Parken in Eckernförde : Kaufleute wollen kostenlose Parkplätze

So soll das geplante Parkhaus an der Noorstraße aussehen. Es soll im nächsten Jahr gebaut werden.
So soll das geplante Parkhaus an der Noorstraße aussehen. Es soll im nächsten Jahr gebaut werden.

Geschäftsleute kritisieren, dass es zu wenig kostenfreie Parkplätze in der Innenstadt gibt. Auf der Jahreshauptversammlung des Wirtschaftskreises diskutierten sie darüber und wählten Wilfried Wagner für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden.

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08. März 2014, 05:59 Uhr

Die Parkplatzsituation in Eckernförde entwickelt sich zu einem Dauerbrenner. Bei der Jahreshauptversammlung des Wirtschaftskreises Eckernförde (WKE) haben sich jetzt die Gewerbetreibenden zu Wort gemeldet.

Textilunternehmer Malte Behrendt störte vor allem, dass die 237 kostenlos nutzbaren Parkplätze auf dem Parkdeck bei Aldi an der Noorstraße durch 220 kostenpflichtige Parkplätze im entstehenden Parkhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite ersetzt werden. „Urspünglich hieß es, dass die Nooröffnung kostenneutral für den Bürger über die Bühne geht“, so Behrendt. „Aber letztlich finanziert der Bürger das Parkhaus mit. Wo entsteht der Ausgleich, auf den die Bürger einen Anspruch haben?“

Antwort gab Dietmar Steffens, Geschäftsführer der Stadtwerke Eckernförde, die als Bauherr auftreten. Er hatte die Pläne zum Bau des Parkhauses auf dem SWE-eigenen Gelände zuvor vorgestellt. Demnach soll mit dem Bau des zur Noorstraße hin dreigeschossigen Parkhauses 2015 begonnen und noch vor Weihnachten abgeschlossen werden. Ein solcher Millionenbau müsse umlagefinanziert werden, sagte er und nannte das Wellenbad und die Sauna als Vergleich. Auch dort müssten die Menschen Eintritt zahlen, und trotzdem fahren sie jährlich einen großen Verlust ein. „Wir werden uns aber um angemessene Preise bemühen.“

Unterstützung erfuhr Behrendt vom Architekten Günter Haß. Er plädierte für ein dreigeschossiges Parkdeck auf dem Parkplatz zwischen Bahnhof und Schulweg. „Das hätte schon längst losgehen müssen.“ Auch für diesen Bereich konnte Dietmar Steffens erste Überlegungen vorweisen, die aber wegen der noch nicht festgelegten Bahnhofsentwicklung zurzeit nicht weitergeführt werden könnten. „Das Thema ist politisch auch noch nicht entschieden.“

Und auch Sönke Siemsen (HageBaumarkt) sprach die Versorgungsaufgabe der Stadt für kostenlose Parkplätze an. Es sei ein „fortgesetzter Schwund an Parkplätzen, die zur Erreichbarkeit der Innenstadt beitragen, zu spüren. Das mache die Geschäftsleute unruhig. Er selbst sei nicht mehr bereit, eine Überparkung des Parkplatzes des Baumarktes in der Noorstraße weiter zu dulden. Steffens: „Stadt und Politik werden das hinbekommen. Nur ganz kostenlos wird das nicht gehen.“

Um herauszufinden, inwieweit die Eckernförder Kaufleute bereit sind, sich an einem Parkgebühren-Rückerstattungssystem zu beteiligen, hat eine Studentin in Zusammenarbeit mit der Eckernförde Touristik und Marketing Gesellschaft für ihre Bachelorarbeit Gewerbetreibende in der Innenstadt befragt. Dann könnte jeder, der in der Innenstadt einkauft, einen Teil seiner Parkgebühren von den Kaufleuten erstattet bekommen. Nach der Auswertung der Antworten von 76 Befragten, können sich 34 ihre Teilnahme an einem solchen System vorstellen, 42 nicht. Von den 34 Befürwortern würde die größte Gruppe einen Euro der Parkgebühren ab einem Einkaufswert ab 10 Euro erstatten.

Ob es soweit kommt, wird Wilfried Wagner wohl noch als Vorsitzender des Wirtschaftskreises mitbekommen. Er wurde einstimmig von den anwesenden 32 Mitgliedern in seinem Amt für weitere zwei Jahre bestätigt. Wagner ist seit 14 Jahren Vorsitzender des WKE. Als Beisitzer sind Sabine Rucks und Sönke Siemsen ausgeschieden. Ihre Nachfolger sind Lars Sörensen und Eckhard Voß. Neben einem Rückblick auf das vergangene Jahr stellte Wagner auch neue Aktionen vor. So sollen die Geschäfte am 12. Juni unter der Überschrift „Kassenschlager“ bis 22 Uhr geöffnet haben. Er schlug weiterhin vor, auf der Homepage der Stadt einen Extra-Punkt „Stadtkultur“ aufzunehmen.

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