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Heider Marktfrieden : Keine Chance für Friedensbrecher

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eine Delegation des „Heider Marktfriedens“ machte am Mittwoch Station im Ostseebad, und warb für die Großveranstaltung im Juli in Heide im Rathaus. Sie überbrachten Bürgermeister Jörg Sibbel in historischer Kleidung eine Depesche.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Eine gut gelaunte, mittelalterlich gekleidete Delegation rund um den Heider Ehrenbürger und Altmarktmeister Heinrich Schultz (89) machte am Mittwoch auf ihrer Schleswig-Holstein-Tour im Rathaus Halt, um auch in Eckernförde für den „Heider Marktfrieden“ zu werben.

Dazu überbrachte sie Bürgermeister Jörg Sibbel eine Depesche, lobte das ausgezeichnete Verhältnis zwischen Heide und Eckernförde (Jörg Sibbel ging in Heide zur Schule), lud ihn und alle Eckernförder zu ihrem großen Mittelaltermarkt ein – und forderte ihn zum traditionellen „Lobbeldrunk“ – dem hochprozentigen Schluck aus dem großen Holzlöffel, auf. Mit dem größten Marktplatz Deutschlands lässt Heide die Zeit der Bauernrepublik im 15. und 16. Jahrhundert alle zwei Jahre wieder aufleben. Das Festspiel stellt den Sieg der Bauern über den König von Dänemark nach. Eine große, zweiteilige Bauernhochzeit verdeutlicht altes Brauchtum nach strengen Regeln. Bauern, Brotbäcker, Fleischhändler und Fischer bauen Marktstände auf, Handwerker zeigen ihre Arbeit und verkaufen ihre Produkte. Mit Musik und Tanz wird vier Tage lang ausgelassen gefeiert.

Im ersten Dithmarscher Landrecht vom 13. Februar 1447 ist die Garantie für einheimische und auswärtige Kaufleute, ihren Handelsplatz Heide, Kreuzungspunkt von Handelswegen mit guter Verkehrsanbindung zu den Handelsstädten, sicher und ohne feindliche Übergriffe zu erreichen. Der „Heider Marktfrieden“ war geboren. „Friedensbrecher riskierten ihren Hals“, erzählt Schultz, der 20 Jahre lang Marktmeister in Heide war, seinem Gewand nach aber genauso gut schon vor 500 Jahren für Ordnung unter den Händlern gesorgt haben könnte. „Nur mit harter Hand ließ sich sichern, dass die Gegend florierte.“ Dass es heute friedlich, bunt und gesittet zugeht, davon kann sich jeder vom 17. bis zum 20. Juli auf dem Dithmarscher Fest selber überzeugen.


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