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Kiesabbau in Brekendorf : Kiesabbau rückt näher

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach dem Gerichtsurteil kann in Brekendorf der Kiesabbau beginnen / Gemeinde will Bürger rechtzeitig informieren

von
erstellt am 06.Sep.2017 | 06:28 Uhr

Brekendorf | Bis vor das Oberverwaltungsgericht Schleswig musste die Firma Nissen aus Lohe-Föhrden gehen, um ihr Vorhaben, im Norden der Gemeinde Brekendorf Kies abzubauen (wir berichteten), zu verteidigen. Innerhalb von zehn Jahren will sie auf einer Fläche von knapp zehn Hektar rund 726  000 Kubikmeter Sand und Kies bis in eine Tiefe von 22 Metern gewinnen. Die Gemeinde leistete Widerstand dagegen. Auch eine Bürgerinitiative hatte sich gegründet. Die Brekendorfer befürchten im Zuge des Kiesabbaus die Zerstörung einer der letzten unberührten Naturräume, der im Regionalplan für Erholung vorgesehen ist. Außerdem sei mit Staub- und Lärmbelästigung zu rechnen.

Im September 2015 hatte der Kreis Rendsburg-Eckernförde als Planfeststellungsbehörde die Kiesentnahme auf einer Fläche von knapp zehn Hektar in Brekendorf genehmigt. Die Gemeinde hatte Klage beim Verwaltungsgericht erhoben und die Firma Nissen hat im Gegenzug den sofortigen Vollzug des Planfeststellungsbeschlusses angeordnet. Der anschließende Antrag Brekendorfs, die aufschiebende Wirkung der Klage gegen das Planfeststellungsverfahren wiederherzustellen, wurde jetzt vom Gericht abgelehnt, das Oberverwaltungsgericht hat dies im Februar bestätigt. Damit kann die Firma Nissen jederzeit mit dem Kiesabbau loslegen. Vor Ort saß die Enttäuschung tief. Bürgermeister Gerhard Guthardt hatte daraufhin mehrfach von einem Tiefschlag für die Gemeinde gesprochen. Ihre Planungshoheit werde durch das Urteil ignoriert werden, sagte er. Weitere Rechtsmittel wollte die Gemeinde aber nicht einlegen. „Wir hätten bis zum Bundesverwaltungsgericht nach Leipzig gehen können“, sagt Guthardt, aber das Verfahren hätte Jahre gedauert und richtig viel Geld gekostet. „Wir warten jetzt, bis die Firma Nissen auf uns zukommt“, so Guhardt gegenüber unserer Zeitung. Er will, dass die Bürger im Rahmen einer Einwohnerversammlung über den Zeitplan und Verlauf des Abbauvorhabens rechtzeitig informiert werden. „Damit wollen wir auch signalisieren, dass wir das Beste aus dieser Situation machen wollen“, ergänzt Amtsdirektor Andreas Betz.

„Wir stehen in einem positiven Dialog mit der Amtsverwaltung und der Gemeinde“, betont auch Bernhard Zimmermann von der Firma Nissen auf Zeitungsnachfrage. Einen genauen Zeitpunkt, wann die Bagger rollen, konnte er noch nicht angeben. Da sich das Genehmigungsverfahren für die Brekendorfer Fläche lange hinzog, musste das Unternehmen nach Alternativen Ausschau halten. Schließlich sind seit dem Kauf der Fläche inzwischen fünf Jahre vergangen. Die Flächen müssten nun zunächst abgearbeitet werden, dahinter stecke viel Planung und Logistik. Man werde nicht in Wild-West-Manier Flächen unfertig zurücklassen, um woanders weiterzumachen, versichert Zimmermann.

Der Bedarf an Kies sei enorm, er habe sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Zimmermann wies auf Bauvorhaben an Autobahnen, dem Kanal und Windkraftparks hin, hinzu kämen Baugebiete, für die das hochwertige Material benötigt wird.

Sollte der Kiesabbau am Nielander Weg beginnen, stünde der Bau der Zufahrtstraße auf dem Plan. „Parallel dazu würde es aber noch andere Baustellen geben“, so Zimmermann gegenüber der EZ. Beispielsweise müsse der Mutterboden abgetragen und ein Bachlauf umgeleitet werden. Der erste Kies werde dann aber erst 2018 aus der Fläche gewonnen werden.

Vom Tisch ist, dass auf den Bau einer neuen Zuwegung parallel zum Nielander Weg verzichtet werden kann. Guthardt macht keinen Hehl daraus, dass er auf diesen zusätzlichen Eingriff in Natur und Landschaft verzichten würde. Stattdessen könnten die Fahrzeuge die öffentlichen Straßen nutzen. Da diese Zuwegung aber im Planfeststellungsbeschluss vorgesehen ist, würde eine Änderung eine erneute öffentliche Auslegung mit sich bringen und das Verfahren verzögern.  

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