Keine Flucht- und Verdunklungsgefahr

von
02. Juli 2018, 13:27 Uhr

Die durch ein junges Pärchen verübte Brandserie in Eckernförde in der Nacht vom vergangenen Donnerstag zu Freitag (wir berichteten) hat viele Menschen auch in den „sozialen Netzwerken“ bewegt. Zahlreiche Kommentatoren kritisierten, dass die 19 und 20 Jahre alten Täter wegen fehlender Haftgründe nach der Vernehmung durch die Kriminalpolizei wieder auf freien Fuß gesetzt worden sind.

Der Leiter der Kriminalpolizei Eckernförde, Frank Röckendorf, nahm auf Anfrage unserer Zeitung dazu Stellung. Demnach gibt es verschiedene Haftgründe. Zum einen die Fluchtgefahr. Die sei in diesem Fall nicht gegeben, weil die Täter sowohl einen festen Wohnsitz als auch feste Bindungen in Eckernförde haben. Auch die Wiederholungsgefahr – Haftgrund Nummer 2 – komme hier nicht zum Tragen, weil diese eine Verurteilung im gleichen Deliktfall voraussetzt, und das sei in diesem Fall ebenfalls nicht gegeben. Auch Haftgrund Nummer 3, die Verdunklungsgefahr, sei hier nicht anwendbar, weil nicht davon auszugehen sei, dass die Täter versuchen würden, auf andere Tatbeteiligte oder Zeugen bis zur Gerichtsverhandlung Druck auszuüben oder in anderer Weise einzuwirken, begründete Röckendorf.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen