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Vereinsauflösung : Kein Vorstand – DRK-Verein gibt auf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gammelbyer DRK-Mitglieder beschließen Vereinsauflösung / Kein Vorstandsposten besetzt / Ehrung unter anderem für die letzte Vorsitzende Inge Kunze

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erstellt am 12.Mär.2016 | 06:18 Uhr

Gammelby | Ende, aus, vorbei – das letzte Kapitel für den DRK-Ortsvereins Gammelby ist geschrieben. Die Mitgliederversammlung beschloss Donnerstagabend mit 25 Stimmen der 27 anwesenden Mitglieder die Auflösung des Ende der 40-Jahre gegründeten Ortsvereins. Zu diesem letzten Schritt war es gekommen, nachdem bei der anstehenden Vorstandswahl keine Mitglieder bereit waren, zu kandidieren. Die Mitglieder des bisherigen Vorstands (Vorsitz und Schriftführerin Inge Kunze, Heike Lührs zweite Vorsitzende, Ingelore Herzog Kassenwart sowie die Beisitzerinnen Maren Lüthje und Rosi Keebe) standen nicht mehr für eine erneute Wahl zur Verfügung, wie Heike Lührs in Vertretung für die zwar anwesende aber erkrankte Vorsitzende erklärte. „Das ist schade, aber wir können das auch nicht mehr“, sagte Lührs.

Einen letzten Versuch hatte Inge Schade, Vorsitzende des DRK-Kreisverbands Rendsburg-Eckernförde, unternommen, die als Gast der Versammlung im Hotel Stöterau die Mitglieder fragte, ob nicht doch jemand die Aufgaben fortführen möchte. Ohne Erfolg. „Dazu zwingen können wir niemanden“, sagte sie später auf Nachfrage der EZ. „Eine Vereinsauflösung hatten wir uns nicht gewünscht“, räumte sie ein. Es hätten dem Verein mit zuletzt nur noch 53 Mitgliedern junge Mitglieder gefehlt, sagte Schade. Es sei heute sehr schwer, Mitbürger für ein solches Ehrenamt zu gewinnen. Für ein Projekt ließen sich einige noch begeistern, aber für eine Mitgliedschaft oder ein Amt, das sei schon sehr viel schwerer. Der Verlust des Ortsverbands schwäche nicht nur das örtliche Angebot, sondern bedeute auch für das bundes- und weltweit aktive Deutsche Rote Kreuz weniger Mitglieder. Dadurch würden weniger Beiträge zur Verfügung stehen, die den Einsatz der DRK Helfer in Krisengebieten ermöglichen, sagte Schade. DRK sei viel mehr als Seniorenarbeit, erinnerte sie an die vielen Aufgaben des Vereins.

Auch Bürgermeisterin Marlies Thoms-Pfeffer bedauerte die Entscheidung zur Auflösung. Allerdings sei ihr ein klarer Schnitt jetzt lieber gewesen, als wenn der Verein ohne aktiven Vorstand und aktive Mitglieder noch eine Zeitlang weiter gemacht hätte. Sie sei zuversichtlich, dass es möglich sein wird, Aufgaben des DRK, wie zum Beispiel Seniorenarbeit, Kinderfeste oder auch die Betreuung der Wechselstation beim Lauf zwischen den Meeren durch andere Mitbürger aufzufangen. Sie werde jetzt Kontakte knüpfen und auf eine Lösung hoffen.

„Es tut mir weh und es macht mich auch traurig“, sagte Inge Kunze auf Nachfrage der EZ. Es tue ihr für die Senioren leid, für die das Rote Kreuz immer eine Begegnungsstätte war. Jüngere hätten heute andere Vorstellungen und Einstellungen, sagte sie und „Mitarbeit kann man nicht erzwingen.“

Und auch Gerda Flügge, die seit 40 Jahren dem Ortsverein angehört, stellte fest: „Das ist schon sehr schade.“ Sie gehörte lange zu dem aktiven Kreis. Es sei immer eine schöne Zeit gewesen, sagte sie. Und auch wenn es den Verein nicht mehr gebt, sie und ihre Freundinnen werden sich dennoch weiter treffen. Dabei hofft sie auch auf den Erfolg der Bürgermeisterin, das eine oder andere Angebot des alten Ortsvereins fortzuführen, zum Beispiel das Yoga.

Im Jahresbericht erinnerte Lührs an Veranstaltungen, Aktionen und auch Fahrten, bevor letztmalig Ehrungen im Ortsverein vorgenommen wurden.

So wurde die Vorsitzende Inge Kunze nicht nur für ihre 40-jährige Mitgliedschaft im Ortsverein gehrt, sondern auch für ihr großes Engagement im Vorstand. So war sie fast seit Anbeginn als Schriftwartin tätig. Im Jahr 1996 übernahm sie dann zusätzlich das Amt der Vorsitzenden. „Sie hat sich ganz besonders für den Ortsverein eingesetzt und war mit Leib und Seele bei der Sache“, sagte Lührs.

40 Jahre gehören auch Gerda Flügge und Renate Flügge dem Ortsverein an. Sie wurden mit Urkunde und Ehrennadel des DRK geehrt. Für zehn Jahre wurde Kassenwartin Inge Herzog ausgezeichnet.

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