Gettorfer CoWorking-Space : Karl-Kolbe-Platz wird zum Großraumbüro

<p>Der Karl-Kolbe-Platz vorm Gettorfer Amtsgebäude soll demnächst als Arbeitsplatz für Freiberufler, Kreative und Gründer dienen.</p>
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Der Karl-Kolbe-Platz vorm Gettorfer Amtsgebäude soll demnächst als Arbeitsplatz für Freiberufler, Kreative und Gründer dienen.

Auf dem zentralen Platz vor dem Gettorfer Amtsgebäude soll vom 18. Mai bis zum 13. Juni ein sogenannter „CoWorking-Space“ entstehen.

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11. April 2018, 06:40 Uhr

Gettorf | Die Arbeitswelt ist im Wandel. Immer mehr Menschen haben heutzutage nicht mehr den einen festen Arbeitgeber, sondern bieten ihre Dienste auf eigene Rechnung als Freiberufler an. Ein Büro braucht man dafür nicht zwingend. Aufgrund der Digitalisierung sind viele der Arbeiten auch bequem von zuhause aus machbar. Aber gerade die eigenen vier Wände können zur Tücke werden. Fernseher, Sofa – überall lauern Ablenkungen. Zudem gibt es niemanden, mit dem man zusammen Ideen entwickeln kann oder der einem Feedback geben kann. Sogenannte „CoWorking Spaces“ erfreuen sich deshalb immer größerer Beliebtheit. Freiberufler, Kreative oder kleine Unternehmen arbeiten dabei zusammen in einem offenen Büro und können so voneinander profitieren. Auch in Gettorf soll ab dem nächsten Monat ein solcher „CoWorking Space“ getestet werden. Vom 18. Mai bis zum 13. Juni wird dafür auf dem Karl-Kolbe-Platz vor dem Gettorfer Amtsgebäude ein solches Großraumbüro errichtet. Für einen entsprechenden Beschluss stimmte der Gettorfer Bauausschuss am Montag einstimmig.

„Es soll eine Art Schnupperkurs für die Gemeinde sein“, erklärte Bauausschussvorsitzender Marco Koch (CDU). Man wolle in der knapp einmonatigen Testphase die Möglichkeit nutzen, das „CoWorking“-Konzept der Gemeinde vorzustellen. „Wichtig ist dort die Gemeinschaft. Man unterhält sich, hat Ideen und unterstützt sich gegenseitig“, so Koch. Bis auf die Stromkosten kämen auf die Gemeinde dabei keine Ausgaben zu, erklärte der Bauausschussvorsitzende. So wird der „CoWorking-Space“ von der Heinrich-Böll-Stiftung zur Verfügung gestellt, die von Mai bis Oktober mit dem mobilen Großraumbüro auf Tour durch Schleswig-Holstein ist. „Wir wollen dabei ausprobieren, wie dieses Konzept in den verschiedenen Orten ankommt“, erklärt Projektleiter Ulrich Bähr von der Heinrich-Böll-Stiftung. „Gettorf ist dabei ein typischer Fall eines Pendlerdorfes“, so Bähr. „Wer sonst etwa aus Osdorf kommt, sein Kind morgens in Gettorf in die Schule bringt und dann weiter nach Kiel zur Arbeit fährt, kann nun von Gettorf aus arbeiten, dort mittags den Einkauf erledigen und nach Feierabend das Kind wieder abholen – das reduziert den Verkehr und ist gut für die Gemeinde.“ Ziel des Projektes soll es nun sein, zu erforschen, wie und wo „CoWorking“-Angebote im ländlichen Raum funktionieren.

Der „CoWorking-Space“ besteht dabei aus einem großen und einem kleinen Container, die in etwa 1,30 Metern Höhe mittels eines Unterbaus aufgebockt werden und eine kleine Terrasse umschließen. Der kleinere, rund 2,50 Meter lange Container dient als Café, der große, 7,12 Meter lange, als Büroraum. Neben dem Gemeinschaftsbüro, welches voraussichtlich in der Zeit von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein wird, plant die Heinrich-Böll-Stiftung verschiedene Workshops und Filmvorführungen in den Räumlichkeiten.

Das mobile Großraumbüro soll zudem dazu anregen, über die Einrichtung eines dauerhaften „CoWorking-Spaces“ in Gettorf, etwa leerstehenden Gebäuden, einer alten Scheune oder an anderen Plätzen, nachzudenken.

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