AUSZEICHNUNG : Keiner im Verein gärtnert so schön wie Renate Wittke

Renate Wittke wurde von Hermann Brütt als beste Kleingärtnerin ausgezeichnet.
Renate Wittke wurde von Hermann Brütt als beste Kleingärtnerin ausgezeichnet.

Hermann Brütt, Vorsitzender des Kleingartenvereins, kündigte auf der Jahreshauptversammlung für 2018 seinen Rücktritt an. Säumige Mitglieder belasten die Kasse der Kleingärtner.

shz.de von
27. März 2017, 05:06 Uhr

Renate Wittkes Garten hat Vorbildcharakter. Auf der Versammlung des Kleingartenvereins am Freitagabend erhielt sie den Johannes-Weidemann-Gedächtnispokal als beste Kleingärtnerin. „Sie hat nicht nur einen schönen Garten, sondern sich auch um den Verein besonders verdient gemacht“, begründete der Vorsitzende Hermann Brütt die Auszeichnung. Der Pokal wird auch künftig nach dem ehemaligen Vorsitzenden benannt bleiben. Eine Namensänderung wurde abgelehnt.

Deutliche Kritik gab es vom Vorstand für die schlechte Zahlungsmoral einiger Mitglieder. Es wurde beklagt, dass 16 Prozent der Mitglieder ihre Gebühren nicht bezahlt haben, insgesamt 103 Personen. „Teilweise sind auch Mitglieder überhaupt nicht ausfindig zu machen“, so Rechnungsführer Sönke Jensen. Die offenen Rechnungen haben sich bisher auf immerhin 8170 Euro summiert. „Das ist Geld, das uns ganz einfach fehlt“, betonte Brütt. Sollte sich die Zahlungsmoral nicht verbessern, müsse der Vorstand darüber nachdenken, die Pachten zu erhöhen, um Ausfälle auffangen zu können. „Es liegt bei uns ein strukturelles Defizit vor“, erläuterte Jensen den Ernst der Lage. Wenn es so weitergehe, habe man in zwei bis drei Jahren eine finanzielle Grenze erreicht, an der der Vorstand tätig werden müsse, um liquide zu bleiben. Aus der Versammlung wurden Fragen laut, warum der Vorstand nicht auf SEPA umstelle, um so alle Mitglieder zu zwingen, ihre Beiträge zu überweisen. Der Vorstand befürchtet, dass in dem Fall Kosten entstehen. Denn jede Zurückbuchung würde den Verein 8 Euro kosten. Bei bisher 103 säumigen Zahlern könne sich das schnell summieren. Dennoch blieb die Forderung in der Versammlung bestehen, sodass über eine Umstellung auf Lastschrift auf der nächsten Jahreshauptversammlung beraten werden soll.

Auch räumte Brütt mit dem Gerücht auf, dass der Kleingartenverein für den Frauengarten zahle. „Der Verein hat mit dem Projekt nichts zu tun. Die Finanzierung wird durch eine Privatfamilie übernommen“, betonte er. Der Vorstand habe zudem immer mehr Probleme mit Nörglern feststellen müssen, die den Obleuten in der Kolonie das Leben schwer machten, bedauerte Brütt. So hätten Obleute aus diesem Grund teilweise schon ihr Amt niedergelegt.

Außerdem rief der Vorsitzende dazu auf, dass man sich Gedanken über einen zukünftigen ersten Vorsitzenden machen solle. Er würde 2018 aus gesundheitlichen Gründen definitiv nicht erneut antreten. Im vergangenen Jahr wurde vor allem die Süderhake II von Wildschweinen heimgesucht. Um der Verwüstung Herr zu werden, stellte die Stadt den Kleingärtnern 15  000 Euro zur Verfügung, um einen Zaun zu errichten. „Durch Eigenleistung unserer Mitglieder brauchten wir jedoch nur 4500 Euro und haben den Rest zurückgegeben“, sagte Brütt.

Als beste Kleingärtner ihrer jweiligen Kolonie wurden die Mitglieder Steffi Baer, Kristina Hansen, Bernd Rietentiet, Willi Stüben, Maren Isfeld, Werner Kittlaus, Valentina Mazour, Klaus-Dieter Halbeck, Rosemarie Vergiehn, Rudi Modrok, Bernd Ivers, Knud Kristensen, Christiane Gerlach und Ilse Naumann ausgezeichnet.


zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen