zur Navigation springen

gesprächsrunde : Karby und Bauern reichen sich die Hand

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Klärungsgespräch von Bürgermeistern der Gemeinde und der Biogasanlagenbetreiber in der Amtsverwaltung/ Beide Seiten wollen in Zukunft mehr miteinander kommunizieren

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 10:49 Uhr

Ein klärendes Gespräch zwischen Vertretern der Gemeinde Karby und Biobauern hat gestern Nachmittag im Amt Schlei-Ostsee stattgefunden. Eingeladen hatte Amtsdirektor Gunnar Bock, der das Gespräch moderierte. Anlass waren Unmutsäußerungen des Bürgermeisters Klaus-Dieter Möse in Bezug auf Erntegespanne, die durch das Dorf fahren (wir berichteten), die wiederum die Landwirte und die Lohnunternehmer verärgerten. In einem Schreiben an alle Karbyer Gemeindevertreter hatte der Geschäftsführer von Agrarenergie Schuby, Jens Joost, im Namen aller Landwirte und Lohnunternehmer jegliche Vorwürfe der Gemeinde zurückgewiesen und sich eine Strafanzeige vorbehalten. Die Fronten schienen verhärtet zu sein – bis gestern Nachmittag.

Es war eine große Runde, die sich im Sitzungszimmer der Amtsverwaltung zusammen fand. Die Gemeinde Karby war durch ihre drei Bürgermeister, Klaus-Dieter Möse (SPD), Hans-Werner Pohl (CDU) und Frank Hertwig (KWK) vertreten. Die Interessen der Landwirte und Lohnunternehmer nahmen Jens und Silke Joost, Volker Starck (Schubymühle) sowie Sönke und Bernd Henrici (Schuby) wahr. Andreas Brück, Fachgruppenleiter der Straßenverkehrsbehörde, nahm als Vertreter des Kreises an dem Gespräch teil. Polizeikommissar Peter Andersen von der für Karby zuständigen Polizeistation Damp war ebenfalls anwesend, ebenso wie Carsten Scheller vom Ordnungsamt der Amtsverwaltung.

Bürgermeister Klaus-Dieter Möse betonte in dem anschließenden Pressegespräch sein großes Bedauern über die heftige Wortwahl in Bezug auf die Erntegespanne im Rahmen der Gemeindevertretersitzung am 1. Oktober (wir berichteten). Diese sei im Gesamtzusammenhang mit der Verkehrssituation in Karby geschehen und solle keinesfalls eine Diffamierung der Berufszweige Landwirt und Lohnunternehmer darstellen. „Ich hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit“ bewertet Möse die Vorschläge der Landwirte.

Jens Joost, der als Ansprechpartner sowohl für die Gemeindevertreter als auch für die Bürger fungiert, machte deutlich, dass sowohl er und seine Kollegen als auch die Lohnunternehmer für eine transparente Lösung zum Wohle aller votieren. Dem Vorschlag des Kreises, die Umleitungsempfehlung zu entfernen, um einen Kreisverkehr der landwirtschaftlichen Fahrzeuge zu gewährleisten, stimmten Jens Joost, Volker Starck und Sönke Henrici zu.


Erntegespanne sollen sich nicht mehr begegnen können


Auf diese Weise soll die Begegnung großer Erntegespanne und in Folge derer eine unfallträchtige Situation vermieden werden. „Trotzdem bleibt unsere unbedingte Forderung, für uns in sinnvollem Maße die Eckernförder Straße unter absoluter Rücksichtnahme benutzen zu dürfen“, unterstreicht Joost. „Wichtig ist, dass wir miteinander sprechen und eine Lösung finden, dass unsere Bürger ruhig leben können“, begrüßte Bürgermeister Möse die Bereitschaft der Landwirte und Lohnunternehmer zu weiterführenden Gesprächen.

Nahezu alle Landwirte hielten sich nach Darstellung von Joost an die Vorgaben des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, der Empfehlungen zur Optimierung des Maisanbaus „Gemeinsam für Bioenergie“ herausgegeben hat. „Die Initiative ’Freiwillig 30’ von Lohnunternehmerverband und Bauernverband wird nachdrücklich unterstützt und die Teilnahme daran dringend empfohlen“, heißt es in der Empfehlung.

Vor dem Zebrastreifen, den die Gemeinde in der Eckernförder Straße in Kürze aufbringen will, sollen in beide Richtungen Tempo 30-Zonen eingerichtet werden. Zwar führen die Fahrer der Erntegespanne ohnehin höchstens 30 Kilometer pro Stunde, so Joost, aber für die Fahrer könne es noch einmal eine Erinnerungsstütze sein. Wichtig sei hier aber die Außenwirkung für den Bürger.

Dieser soll in Zukunft ohnehin viel stärker eingebunden werden. Wer sich genau informieren und sich selbst einmal von der Fahrweise eines derartigen Gespannes überzeugen will, hat die Möglichkeit, als Beifahrer mit auf dem Trecker zu sitzen. Interessenten können sich an Jens Joost wenden. Sollten Bürger ihrer Meinung nach zu schnelle Fahrer beobachten, bittet er um zügige Benachrichtigung mit Angabe der Uhrzeit und des Kennzeichens. Gleichzeitig machte Joost aber deutlich, dass sich Transporte nicht verhindern lassen – der Mais müsse schließlich vom Feld geholt werden.


Bürger sollen Vorfälle umgehend melden


 

Um mehr Transparenz zu schaffen befürworten die Landwirte auch die Idee, eine Geschwindigkeitsanzeigetafel, die die tatsächliche Geschwindigkeit der Fahrzeuge angibt, aufzustellen. Die Größe der Erntegespanne sorge bei vielen Bürgern für eine andere Wahrnehmung der Geschwindigkeit. Da könne eine Visualisierung helfen, so Amtsdirektor Bock.

Im November plant die Gemeinde die Einberufung einer Einwohnerversammlung, auf der Jens Joost als Gastredner auftritt und über Verkehrssituation der Erntegespanne auf der Straße und allgemein über seinen Berufszweig Biogasanlagenbetreiber informiert.

 

 

Kontakt und Informationen bei Jens Joost, Tel. 0173/2503877

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert