Loose : Kartoffeln selbst ernten auf dem Biohof Sülzle

Martin Feierling-Sülzleholt die  ersten Kartoffeln aus der Erde. Bei einem Selbstpflück-Wochenende können Besucher selber ernten. Fotos: Bevendorff
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Martin Feierling-Sülzleholt die ersten Kartoffeln aus der Erde. Bei einem Selbstpflück-Wochenende können Besucher selber ernten. Fotos: Bevendorff

Beim Aktionswochenende am 19. und 20. September kann jeder auf dem Biohof Sülzle in Loose selber Hand anlegen.

Dirk_Steinmetz-8463.jpg von
14. September 2020, 09:03 Uhr

Loose | Bis zu 20 Tonnen Kartoffeln können je Hektar geerntet werden. So viele werden es auf dem Hof Feierling-Sülzle in Loose nicht, aber es reicht, um einen Vorrat für den Winter anzulegen. Mit Kartoffeln in Bioland-Qualität beschreitet der Hof im Zentrum Looses Neuland. Auf einem dreiviertel Hektar hat Biolandwirt Martin Feierling-Sülzle (27) versuchsweise drei Sorten Kartoffeln angebaut. An einem Selbsterntewochenende sollen die Knollen aus der Erde kommen und wenn möglich auch bei vielen Haushalten auf den Speiseplan gelangen. Am Sonnabend und Sonntag, 19. und 20. September, sind Besucher, Familien, Groß und Klein jeweils von 9 bis 16 Uhr willkommen. „Sie können selber mit der Grabgabel die Knollen aus der Erde heben oder sie nach Vorarbeit eines Roders von der Erde sammeln“, erklärt der 27-Jährige. Danach werden sie ausgewogen und preiswert abgegeben. „Selbst auf dem Land wissen viele Kinder nicht, woher Kartoffeln kommen“, gibt Ulrich Sülzle zu Bedenken und hofft auf reges Interesse. Infos zum Aktionswochenende und Parkmöglichkeiten unter www.biohof-suelzle.de.

„Wir wollen das einfach mal ausprobieren und einen Familientag ermöglichen“, berichtet Martin Feierling-Sülzle, der Anfang 2018 den Hof von seinem Vater Rainer und seinem Onkel Ulrich Sülzle übernahm. Da war der Betrieb schon auf Biolandbau umgestellt. Kartoffeln zu pflanzen und zu ernten, machte ihm schon als Kind viel Spaß. Zuletzt grub er vor über 20 Jahren mit seinem Großvater Kartoffeln aus. „Die Freude spüre ich heute noch“, sagt Feierling-Sülzle, der nach der Landwirtschafts-Fachhochschule in Osterrönfeld noch nach Landshut (Bayern) auf eine Meisterschule für Ökologischen Landbau ging.

2018 haben sie mit 20 Hektar Grünland, 15 Hektar Ackerland, Platz für 350 Mastschweine und 50 Zuchtsauen sowie 13 Limousin-Fleischrinder plus Kälber begonnen, und das besondere Angebot hat sich in der Region herumgesprochen. „Die Nachfrage ist groß und die Leute wollen regionale Produkte“, sagt Ulrich Sülzle.

Hatte dem Betrieb damals ein langjähriger Verpächter seine Flächen nicht mehr zur Verfügung gestellt, so konnte sich Martin Feierling-Sülzle über mehrere Anbieter freuen, deren Wunsch es war, dass die Sülzles die Äcker biologisch bewirtschaften. Inzwischen konnten sie 130 Hektar, teilweise in Loose, pachten und bewirtschaften so insgesamt 170 Hektar inklusive Weiden. „Dadurch können wir nicht nur sämtliches Futter für Schweine und Rinder selber erzeugen, wir können auch Hafer und Dinkel als Speisegetreide verkaufen“, berichtet der junge Biolandwirt. So bauen sie für die Schweine unter anderem Weizen, Roggen, Tricitale sowie Erbsen und Bohnen als Eiweißlieferant an. Die Rinder stehen im Sommer mit ihren Kälbern auf der Weide. „Landwirtschaft und die Arbeit mit den Tieren macht uns wieder richtig Spaß“, sagt Martin Feierling-Sülzle, und sein Onkel Ulrich ergänzt, dass es sehr gut läuft.

Froh sind sie in Loose, dass sie sich Bioland angeschlossen haben. So wird wirklich alles auf dem Hof im natürlichen Kreislauf erwirtschaftet und angebaut. „Das ist genau das, was ich mir vorgestellt habe“, meint Martin Feierling-Sülzle und ist glücklich über die gelungene Umstellung. Das war damals schon eine schwierige Situation, erinnert er sich, keiner wusste, wie es sich entwickelt. Die Corona-Krise hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Leute mehr zu Hause und vor Ort einkaufen und ihnen dabei neben der Qualität auch das Tierwohl immer wichtig ist, ergänzt Ulrich Sülzle.

Werden bereits ab Hof Grillfleisch und Bratwürste verkauft, sollen nun auch die Kartoffeln angeboten werden. Dafür hat Ulrich Sülzle einen Holzstand gebaut, in dem Kunden Kartoffeln gegen Bargeld tauschen können. Aber die Landwirtsfamilie hat weitere Ideen. So findet sie die Idee der Solidarischen Landwirtschaft sehr interessant. Als Versuch kann sie sich vorstellen, im kommenden Jahr Kunden beim Anbau der Kartoffeln, bei der Pflege der Pflanzen und bei der Ernte an Arbeitstagen zu beteiligen. In jedem Fall wird noch an der Realisierung eines echten Hofladens gearbeitet – hier weiß der Landwirt seine Partnerin Mirja Bevendorff an seiner Seite, die ihn unterstützt und derzeit noch im Studium des Ökolandbaus ist.

Infos zum Kartoffel-Wochenende und zum Hof unter www.biohof-suelzle.de

und Tel. 0157/84 02 87 09

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