zur Navigation springen

Kino: Mitbewerber K-motion warnt vor zu großer Euphorie

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die K-motion-Gruppe, die unter anderem zwei Kinos in Schleswig und Itzehoe betreibt und sich mit Markant um den Kinostandort Skaterpark beworben hat, hat sich nach der Projektvorstellung durch die Coop für einen Kinoneubau auf dem Sky-Markt Gartenstraße in einem offenen Brief zur Kinofrage in Eckernförde geäußert. Allein die von Coop propagierten Botschaften reichten für eine Entscheidung nicht aus, erklärte K-motion-Geschäftsführer Christof Gläser aus Hamburg, der die Kinovorstellung in der Bauausschusssitzung am vergangenen Mittwoch im Ratssaal verfolgt hat. Eine Entscheidung der Verantwortlichen aus Verwaltung und Politik dürfe sich aber nicht allein auf Botschaften stützen – „hier zählen belastbare Fakten und Nachhaltigkeit in der Umsetzung“. Deswegen seien Politk und Verwaltung im Vorfeld der Entscheidung gefordert, „jetzt genau hinzusehen und genau zu fragen“. Das Projekt werfe noch eine Reihe von Fragen auf.

Gläser greift in dem offenen Brief die Frage von Georg Bicker (CDU) nach dem Einfluss der Rewe-Gruppe auf. „Ist Coop vor dem Hintergrund des Verkaufs von 51 % der Anteile an die Rewe-Gruppe als neuer Mehrheitseigner überhaupt in der Lage, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen?“ Ohne eine solche interne Abstimmung mit Rewe fehle „jegliches belastbare Votum zum vorgestellten Vorhaben“. Sobald dies Thema werde, werde man schnell zum „neuralgischen Punkt“ der Kosten kommen, schreibt der K-motion-Geschäftsführer. Relaunch oder Neubau Sky-Markt, aufgesetztes Kino, Tiefgarage – „da geht es um einige oder um viele Millionen Euro, die ein solch integriertes Projekt verschlingen wird. Coop und Rewe werden sich spätestens in dieser Phase fragen müssen, ob die Vergrößerung der Verkaufsfläche um 200 bis 300 Quadratmeter diese Millioneninvestition – zumal zu einem großen Teil in den unternehmesfremden Kinobereich – rechtfertigt.“ Allein die aufgesetzte Kinogebäudehülle dürfte nach Schätzung Gläsers rund 4,5 Millionen Euro kosten, für die Innenausstattung kämen weitere 1,2 bis 1,6 Millionen hinzu. Da die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit des Projekts in diesem Stadium noch ungeklärt seien, „steht die Realisierung des Vorhabens damit noch in den Sternen.“ Ungeklärt seien zudem die verkehrliche Erschließung, die Lenkung des zusätzlichen Verkehrs und die Frage zusätzlicher Stellplätze.

Die K-motion-Gruppe engagiere sich seit sechs Jahren für ein Kino in Eckernförde. „Im aktuellen Wettbewerb sind wir deshalb im Verbund mit Markant für den Standort Schulweg / Skaterpark eingetreten. Die Planung steht hier ebenso wie die Finanzierung. Wir sind sowohl vom Standort als auch dem gemeinsamen Konzept zutiefst überzeugt und würden dies im Realisierungsfall auch durch ein kalkuliertes Eigeninvest in den kinospezifischen Innenausbau von rund 1,5 Millionen Euro untermauern“, so Christof Gläser weiter. Man habe weder ein Problem mit dem Wettbewerb noch damit, eventuell im Wettbewerb anderen guten Konzepten zu unterliegen. Wichtig sei es jedoch, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Fragen zur Machbarkeit, Finanzierbarkeit und Realisierungswahrscheinlichkeit zu stellen.„Es wäre schade, wenn Eckernförde – nachdem sich der Rauch des neuen Projektfeuerwerks verzogen hat – in Katerstimmung erwachen würde und wieder ohne Kino dastünde“.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Jun.2016 | 15:29 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen