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Ärger mit der Telekom : Kein Anschluss: Im Trauertal der Telekommunikation

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ehepaar Passau hatte wegen eines Fehlers der Telekom 50 Tage lang keinen Festnetzanschluss. Die Eckernförder Zeitung intervenierte: Stunden später war der Fehler behoben.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2015 | 06:21 Uhr

Eckernförde | Heidrun und Werner Passau sind entspannte Menschen. Seit dem 8. Januar funktionierte ihr Telefonanschluss nicht, die Passaus aber regten sich nicht auf, sondern schüttelten nur noch mit dem Kopf. Ihr Anbieter: die Deutsche Telekom.

Im vergangenen Jahr wurde in der Straße, in der das Ehepaar wohnt, Breitbandkabel verlegt. „Wir wollten auch schnelleres Internet haben“, sagt Werner Passau (82). Also schlossen sie mit der Telekom einen Vertrag ab, nach dem sie zum 12. Dezember Internet, Telefon und Fernsehen über die neue Verbindung erhalten sollten – doch nichts geschah. Erst zu Heiligabend hatten sie eine Verbindung – der Enkel hatte den Router selbst angeschlossen. „Vom 24. Dezember bis zum 8. Januar funktionierte alles bestens“, erzählt Werner Passau.

Doch dann fiel das Ehepaar in das schwarze Loch der Telekommunikation: Der Festnetzanschluss war tot, Anrufer erhielten die Ansage, dass die Nummer nicht vergeben sei. Und auch Fernsehen und Internet funktionierten nicht mehr. „Also haben wir den Störungsdienst übers Handy angerufen, doch wir wurden dauernd vertröstet.“

Am 16. Januar wurde eine neue Leitung geschaltet und Fernsehen wie Internetverbindung funktionierten, aber nicht das Telefon. Weitere Anfragen bei der Telekom bewirkten nichts. Da schrieb Werner Passau an die Bundesnetzagentur. Kurz darauf meldete sich die Telekom: Das Problem werde an die zuständige Fachstelle weitergeleitet, die Störung schnellstmöglich behoben.

Inzwischen setzte das Ehepaar ein Mobiltelefon ein, doch die Gespräche mit dem Sohn, der in Frankreich lebt, wurden teuer. Immerhin hat die Telekom das Ehepaar auf Anfrage in einen günstigeren Handytarif aufgenommen und für die Gespräche im Januar eine Gutschrift ausgestellt. Eine Weiterleitung der Anrufe vom Festnetzanschluss aufs Handy war aber nicht möglich. Werner Passau: „Es hieß, dass unsere Nummer verschwunden ist, wie auch immer das möglich sein soll. Und uns eine neue Nummer zu geben, ging auch nicht.“

Am 17. Januar schrieb die Telekom: „Wir setzen alles daran, die Störung schnellstmöglich zu beheben.“ Am 18. Januar kannte man auch den Grund: „Ihr Anschluss ist derzeit von einem systemseitigen Schnittstellenproblem betroffen, das dazu führt, dass die Rufnummern noch nicht auf der IP-Plattform vorhanden sind und somit auch nicht im Router registriert werden können.“ An einer Lösung des Problems werde mit Hochdruck gearbeitet.

Allerdings nicht mehr von der Telekom. Die hatte das Problem an die „IT-Deutschland“ weitergegeben, ein angeblich externes Unternehmen. „Wir haben leider keine Möglichkeit, dort nach dem Bearbeitungsstand zu fragen.“ Das stimmte dann doch nicht: Die IT-Deutschland ist die Technik-Abteilung der Telekom, bei der zumindest der Pressesprecher offenbar seinen Einfluss geltend machen kann: Als sich nämlich am Freitag die Eckernförder Zeitung bei der Telekom meldete, klingelte schon einige Stunden später nach 50 Tagen zum ersten Mal das Festnetztelefon der Passaus. Ein Techniker verkündete, dass der Fehler behoben sei. Eine Handynummer für den Störungsfall gab es obendrein.

Warum die Fehlerbehebung so lange gedauert hat, konnte die Pressestelle erklären: Die Rufnummern wurden im System nicht richtig angelegt: ein menschlicher Arbeitsfehler. „Der Auftrag, den wir selbst eingestellt haben, um den Fehler zu beheben, ist leider auch im System nicht erfolgreich durchgelaufen.“ Die Fehlerbehebung sei recht aufwendig gewesen, deshalb die lange Wartezeit. Dass der Fehler erst mit dem Einschalten der Eckernförder Zeitung behoben wurde, stritt die Pressestelle ab.

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