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Nitrat im Trinkwasser : Kein Thema in Eckernförde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Werte liegen deutlich unter den gesetzlich vorgegebenen Grenzwerten.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 05:57 Uhr

Eckernförde | Der Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft schlägt Alarm: Zu viel Nitrat ist im Grundwasser, aus dem das Trinkwasser gewonnen wird. Bei jeder zweiten Messstelle wird der zulässige Grenzwert überschritten, so dass das Wasser aufbereitet werden muss. Die Ursache steht für Verbandschef Dieter Perdelwitz fest: eine zu hohe Güllezufuhr auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen. Was Perdelwitz nicht nennt: Auch die regionalen hydrogeologischen Bedingungen, wie der Abstand des Grundwassers von der Erdoberfläche und Fließgeschwindigkeit, sowie die hydrochemischen Bedingungen im Untergrund spielen eine wichtige Rolle.

In Eckernförde können die Stadtwerke ihre Kunden beruhigen: „Wir haben sehr niedrige Nitratwerte in unserem Trinkwasser“, sagt Anlagenmeister Dirk Bock. „Die Messwerte an den beiden Wasserwerken liegen deutlich unter den laut Trinkwasserverordnung zugelassenen Höchstwerten von 50 Milligramm pro Liter.“ Beim Wasserwerk Nord im Feldweg seien es 0,6 mg/l, beim Wasserwerk Süd auf dem Gelände der Stadtwerke im Bornbrook 1,3 mg/l.

Erhöhte Messwerte treten laut Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft besonders auf dem schleswig-holsteinischen Mittelrücken auf, weil auf den leichten Geest-Böden die Deckschicht nur dünn ist und Gülle schnell versickern kann. Von Einträgen aus der Landwirtschaft kann in Eckernförde dagegen kaum ausgegangen werden. Eine ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche, die in der Nähe des Wasserwerks Nord lag, hat die Stadt im vergangenen Jahr gekauft und betreibt dort nun eine extensive Nutzung. Hintergrund war die Verkeimung des Trinkwassers mit Coli-Bakterien Anfang 2006. Die Ursache dafür konnte nie gefunden werden. Deshalb wurden alle Eintragsmöglichkeiten untersucht und schließlich Maßnahmen ergriffen. So wurde ein offen verlaufendes Stück des Lachsenbaches auf fast 100 Meter verrohrt, ebenso hatte die Stadt das besagte Grundstück im Blick. Die über drei Hektar große Fläche lag nur 50 Meter vom Trinkwasserbrunnen des Wasserwerks Nord entfernt und wurde als Maisacker genutzt, der auch gedüngt wurde. Eigentümer war die Kirchengemeinde Borby. Es dauerte eine Weile, bis der Kauf durch die Stadt realisiert werden konnte, doch im vergangenen Jahr ging das Areal auf die Stadt über. Wegen des Grundwasserschutzes konnte die Stadt Fördergelder in Anspruch nehmen.

Seit der Verkeimung vor zehn Jahren hat es keine Probleme mit dem Eckernförder Trinkwasser gegeben. Alle Werte liegen deutlich unter den erlaubten Grenzwerten. Bei Blei zum Beispiel sind 0,01 mg/l erlaubt, erreicht werden Werte von unter 0,001 mg/l. Ebenso bei Cadmium, wo die Grenze bei 0,003 mg/l und der tatsächliche Wert bei 0,0003 mg/l liegt. Das Wasser stammt aus Tiefen zwischen 28 und 109 Metern und wird in zehn Brunnen im Stadtgebiet gefördert. Es muss laut Aussage von Dirk Bock nicht behandelt werden. Einzig Eisen und Mangan werden durch einen Kiesfilter ausgefällt.

Beim Mineralwasser liegen die Grenzwerte noch niedriger. „Nitrat muss schon ab 0,05 mg/l auf dem Etikett ausgewiesen werden“, sagt Torsten Sedat, Prokurist bei der Wittenseer Quelle im Wissen, dass ihr Wert darunter liegt. Der Grund: Das Wasser stammt aus 80 bis 120 Meter tiefen Brunnen und ist 10  000 Jahre alt.

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