Sterbebegleitung : Kein Grundstück für Hospiz in Gettorf

Das Bauvorhaben für ein stationäres Hospiz liegt vorerst auf Eis.
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Das Bauvorhaben für ein stationäres Hospiz liegt vorerst auf Eis.

Errichtung eines stationären Hospizes in Gettorf scheitert an der Grundstücksfindung/ EU-Förderung und Fundraising erst im nächsten Jahr

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02. März 2017, 07:31 Uhr

Gettorf | Die meisten Menschen haben den Wunsch zu Hause zu sterben, erklärt die Vorsitzende des Hospizvereins Dänischer Wohld und Palliativärztin Dr. Friederike Boissevain. Eine Zwischenlösung soll ein heimatnahes Hospiz sein, wo Menschen bis zu ihrem Tod begleitet werden. Nun musste die Vorsitzende eine „herbe Enttäuschung“ hinnehmen, denn beide Grundstücke, die für das Hospiz in Frage kamen, können nicht genutzt werden. Zunächst scheiterten die Verhandlungen für das Grundstück am Sander Weg und anschließend auch die am Hainweg.

Hinsichtlich der geplanten Errichtung des stationären Hospizes für gut 2,2 Millionen Euro mit insgesamt zehn Betten, von denen mindestens zwei für Kinder reserviert werden, war man einige große Schritte weitergekommen. Alle beteiligten Gemeinden der Amtsbereiche Dänischer Wohld und Dänischenhagen sowie die Gemeinden Altenholz und Altenhof haben sich bereit erklärt, im Falle einer Realisierung anteilig 14,50 Euro pro Einwohner einzubringen. Zusätzlich wollte die Gemeinde ein Grundstück zur Verfügung stellen. „Die Gemeinde hat sich wirklich sehr bemüht und ich hatte mich beim ersten Grundstück am Sander Weg schon in Sicherheit gewähnt“, so Boissevain. Deshalb sei die Enttäuschung um so größer gewesen, als die Parteien sich nicht einig wurden. Das gemeindliche Grundstück am Sander Weg reichte nicht aus, deshalb hätte eine angrenzende Koppel erworben werden müssen. „Wir haben lange Gespräche mit den Eigentümern geführt und es ist beiden Parteien nicht leicht gefallen, am Ende haben die Gespräche leider nicht gefruchtet“, so Amtsdirektor Matthias Meins. Bei dem Grundstück am Hainweg, sah es ähnlich aus. Die Brücke Rendsburg-Eckernförde war hier Verhandlungspartner. Sie hat die Fläche von der Gemeinde gepachtet und betreibt dort bereits eine Seniorenwohnanlage.

Darüber hinaus hatte der Verein ein großes Fundraising-Projekt geplant. Mit dem Geld der Gemeinden und einem EU-Förderungsantrag würde der Verein auf die Hälfte der zu investierenden Summe kommen. Der Rest müsste durch größere Spendenaktionen generiert werden. „Ohne Baurecht können wir keine EU-Förderung beantragen und natürlich auch kein Fundraising starten“, so Boissevain.

Auch der Architekt, der das Hospiz ehrenamtlich geplant hat, kann ohne Grundstück nicht weiterarbeiten. Die Vorsitzende des Hospizvereins sei zwar erschöpft, werde aber nicht aufgeben. „Ich bin so froh über die Unterstützung der Gemeinden, allein kann ich das nicht leisten“, so Boissevain. Auch der Amtsdirektor ist enttäuscht, dass noch kein Grundstück gefunden wurde. „Das ist bedauerlich, aber man muss auch mal das Positive sehen.“ Hier hätten sich so viele Gemeinden beteiligt, das sei ein großartiger Erfolg. Das zeige, wie viele Bürger dieses Projekt unterstützen. „Das ist viel Wert und hat eine Signalwirkung, ein Grundstück werden wir auch noch finden.“ Meins betonte aber auch, dass es ihm wichtig sei, verantwortlich mit den gemeindlichen Geldern umzugehen. „Wenn die Menschen so viel hergeben, dann müssen die Voraussetzungen auch stimmen“, so Meins. Sollte das Bauvorhaben eine ganz andere Sachlage annehmen, dann müssen die Gemeinden auch die Gelegenheit bekommen, sich nochmals zu beraten. Es gilt eine hohe Sorgfaltspflicht, so der Amtsdirektor.

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