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Sammelaktion : Kinder sagen Plastikmüll den Kampf an

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

267 Gorch-Fock-Schüler sammeln Müll am Südstrand. „Hammerdoof“: Fische fressen Plastik, und der Mensch isst den Fisch.

Eckernförde | Gut 260 Schulkinder an Eckernfördes Südstrand, das konnte sich sehen und hören lassen: Die große Grundschulaktion der Gorch-Fock-Schule fand gestern statt, und sie diente einem guten Zweck. Der Südstrand sollte gründlich von Plastikmüll gereinigt werden.

„Die Idee kam ganz spontan“, so Schulleiterin Heinke Marquardt. Für den Donnerstagnachmittag war das alljährliche Schulfest geplant. Vormittags wollten die Lehrkräfte dann mit allen Klassen 1 bis 4 zum Strand, das bedeutet mit 267 Grundschulkindern, da die Schule dreizügig läuft. Aber nur Strand? Da konnte man auch eine fröhliche, dabei sehr sinnvolle Aktion durchführen – also zum Beispiel gemeinsam Müll sammeln. Das war ganz im Sinne von Lehrerin Wiebke Janzen, die unter Mithilfe von sechs kleinen „Küstenwächtern“ an ihrer Schule ohnehin ein Langzeitprojekt leitet. Die engagierten „Küstenwächter“ kommen aus den 3. und 4. Klassen der Gorch-Fock-Schule, heißen Enja Marx, Fynn Riechert, Alva Feilcke, Fynn Vohland, Vincent Franck und Karla Freytag. Sie sind an jedem Montagvormittag im Eckernförder OIC (Ostsee Info-Center), haben dort kostenfrei Zutritt, helfen mit, wo sie können, und sind von Mai bis November zuständig für unterschiedliche Küstenabschnitte. Sie unterstützen mit ihrem Team ein großes Projekt – das der „Küsten- und Flusswächter“. „Wir wollen keinen Müllplaneten“ – das ist die Devise.

Enja und Fynn aus der Klasse 3c entpuppen sich am Strand als die perfekten, gut informierten Interview-Partner. Sie wissen Bescheid, und Fynn Riechert ist sehr aufgebracht: „Das ist doch hammerdoof – die Fische verschlucken die kleinen Plastikteilchen, und wir Menschen essen den Fisch.“ 140 Millionen Tonnen langlebiger Plastikmüll richten in den Weltmeeren großen Schaden an. Auch Mikroplastik aus Zahnpasta, Duschgels und Fleecefasern gelangen in die Nahrungskette, schaden den Meeresbewohnern und damit auch den Menschen.

Was sich an handfestem Plastikmüll allein am Südstrand findet, haben die Kinder in der spontanen Sammelaktion erfahren. Alles was Vögel und Fische verschlucken könnten, wurde in Beuteln eingesammelt, zur Sammelstelle gebracht, gewogen und in die Ergebnislisten der einzelnen Klassen eingetragen. Man steht geduldig Schlange, bis man mit Wiegen dran ist. Dabei sieht man die gefundenen Sachen, wie sie nach der Registrierung in die aufgestellten Eimer wandern: unappetitlicher Plastikkram, Zigarettenstummel, Metall – und Plastikfolien, eklige, undefinierbare Überbleibsel von menschlichem Strandleben. Wie gedankenlos doch weggeworfen wird.

Zu aller Erfahrung, Sensibilisierung, wortloser Erziehung kam schließlich noch ein spannender Wettbewerb dazu. Die erfolgreichste Klasse bekommt einen kostenfreien OIC-Besuch mit vollem Programm, gesponsert von OIC-Leiter Claus Möller.

Und das war am Ende der Aktion die Klasse 3a mit 2 Kilogramm Plastik. Insgesamt haben die Schüler 11,5 Kilogramm Plastik gesammelt.


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