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Norddeutscher Krimi : Kante und Paulsen setzen sich durch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Elmshorner Regisseur Michael Söth präsentierte im Römer & Wein sein neustes Projekt „Deichbullen“.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 06:06 Uhr

Eckernförde | Norddeutsche Filmkunst und pfälzische Genüsse trafen sich vergangenen Sonntag im „Römer & Wein“. Bei südwestdeutschen Spezialitäten, wie Saumagen und Flammkuchen durften die Besucher den Spuren der „Deichbullen“, dem neuesten Projekt des Elmshorner Regisseurs Michael Söth, folgen.

Es war nicht das erste Mal, dass der Filmemacher eines seiner Werke in der Weinstube präsentierte. Schon seine ersten beiden Kinofilme „Deichking“ und „Bauernfrühstück“ konnten hier in gemütlicher Runde begutachtet werden. Daher habe er Michael Söth angesprochen, ob er nicht Lust habe, auch „Deichbullen“ hier zu zeigen, erklärte Betreiber Uwe Römer. Der Regisseur, der in Eckernförde aufgewachsen ist, ließ sich nicht lange bitten – und auch das Interesse der Zuschauer war groß, sodass die kleine Gaststube bis auf den letzten Platz belegt war.

In „Deichbullen“ geht es um die Hamburger Großstadtpolizisten Hartmut Paulsen und Klaus „Kiez“ Kante, gespielt von den Musikern „Reverend“ Christian Dabeler und René „Chucker“ Chambalu, die beide schon vor dem Projekt Schauspielerfahrung sammeln konnten. Das Duo wird aus der Hansestadt in die 1700-Seelen-Gemeinde Kollmar im Kreis Steinburg versetzt, wo es von nun an für Recht und Ordnung sorgen soll. Während Kante noch mit seinem Schicksal hadert, sieht Paulsen seine Chance, in Kollmar „das Grundgesetz umsetzen zu können“.

„Deichbullen“ wurde von Michael Söth eigentlich als Serie angelegt, die bereits vor einigen Monaten im Internet in einzelnen Episoden mit einer Laufzeit von je fünf Minuten gezeigt wurde. Zusammengesetzt ergab sich somit ein Film von knapp 45 Minuten. Schon im Vorfeld warnte der Regisseur sein Publikum jedoch, sie würden „unbefriedigt“ nach Hause gehen, da die erste Staffel dazu diene, den Handlungsort Kollmar und seine größtenteils skurrilen Bewohner vorzustellen. Trotzdem schienen die Besucher ihren Spaß zu haben und johlten bei den überdrehten und gewollt platten Szenen und Dialogen mit.

Michael Söths Arbeit an den „Deichbullen“ begann vor rund einem Jahr. Der NDR habe ihn angerufen und gefragt, ob er eine Idee für eine neue Serie habe, erzählte der Filmemacher, „doch dann verzögerte sich alles und da ich etwas unruhig wurde, beschloss ich, die Idee als Online-Serie umzusetzen.“ Innerhalb von 14 Tagen wurde dann mit einem Budget von rund 15  000 Euro gedreht. Beim ersten internationalen „Webfest“ in Berlin, auf dem die besten unabhängigen Internetserien prämiert werden, konnten die „Deichbullen“ den ersten Platz belegen. Und letztendlich konnte Michael Söth dann auch die Rechte veräußern. „Eine Unterorganisation des Senders Arte hat die „Deichbullen“ gekauft und vermarktet sie jetzt weltweit“, erläuterte Söth, „ich weiß zwar nicht, warum gerade die Franzosen Interesse an einer norddeutschen Serie haben, aber sie scheinen so etwas wohl zu mögen.“ Derzeit schreibt der Filmemacher an einer zweiten Staffel, die doppelt so lang werden soll wie die erste.

Der nächste Filmabend im „Römer & Wein“ findet bereits am Sonntag, 22. November, statt. Gezeigt wird der Westernklassiker „Für eine Handvoll Dollar“ mit Clint Eastwood. Karten sind im Vorverkauf erhältlich. >www.soethfilm.com

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