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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 09:42 Uhr

Kein Stress ohne Grund

vom

Rapper Bushido sorgt mit neuem Lied für Aufsehen

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

"Ich verkloppe blonde Opfer so wie Oli Pocher [...] und ich will, dass Serkan Törun jetzt ins Gras beißt [...] Ich schieß auf Claudia Roth und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz" - wer die Zeilen von Bushidos neuem Lied "Stress ohne Grund", das er zusammen mit Shindy aufgenommen hat, hört, kann nur mit dem Kopf schütteln. Was hat er sich dabei gedacht? Der Rapper wurde dafür scharf kritisiert. Unter anderem hat der Berliner Oberbürgermeister Wowereit den Rapper angezeigt. Verständlich. Denn was der Musiker sich da geleistet hat, geht gar nicht. Erst vor einigen Jahren bekam er den Integrationspreis des Bambi, nun macht er mal wieder mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam.

Und diesmal ist er zu weit gegangen. Klar, in Deutschland gibt es eine in Artikel 5 des Grundgesetzes verankerte Meinungsfreiheit, und jeder hat das Recht "seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten", und natürlich hat Bushido künstlerische Freiheiten. Aber quasi dazu aufzurufen, jemanden zu verprügeln oder gar umzubringen, übersteigt das, was man äußern sollte. Niemand kann Bushido verbieten, so etwas zu denken, und verhindern kann man es wohl kaum, aber die gute Erziehung und die Moral sollte einem Menschen verbieten, so etwas auch noch zu äußern. Schließlich könnten darauf Taten folgen - selbst wenn der Rapper bestreitet, zur Gewalt aufzurufen.

Es ist verständlich und richtig, dass Bushido angezeigt wurde. Denn so wird zumindest ein Zeichen gesetzt, dass Bushidos Verhalten unangebracht ist. Es wird ihn vermutlich nicht davon abhalten, ähnliches wieder zu machen. Aber seinen Fans werden vielleicht die Augen geöffnet, dass nicht alles, was ihr Vorbild macht, richtig ist. Stress ohne Grund? Auf keinen Fall.

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