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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 19:10 Uhr

Kino-Schwur und Gas-Rebellion

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im März kommt es zum Schwur: Kino am Schulweg oder nicht? Wenn nicht dort, wo denn sonst? Oder wie es auch schon oft in einer verzweifelten Mischung aus Empörung und Resignation heißt: Bekommt Eckernförde überhaupt ein neues Kino? Es ist tatsächlich zum Verzweifeln, weil die Phase des ernsthaften Bemühens seit Jahren nicht mehr erkennbar ist und seit dem Aus am Bahnhof nur noch rumgeeiert wird. Jetzt muss und jetzt kann auch entschieden werden, die Fakten sind alle genannt. Der Skaterpark ist städtischer Grund und unter den gegebenen Umständen der beste, am schnellsten umsetzbare und wohl auch der einzige geeignete Standort für ein Kino mit Verbrauchermarkt in der Innenstadt. Sogar die betroffenen Skater und Kleingärtner sind einverstanden, ja selbst die Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ lobt Bürgermeister Jörg Sibbel für seine Entschlossenheit, genau dort und nirgendwo sonst das Kino errichten zu lassen. Und für die Rollschuhläufer wird nach einem neuen Standort gesucht.

Was, bitte schön, will man denn noch? Einen neuen Geistesblitz? Die sollte man sich für andere Gelegenheiten aufheben. Neubau einer Stadthalle mit angeschlossenem Kino am Grünen Weg? Dieses Brett ist viel zu dick für den unscharf gewordenen und zu heiß gelaufenen Eckernförder Polit-Bohrer.

Im Bauausschuss am 2. März und in der Ratsversammlung am 14. März steht die Kino-Standortfrage zur Entscheidung an. Danach sollte es dann nur noch heißen: Wann ist Baubeginn, wann die Eröffnung?

Der Kampf der Gaspreis-Rebellen gegen die Stadtwerke Eckernförde ist zu Ende. Zehn Jahre lang haben sie den Gaspreis diktiert, die Stadtwerke haben zwar gemurrt, aber die Gaszufuhr nicht gestoppt – Versorgungsauftrag und schwebendes Verfahren auf höchstem Niveau zwischen Europäischem und Bundesgerichtshof. So ließ es sich als kleine Rebellenschar gut und günstig leben. Nicht alle Kunden haben diese Traute oder Chuzpe, ganz wie man möchte. Und so war der Ärger für die Stadtwerke zwar nervig, aber überschaubar.

Jetzt, da die Rebellen das Kapitel Stadtwerke abgeschlossen haben und ihre Energie woanders kaufen, schlagen die Wellen plötzlich hoch. Warum? Weil Sat 1 das Thema entdeckt hat und zu nächtlicher Stunde daraus eine kleine Star-Wars-Episode machte. Reichlich dramatisch, aber so macht Privatfernsehen Quote, in dieser Sendung sogar noch einigermaßen seriös. Wortführer Edgar Meyn hat die lokale Sprengkraft des Sechsminüters und die Konsequenzen für ihn als stellvertretendes Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke, die er jetzt öffentlich kritisiert, wohl unterschätzt. Er trägt in besonderer Weise Verantwortung für das Unternehmen, muss Schaden von ihm wenden.

Kritik ja, aber nur intern. Ein Maulkorb, der so gar nicht zu ihm passen will, offenbar genauso wenig wie er in dieses zur Loyalität verpflichtete Kontrollorgan der kritisierten Stadtwerke.

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erstellt am 06.Feb.2016 | 06:16 Uhr

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