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Eckernförder Zeitung

26. September 2017 | 20:29 Uhr

Kino: Bahnhof rückt in greifbare Nähe

vom

Kaufvertrag vielleicht schon in einem halben Jahr möglich

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Eckernförde | Die Verwaltung hat die Sommerpause genutzt: Beim Bauausschuss am Donnerstagabend unter der Leitung von Micha Bund (Bürger-Forum) konnte Bürgermeister Jörg Sibbel zum Thema Kino mit einer kleinen Überraschung aufwarten: "Wir sind recht weit mit der Bahn", sagte er. Sie habe schriftlich bekundet, verkaufsbereit zu sein und den Eckernförder Bahnhof schon aus dem bundesweiten Portfolio herausgenommen. Nun sei der Regionalbereich Nord zuständig. Auch eine Absichtserklärung (Letter of Intent) gebe es, die weiter gehe als üblich. "Wir rechnen damit, dass ein Kaufvertrag in vier bis sechs Monaten ausgehandelt werden könnte", so Sibbel. Die Stadt habe das Vorkaufsrecht und könne das Gebäude zu "marktüblichen Konditionen" an einen Investor weiterverkaufen. Die Bahn wolle nur 300 Quadratmeter für sich selbst nutzen. Der ZOB solle nicht in die Umgestaltung des Platzes einbezogen werden, um den öffentlichen Nahverkehr aufrechtzuerhalten. Zusätzliche Einzelhandelsflächen seien in dem Bahnhofsgebäude nicht beabsichtigt, um "Kannibalismus" in der Innenstadt zu vermeiden. Auf Nachfrage der EZ erklärte Jörg Sibbel, dass die Planungen zum Bahnhofsgebäude mit viel Glas des bisherigen Interessenten Hans-Jürgen Sindram weiterentwickelt werden müssten.

Bei der Willers-Jessen-Schule berichtete der Bürgermeister von "vergaberechtlichen Bedenken", die aber noch endgültig geklärt werden müssten. Die Planungen machten eine EU-weite Ausschreibung erforderlich. Und auch die Nutzung müsste ausgeschrieben werden. Die Stadt dürfe nicht Vertragspartner werden, weil sie laut Gesetz keine Zahlungen - auch nicht indirekter Art durch einen geleisteten Umbau - an den Betreiber leisten dürfe. Auch eine Übertragung des Gebäudes an die Touristik und Marketing GmbH oder die Stadtwerke sei nicht möglich. Allerdings sei noch offen, ob ein Kinobetreiber für den Umbau Fördergelder des Landes beantragen könne. Als alternatives Finanzierungskonzept käme die Möglichkeit der Bürgeranleihe infrage: Bürger stellen Geld zur Verfügung, für das ihnen über einen gewissen Zeitraum eine feste Verzinsung garantiert wird.

Beim Standort Gartenstraße sei noch der Nachweis zu erbringen, dass sich der Neubau auf dem Parkplatz vor Sky an die Höhe der Noor öffnungs-Bebauung anpassen würde. Zu dem Ensemble gehörten auch drei Wohngebäude an der Reeperbahn. Mit einer Bebauung würde der meistfrequentierte Parkplatz Eckernfördes mit jährlichen Einnahmen in Höhe von 215 000 Euro wegfallen - 20 Prozent der durch Parkplätze erzielten Einnahmen. Zwar würde ein neuer Parkplatz hinter dem neuen Gebäude entstehen, "aber es ist die Frage, ob er genauso viel einbringt".

Nachdem Jörg Sibbel die neuen Erkenntnisse vorgestellt hatte, wendete sich Herbert Kreis (Bürger-Forum) an die CDU, ob sie noch weiterhin Interesse an einem Kinobetrieb in der Willers-Jessen-Schule habe. Das, so CDU-Fraktionsvorsitzende Katharina Heldt, müsse nach Vorliegen aller Fakten beraten werden. Noch sei es zu früh, "diesen Standort über Bord zu werfen". Auch Ratsherr Oliver Fink (FDP) merkte an, dass man bei nur drei Standortalternativen sehr vorsichtig sein sollte, eine auszuschließen.

Am Montag geht die Beratung weiter - dann fahren Mitglieder von Verwaltung und Politik mit einem Bus nach Rendsburg, Bad Schwartau und Elmshorn, um sich vergleichbare, schon umgesetzte Kino-Projekte anzusehen.

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