Ferienaktion : Kinder entdecken die Welt der Bienen

Hobby-Imker Kalle Petersen aus Osdorf zeigt den Kindern wie Bienen leben und arbeiten.
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Hobby-Imker Kalle Petersen aus Osdorf zeigt den Kindern wie Bienen leben und arbeiten.

Ausflug zum Imker: Das Angebot im Ferienbegleiter trifft auf großes Interesse. Für Erwachsene ist Ende August ein Informationstag geplant.

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31. Juli 2015, 06:00 Uhr

Osdorf | Wie leben und arbeiten Bienen im Bienenstock? Wie wird Honig geschleudert? Warum sind die Bienen für die Natur und den Menschen so wichtig? Das und vieles mehr erfuhren die 13 Mädchen und Jungen, die den Ausflug zu den Bienen, eine Ferienaktion der Hobby-Imker Kalle Petersen aus Osdorf und Thorsten Haß aus Felmerholz, mitmachten.

„Ich war richtig überrascht, dass so viel Interesse besteht“, meinte Kalle Petersen hoch erfreut. Vergangene Woche waren schon einmal 13 Kinder da. Neun auf der Warteliste musste er vertrösten. Die beiden Hobby-Imker erklärten den Kindern, welche Werkzeuge der Imker braucht: Den Smoker, das Rauchgerät, um die Bienen abzulenken, wenn sie die Bienenkästen kontrollieren, den weichen Abkehrbesen, um auf den Waben sitzende Bienen zu entfernen und den Stockmeißel, um Kittharz, Wachs- und Wabenanbauten abzuschaben. Die Kinder erfuhren, dass Bienen nicht nur Honigproduzenten sind, sondern auch wichtig für die Bestäubung von über 2000 bis 3000 Nutzpflanzen. Wenn Bienen Pollen von Blüte zu Blüte tragen, helfen sie, die Artenvielfalt in der Natur zu erhalten und die Erträge der Obstbauern zu sichern.

Mindestens ein Mal in der Woche schaut der Imker nach seinen Bienen.
Lauterbach
Mindestens ein Mal in der Woche schaut der Imker nach seinen Bienen.

Dann zogen die Kinder Imkerhut, Imkerschleier und Schutzhandschuhe über und besuchten die Bienenvölker auf dem Grundstück. Kalle Petersen erzählte, dass er sich das ganze Jahr über um seine Bienen kümmert, darauf achtet, dass sie nicht krank werden. Im Spätsommer oder zu Beginn des Herbstes, wenn keine Pflanzen mehr blühen, füttert er sie, bis zum Frühjahr halten die Bienen Winterschlaf. Er öffnete den Bienenkasten, nahm auf der Suche nach der Königin einige Bienenwaben heraus. Er zeigten den Kindern die Königin, die, damit sie leichter zu finden ist, einem blauen Punkt bekommen hat. Sie ist die größte Biene im Staat, legt die Eier und wird von den Arbeiterinnen gefüttert und geputzt. Die Drohnen, die männlich Bienen, begatten die Königin, haben keinen Stachel und arbeiten nicht. Die Arbeiterinnen putzen, füttern die Larven, bauen die Waben, wandeln Nektar und Honigtau in Honig um, wachen am Stockeingang, erkunden die Umgebung und sammeln Nahrung.

Die größere Königin ist, damit sei leichter zu finden ist, mit einem blauen Punkt versehen.
Lauterbach
Die größere Königin ist, damit sei leichter zu finden ist, mit einem blauen Punkt versehen.
 

Schließlich zeigten die Imker den Kindern, wie in der Honigschleuder der Honig aus den Waben gelöst wird, um ihn danach über ein Sieb in einen Honigeimer zu lassen. Er habe ein gutes Bienen-Jahr gehabt, erzählte Kalle Petersen, der vergangenes Jahr über seine Frau Nicole zur Imkerei gekommen ist und mittlerweile sechs Bienenvölker hat. Sie schenken ihm 200 bis 220 Kilogramm Honig im Jahr. Die gefürchtete Varroa-Milbe, die Bienenvölker zerstört, bekämpft er mit verdünnter Ameisensäure. Befallene Waben schneidet er heraus. Die Imkerei ist für ihn, genau wie für Thorsten Haß, der seit 2010 dabei ist und 21 Bienenvölker hat, das schönste Hobby. „Man lebt mit der Natur“, schwärmte Thorsten Haß. Auch die Kinder waren ganz begeistert. „Ich finde Bienen toll“, meinte die neunjährige Mirja aus Felmerholz. „Weil sie wichtig sind für die Natur und die Menschen.“ Angst hat sie keine. Sie überlegt sogar, später vielleicht selbst Imkerin zu werden. „Das ist das, was wir damit bewirken wollen“, stellte Kalle Petersen zufrieden fest.

Der Imkerverein Gettorf und Umgebung, dem sie beide angehören, wünscht sich mehr Imker. Ende Au-gust/Anfang September soll es einen Informationstag für Erwachsene geben. Im kommenden Jahr möchte der Verein einen Imkerkursus anbieten.
 

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