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Analyse der Stadt : Kino-Projekt Willers-Jessen- Schule droht zu kippen

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Stadtverwaltung hat die Chancen und Risiken der vier vorgestellten Kino-Standorte analysiert.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 07:15 Uhr

Eckernförde | Die Stadtverwaltung hat den Fraktionsvorsitzenden Ende vergangener Woche eine Analyse der vier Kino-Standorte zugeschickt, in dem die Chancen und Risiken zu den geplanten Projekten in der Willers-Jessen-Schule, am Bahnhof, in der Gartenstraße und am Schulweg aufgelistet werden. Dabei handele es sich nicht um eine abschließende Bewertung, stellte Bauamtsleiter Roy Köppen gestern auf EZ-Anfrage ausdrücklich fest. Vielmehr gründe sich die von den Ausschüssen Bauen und Umwelt sowie Wirtschaft und Finanzen erbetene Ausarbeitung auf den eingereichten Planungsunterlagen, und die seien nicht in jedem Fall hinreichend für eine Gesamtbeurteilung geeignet, sagt der Bauamtsleiter. Das gelte auch für den Kino-Standort Willers-Jessen-Schule, deren Umbau nach den jetzigen Erkenntnissen als "prinzipiell ungeeignet" eingestuft wird (Köppen: "Aber machbar ist alles"). Die zwischen rund drei bis fünf Millionen Euro liegenden Kosten für den Umbau in ein Kino wären von der Stadt zu tragen. "Wir haben den Blick für die Risiken geschärft", sagte Köppen. Und die Risiken werden in dem Papier, das der Redaktion mittlerweile vorliegt, als hoch eingestuft.

Das Bürger-Forum hat den Schriftsatz der Verwaltung studiert und per Pressemitteilung Stellung genommen. "Nach Recherche der Stadtverwaltung: Willers-Jessen-Schule wird kein Kino", ist das Ganze überschrieben. Köppen widerspricht: Dem sei nicht so. Es gebe lediglich eine erste Einschätzung aufgrund vorliegender Planungsunterlagen, die Fraktionen müssten das Thema jetzt beraten und dann entscheiden.

Die Pressesprecher des Bürger-Forums, Christina Pohlmann und Dr. Heinrich Mehl, verweisen darauf, dass die Stadtverwaltung die Willers-Jessen-Schule als einzigen möglichen Kino-Standort als ungeeignet bewertet habe. Es sei dem Fachwissen von Bau-, Ordnungs- und Hauptamt und der Umsicht von Bürgermeister Jörg Sibbel zu verdanken, dass Eckernförde damit ein "bauliches Abenteuer" erspart bleibe. Wichtig wäre der Stadt vor allem gewesen, finanzielle Risiken zu vermeiden. Nicht zu bewältigen seien die finanziellen Lasten wie Umbaukosten von rund drei bis fünf Millionen Euro und die jährlichen Zuschüsse für die Bauunterhaltung. Zudem sei eine Bezuschussung durch das Förderprogramm Stadtumbau West ausgeschlossen. Das Projekt Willers-Jessen-Schule werde entgegen bisheriger Annahmen aufgrund der aufwändigen Planungs-, Sanierungs- und Umbauphase mit drei Jahren auch deutlich länger dauern als bislang gemutmaßt. Demgegenüber habe die Stadt in ihrer Ausarbeitung angedeutet, dass sie eine Nutzung der Willers-Jessen-Schule als Bürger- und Kulturzentrum als "besonders günstig" einstufe, teilte das Bürger-Forum mit. Als mögliche Kino-Standorte würden in dem Papier der Bahnhof und der Sky-Parkplatz Gartenstraße "mit einer leichten Präferenz für ein Projekt am Bahnhof" genannt.

Der vermeintliche Abgesang auf den Kino-Standort Willers-Jessen-Schule bringt vor allem die CDU in Wallung, die sich bereits im Vorwege für diesen Standort ausgesprochen hatte. Gestern Abend hatte die CDU zu einer Sondersitzung geladen. Im Vorfeld betonte die Fraktionsvorsitzende Katharina Heldt, dass vor allem juristische Fragen zu klären seien, um zu einer abschließenden Beurteilung zu kommen: "Es ist noch zu früh, um dieses Projekt zu kippen." Wenn es rechtlich jedoch problematisch werde, müsse man auf dieses Projekt verzichten.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Klimach-Dreger nahm die Entscheidungshilfen der Verwaltung dankbar an. Diese Erkenntnisse gelte es nun zu beraten, am 16. Mai im Hauptausschuss abzuwägen und nach der Wahl zu entscheiden. Jedoch: Bei der Willers-Jessen-Schule liege "das komplette finanzielle Risiko bei der Stadt", das sei am Bahnhof und an der Gartenstraße nicht der Fall. Was derzeit noch fehle, seien belastbare Zahlen.

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