ratsversammlung im November eine Beschlussvorlage zu erarbeiten. Als Planungs- und Bauzeit für einen Neubau am Bahnhof mit Tiefgarage, Kino, Textilhaus, Einzelhandel und weiteren Einrichtungen werden rund drei Jahre veranschlagt, so dass Eckernförde im Jahr 2017 ein neues Kino einweihen könnte. Die Standortfrage sei nach den umfangreichen Erhebungen der Stadtverwaltung „entscheidungsreif“, sagte Bürgermeister Jörg Sibbel. Sobald es eine Entscheidung gebe und der Preis vorliege, könne er den Letter of Intent, den die Bahn bereits unterzeichnet habe, ebenfalls signieren, so dass nach einer vier- bis sechsmontigen Planungszeit der Bahn Mitte 2014 mit der Umsetzung begonnen werden könne. Die aufgrund der neuen Gewerbeflächen notwendige Ergänzung des CIMA-Einzelhandelsgutachtens werde nicht zu einem Zeitverzug führen.

Katharina Heldt (CDU) begründete die Abkehr ihrer Fraktion vom Standort Willers-Jessen-Schule aus vergaberechtlichen und finanziellen Gründen und bezeichnete den Bahnhof als „schnellste Möglichkeit zur Realisierung“ eines Kinos. Dadurch werde gleichzeitig auch das „Entree“ Eckernfördes verbessert. Heldt sprach sich für einen Architektenwettbewerb aus.

Frauke Piechatzek (SPD) monierte das Vorpreschen der CDU durch den EZ-Bericht vom Sonnabend, in dem die CDU ihren Kurswechsel offenbart hat. „Wir wollten gemeinsam entscheiden, das ist eine nicht so gute Zusammenarbeit“, sagte sie. Da das Projekt Gartenstraße aufgrund der vier Projektpartner schwer umzusetzen sei, „wird es wohl auf den Bahnhof hinauslaufen“, sagte Piechatzek. Dort müsse aber über die Verkehrssituation mit ZOB, Reeperbahn und Parkplätzen gesprochen werden.

Herbert Kreis (Bürger-Forum) schloss sich Piechatzeks Worten an. Die CDU habe trotz der Gutachten mit einer Penetranz auf die Willers-Jessen-Schule gesetzt, „das war fast peinlich und hat den Prozess nur aufgehalten“. Auch das Bürger-Forum sei für den Bahnhof als Kino-Standort, ein neues Entree sei dringend erforderlich. Auch Sören Vollert (Grüne) und Oliver Fink (FDP) setzen auf den Bahnhof. Während Vollert gleichzeitig auf eine Neuordnung des ÖPNV und die Umsetzung städtebaulicher Ideen aus dem Rahmenplan drängte, möchte Fink den Gestaltungsbeirat eingebunden wissen und den Bau einer zweiten Parkebene auf dem Bahnhofsparkplatz geprüft haben.

Bauamtsleiter Roy Köppen sprach im Zusammenhang mit der Quartierentwicklung von einem „Masterplan“. Gleichwohl wäre es möglich, den mit Nachdruck geforderten Kinoneubau vorzuziehen. Bürgermeister Jörg Sibbel plädierte für eine „zeitnahe Beschlussfassung“. Er riet davon ab, das Projekt über das Programm Stadtumbau West von Bund und Land mitfinanzieren zu lassen. Das koste Zeit, man begebe sich in rechtliche Abhängigkeiten und es wäre für einen Investor nicht attraktiv, weil der Standort dann in einem Sanierungsgebiet liege.

 

 

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